Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Kooperation Nr. 3 Beteiligungs GmbH aus Bremen zeigt ein noch sehr kleines Unternehmen mit überschaubarer Bilanz, hoher Eigenkapitalquote und nur geringen Verbindlichkeiten. Gleichzeitig schreibt die Gesellschaft weiterhin rote Zahlen. Für Anleger ergibt sich deshalb ein gemischtes Bild.
Bilanzsumme wächst deutlich
Die Bilanzsumme erhöhte sich von 10.554 Euro Ende 2024 auf 19.558 Euro Ende 2025. Das entspricht einem Anstieg von rund 85 Prozent.
Der Vergleich sollte allerdings mit Vorsicht betrachtet werden. Die Gesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass 2024 lediglich ein Rumpfgeschäftsjahr vom 18. März bis 31. Dezember war. Die beiden Geschäftsjahre sind daher nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.
Auffällig ist vor allem der Anstieg der Finanzanlagen. Diese erhöhten sich von 5.000 Euro auf 13.000 Euro. Da es sich laut Anhang um Anteile an verbundenen Unternehmen handelt, steckt ein großer Teil des Vermögens der Gesellschaft in Beteiligungen innerhalb des Konzernumfelds.
Die liquiden Mittel erhöhten sich ebenfalls leicht von 5.554 Euro auf 6.558 Euro. Damit verfügt die Gesellschaft zumindest gemessen an ihrer derzeit sehr kleinen Bilanz über einen gewissen Bestand an unmittelbar verfügbaren Mitteln.
Eigenkapitalquote von über 92 Prozent
Ein klar auffälliger Punkt ist die Kapitalstruktur. Das Eigenkapital beträgt zum Jahresende 2025 rund 18.053 Euro bei einer Bilanzsumme von 19.558 Euro. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von etwa 92 Prozent.
Auf den ersten Blick ist das eine sehr hohe Quote. Die Gesellschaft finanziert sich damit zum Bilanzstichtag kaum über externe Verbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten betragen lediglich 121,90 Euro und haben vollständig eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Hinzu kommen Rückstellungen von rund 1.383 Euro.
Eine klassische hohe Fremdverschuldung ist in dieser Bilanz somit nicht zu erkennen.
Aber: Das Unternehmen schreibt weiterhin Verluste
Der kritischste Punkt für Anleger liegt auf der Ertragsseite. Die Windpark Kooperation Nr. 3 Beteiligungs GmbH weist für 2025 einen Jahresfehlbetrag von 3.775,61 Euro aus. Im Rumpfgeschäftsjahr 2024 waren es 3.171,29 Euro.
Zusätzlich steht inzwischen ein Verlustvortrag von 3.171,29 Euro in der Bilanz.
Damit haben sich seit Gründung bereits Verluste angesammelt. Das ist für sich genommen noch kein Beweis für wirtschaftliche Schwierigkeiten. Gerade bei jungen Beteiligungs- oder Projektgesellschaften können in der Aufbauphase zunächst Kosten entstehen, bevor nennenswerte Erträge erzielt werden.
Der vorliegende Abschluss liefert allerdings keine ausreichenden Informationen, um festzustellen, wann und in welchem Umfang die Gesellschaft künftig Gewinne erwirtschaften könnte.
Genau hier liegt für Anleger eine zentrale offene Frage.
Warum stieg das Eigenkapital trotz Verlust?
Interessant ist, dass sich das Eigenkapital trotz des erneuten Jahresverlustes von 9.329 Euro auf 18.053 Euro erhöht hat.
Der wesentliche Grund dafür liegt nicht in einem erwirtschafteten Gewinn. Vielmehr waren Ende 2024 von den insgesamt 25.000 Euro gezeichnetem Kapital noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen ausgewiesen. Ende 2025 stehen dagegen die vollen 25.000 Euro als eingefordertes Kapital in der Bilanz.
Der deutliche Anstieg des Eigenkapitals sollte daher nicht mit einer entsprechenden Verbesserung der operativen Ertragskraft verwechselt werden.
Sehr kleine Gesellschaft
Auch die absolute Größenordnung der Bilanz sollte berücksichtigt werden. Mit einer Bilanzsumme von lediglich rund 19.600 Euro handelt es sich bilanziell um eine sehr kleine Gesellschaft.
Der Anhang ordnet die Windpark Kooperation Nr. 3 Beteiligungs GmbH entsprechend als kleine Kapitalgesellschaft gemäß § 267 HGB ein.
Für Anleger bedeutet dies vor allem, dass Prozentzahlen allein schnell ein verzerrtes Bild vermitteln können. Ein Wachstum der Bilanzsumme um rund 85 Prozent klingt beispielsweise zunächst beeindruckend. Absolut betrachtet handelt es sich aber lediglich um einen Anstieg von rund 9.000 Euro.
Verbindung zur wpd GmbH ist wichtig
Für die Einordnung besonders interessant ist die Konzernzugehörigkeit. Die Windpark Kooperation Nr. 3 Beteiligungs GmbH wurde in den Konzernabschluss der wpd GmbH in Bremen einbezogen.
Das zeigt, dass die Gesellschaft Teil einer größeren Konzernstruktur ist. Gleichzeitig bestehen die Finanzanlagen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen. Die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft dürfte deshalb wesentlich im Zusammenhang mit ihren Beteiligungen und dem Konzernumfeld zu betrachten sein.
Anleger sollten die Konzernzugehörigkeit allerdings nicht mit einer automatischen finanziellen Garantie durch die wpd GmbH gleichsetzen. Eine solche Garantie lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.
Was im Abschluss noch fehlt
Für eine tiefergehende Anlegeranalyse bleiben einige entscheidende Fragen unbeantwortet.
Vor allem wäre interessant, an welchen Gesellschaften die Windpark Kooperation Nr. 3 Beteiligungs GmbH beteiligt ist und welche Windparkprojekte dahinterstehen. Ebenso wichtig wären Informationen darüber, welche Erträge diese Beteiligungen künftig liefern sollen.
Auch eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor. Deshalb lässt sich nicht erkennen, wodurch der Jahresfehlbetrag von 3.775,61 Euro konkret entstanden ist.
Für Anleger wäre außerdem entscheidend, ob zukünftig weitere Kapitaleinzahlungen notwendig werden und welche finanziellen Verpflichtungen aus den Beteiligungen entstehen könnten.
Fazit: Starke Kapitalquote trifft auf fehlende Erträge
Der Jahresabschluss der Windpark Kooperation Nr. 3 Beteiligungs GmbH zeigt zwei sehr unterschiedliche Seiten.
Auf der einen Seite stehen eine Eigenkapitalquote von rund 92 Prozent, nur 121,90 Euro Verbindlichkeiten und liquide Mittel von rund 6.558 Euro. Eine hohe klassische Verschuldung ist damit zum Bilanzstichtag nicht erkennbar.
Auf der anderen Seite steht erneut ein Jahresverlust von 3.775,61 Euro. Zudem ist die Gesellschaft mit einer Bilanzsumme von knapp 20.000 Euro noch sehr klein. Der starke Anstieg des Eigenkapitals resultiert wesentlich aus dem nun vollständig eingeforderten Stammkapital und nicht aus erwirtschafteten Gewinnen.
Für Anleger dürfte deshalb weniger die heutige Bilanzgröße entscheidend sein als die Frage, welche Beteiligungen und Windparkprojekte hinter den 13.000 Euro Finanzanlagen stehen und welche zukünftigen Erträge daraus entstehen können.
Genau diese Informationen liefert der vorliegende Jahresabschlussausschnitt nicht. Für eine fundierte Beurteilung wären daher insbesondere die Beteiligungsstruktur, die wirtschaftliche Entwicklung der zugrunde liegenden Projekte und der Konzernabschluss der wpd GmbH von Interesse.