In Österreich zeichnet sich eine besorgniserregende Entwicklung ab: Immer weniger Menschen gehen Blut spenden. Besonders deutlich ist der Rückgang in der Steiermark. Dort ist die Zahl der Blutspenderinnen und Blutspender Berichten zufolge um rund 20 Prozent zurückgegangen. Das stellt die Blutspendedienste vor eine große Herausforderung, denn Blutkonserven werden jeden Tag benötigt. Gleichzeitig dürfen mittlerweile mehr Menschen Blut spenden als früher.
Blut wird jeden Tag gebraucht
Für viele Patientinnen und Patienten kann eine Blutspende entscheidend sein. Blutkonserven werden in Krankenhäusern unter anderem bei schweren Unfällen, größeren Operationen und verschiedenen medizinischen Behandlungen eingesetzt. Auch Menschen mit bestimmten schweren oder chronischen Erkrankungen können auf Blutprodukte angewiesen sein.
Das Besondere daran: Blut lässt sich nicht einfach künstlich herstellen und unbegrenzt lagern. Krankenhäuser und Blutspendedienste sind deshalb darauf angewiesen, dass regelmäßig Menschen freiwillig Blut spenden. Eine einmalige große Spendenaktion reicht nicht aus, um die Versorgung dauerhaft sicherzustellen. Es braucht kontinuierlich neue Blutspenden.
Rund 20 Prozent weniger Spender in der Steiermark
Besonders auffällig ist die Situation in der Steiermark. Dort wird von einem Rückgang der Blutspenderinnen und Blutspender um rund 20 Prozent gesprochen. Das bedeutet: Von früher 100 Spenderinnen und Spendern wären bei einem Rückgang von 20 Prozent nur noch etwa 80 übrig.
Wenn sich eine solche Entwicklung fortsetzt, kann sie langfristig zu Problemen führen. Blutkonserven müssen schließlich jederzeit verfügbar sein. Ein schwerer Verkehrsunfall oder eine komplizierte Operation lässt sich nicht danach planen, wie gut die Blutlager gerade gefüllt sind.
Deshalb ist es wichtig, dass genügend Menschen regelmäßig zur Blutspende kommen. Besonders schwierig wird die Situation, wenn zu bestimmten Zeiten viele Menschen ausfallen – beispielsweise während der Urlaubszeit oder wenn zahlreiche Personen krank sind.
Mehr Menschen dürfen spenden – trotzdem sinken die Zahlen
Auf den ersten Blick wirkt die Entwicklung überraschend. Denn mittlerweile dürfen mehr Menschen Blut spenden. Die Voraussetzungen und Regeln wurden in den vergangenen Jahren teilweise angepasst. Dadurch kommen grundsätzlich mehr Personen als mögliche Spenderinnen und Spender infrage.
Trotzdem bedeutet eine größere Zahl an Menschen, die theoretisch Blut spenden dürfen, nicht automatisch, dass tatsächlich mehr Menschen zu den Blutspendeterminen kommen. Viele denken im Alltag möglicherweise gar nicht über eine Blutspende nach. Andere haben wenig Zeit, kennen die nächsten Blutspendetermine nicht oder haben noch nie gespendet und wissen nicht genau, was sie dabei erwartet.
Gerade deshalb ist es für Blutspendedienste wichtig, neue Spenderinnen und Spender zu erreichen. Gleichzeitig sollen Menschen, die bereits Blut gespendet haben, dazu motiviert werden, auch in Zukunft regelmäßig wiederzukommen.
Warum Blutspenden so wichtig sind
Für einen gesunden Menschen ist eine Blutspende ein vergleichsweise kurzer Termin. Für einen anderen Menschen kann genau diese Spende jedoch von großer Bedeutung sein. Blut und daraus gewonnene Blutprodukte kommen in vielen Bereichen der Medizin zum Einsatz.
Dabei benötigt nicht nur die Notfallmedizin Blutkonserven. Häufig denkt man beim Thema Blutspende zuerst an schwere Verkehrsunfälle. Doch auch abseits solcher Notfälle besteht ein kontinuierlicher Bedarf. Krankenhäuser müssen deshalb darauf vertrauen können, dass genügend Blutprodukte vorhanden sind.
Hinzu kommt, dass gespendetes Blut nicht unbegrenzt haltbar ist. Selbst wenn die Lager zu einem bestimmten Zeitpunkt gut gefüllt sind, werden ständig neue Spenden benötigt. Die Blutversorgung ist deshalb eine dauerhafte Aufgabe.
Jede Blutgruppe wird gebraucht
Auch die unterschiedlichen Blutgruppen spielen bei der Versorgung eine wichtige Rolle. Nicht jede Blutkonserve kann ohne Weiteres jeder Patientin oder jedem Patienten gegeben werden. Vor einer Transfusion muss daher genau geprüft werden, welches Blut geeignet ist.
Aus diesem Grund ist eine möglichst große und vielfältige Gruppe von Spenderinnen und Spendern wichtig. Je mehr Menschen regelmäßig Blut spenden, desto besser können die Blutspendedienste dafür sorgen, dass unterschiedliche Blutgruppen zur Verfügung stehen.
Junge Menschen als zukünftige Spender
Eine besondere Bedeutung könnte in Zukunft jungen Menschen zukommen. Wenn langjährige Spenderinnen und Spender irgendwann aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen nicht mehr spenden können, müssen neue Personen nachkommen.
Dafür ist Aufklärung wichtig. Wer noch nie Blut gespendet hat, hat möglicherweise Fragen oder Bedenken. Manche Menschen haben beispielsweise Angst vor Nadeln oder sind unsicher, ob sie überhaupt für eine Blutspende geeignet sind. Verständliche Informationen können dabei helfen, Unsicherheiten abzubauen.
Wer Interesse an einer Blutspende hat, sollte sich vorab bei einer offiziellen Blutspendeorganisation über die aktuellen Voraussetzungen informieren. Ob eine Person tatsächlich spenden darf, hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird vor der Spende überprüft.
Eine kleine Handlung mit großer Bedeutung
Der Rückgang der Blutspenden zeigt, dass eine ausreichende Versorgung nicht selbstverständlich ist. Krankenhäuser benötigen das ganze Jahr über Blutprodukte. Dafür braucht es Menschen, die bereit sind, freiwillig Blut zu spenden.
Gerade der Rückgang von rund 20 Prozent in der Steiermark macht deutlich, wie schnell sich die Situation verändern kann. Obwohl mittlerweile mehr Menschen grundsätzlich als Blutspenderinnen und Blutspender infrage kommen, gehen offenbar weniger Menschen tatsächlich spenden.
Deshalb bleibt die zentrale Botschaft klar: Blutspenden werden regelmäßig benötigt. Hinter jeder Blutkonserve steht ein Mensch, der sich die Zeit genommen hat, anderen zu helfen. Und auf der anderen Seite steht möglicherweise eine Patientin oder ein Patient, die oder der genau auf diese Spende angewiesen ist.
Der aktuelle Rückgang in Österreich ist daher mehr als nur eine Zahl. Er zeigt, wie wichtig es ist, dass sich auch in Zukunft genügend Menschen für das Blutspenden entscheiden.