Noch vor einem Jahr hatten viele Landwirte ein ganz anderes Problem: Es gab so viele Kartoffeln, dass die Preise unter Druck gerieten. Jetzt ist die Situation nahezu umgekehrt. Für frühe festkochende Speisekartoffeln werden je nach Region bereits 35 bis knapp 40 Euro je 100 Kilogramm gezahlt – rund 10 bis 15 Euro mehr als vor einem Jahr.
Hitze lässt die Knollen klein bleiben
Schuld daran ist unter anderem das Wetter. Hitze und Trockenheit haben den Kartoffelpflanzen zugesetzt. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad stockt ihr Wachstum. Hinzu kommt, dass nach den niedrigen Preisen des vergangenen Jahres teilweise weniger Kartoffeln angebaut wurden. In Sachsen schrumpfte die Anbaufläche dem Bericht zufolge sogar um mehr als 16 Prozent.
Besonders problematisch für Pommes-Hersteller: Die großen Kartoffeln fehlen. Für lange, gleichmäßige Fritten werden möglichst große und längliche Knollen benötigt. Bleiben die Kartoffeln kleiner, könnten künftig auch die Pommes kürzer ausfallen.
Wird die Portion Pommes jetzt teurer?
Doch die Länge der Fritten dürfte für Verbraucher nicht die wichtigste Frage sein. Entscheidend ist, was mit den Preisen passiert. Kartoffeln für Pommes, Chips und andere verarbeitete Produkte sind stärker gefragt, während gleichzeitig weniger geeignete Ware verfügbar ist. Auch in anderen europäischen Ländern soll die Ernte schwächer ausfallen.
Damit wächst der Kostendruck auf die Hersteller. Ob Tiefkühlpommes im Supermarkt und die Portion Fritten am Imbiss tatsächlich deutlich teurer werden, hängt allerdings davon ab, wie stark Produzenten und Handel die höheren Kosten weitergeben.
Ausgerechnet eines der beliebtesten Alltagsgerichte könnte damit zum sichtbaren Zeichen der schlechten Kartoffelernte werden: weniger große Knollen, möglicherweise kürzere Pommes – und womöglich ein höherer Preis auf der Speisekarte.