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vending.works GmbH unter vorläufiger Insolvenzverwaltung – Frankfurter Gesellschaft gehört zur „my automat“-Unternehmensgruppe

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die vending.works GmbH aus Frankfurt am Main befindet sich seit dem 3. September 2026 unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat um 10:00 Uhr entsprechende Sicherungsmaßnahmen angeordnet.

Das Insolvenzantragsverfahren wird unter dem Aktenzeichen 810 IN 274/26 V-12- geführt. Geschäftsanschrift der Gesellschaft ist die Freiherr-vom-Stein-Straße 24–26, 60323 Frankfurt am Main. Die vending.works GmbH ist beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter HRB 122849 eingetragen.

Geschäftsführer ist Markus van de Weyer.

Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Julia Kappel-Gnirs aus Frankfurt am Main bestellt. Verfügungen der vending.works GmbH sind seit der gerichtlichen Anordnung nur noch mit ihrer Zustimmung wirksam.

Unternehmensgegenstand sagt zunächst wenig über die tatsächliche Tätigkeit aus

Der im Handelsregister eingetragene Unternehmensgegenstand der vending.works GmbH ist ausgesprochen knapp formuliert. Er lautet lediglich:

„Verwaltung eigenen Vermögens.“

Eine solche Formulierung lässt zunächst kaum erkennen, welche wirtschaftliche Funktion eine Gesellschaft tatsächlich innerhalb einer Unternehmensgruppe erfüllt.

Bei der vending.works GmbH ergibt sich jedoch aus ihrer Beteiligungsstruktur ein wesentlich deutlicheres Bild. Die Gesellschaft gehört zum Unternehmensumfeld der my automat group GmbH.

Diese hält nach aktuellen Unternehmensinformationen 100 Prozent der Anteile an der vending.works GmbH.

Damit ist die Frankfurter Gesellschaft Bestandteil einer Unternehmensgruppe, deren Geschäftsschwerpunkt im Bereich Verkaufsautomaten und automatisierter Warenverkauf liegt.

Ursprünglich als Vorratsgesellschaft gegründet

Die vending.works GmbH entstand nicht unmittelbar unter ihrem heutigen Namen.

Die Gesellschaft wurde am 29. April 2021 beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingetragen und firmierte zunächst als Platin 2114. GmbH.

Dabei handelte es sich um eine klassische Vorratsgesellschaft. Solche Gesellschaften werden zunächst ohne eigenes operatives Geschäft gegründet und anschließend an einen Erwerber übertragen, der sie für seine unternehmerischen Zwecke verwendet.

Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro.

Im Juni 2021 wurde die Vorratsgesellschaft übernommen und in vending.works GmbH umbenannt. Gleichzeitig wurde Markus van de Weyer zum Geschäftsführer bestellt.

Damit begann die eigentliche Unternehmensgeschichte der vending.works GmbH.

Verbindung zur my automat group

Besonders interessant ist die Beteiligungsstruktur.

Als alleinige Gesellschafterin der vending.works GmbH wird die my automat group GmbH geführt.

Die Unternehmensgruppe ist im sogenannten Vending-Geschäft tätig. Dabei geht es um den automatisierten Verkauf von Waren über Verkaufsautomaten beziehungsweise moderne Automatenlösungen.

Zur Unternehmensstruktur gehören neben der vending.works GmbH insbesondere auch die my automat operation GmbH und die my automat distribution GmbH.

Damit sind innerhalb der Gruppe verschiedene Gesellschaften für unterschiedliche Funktionen des Automatengeschäfts vorgesehen.

Während die vending.works GmbH laut Handelsregister formal lediglich eigenes Vermögen verwaltet, weisen die gesellschaftsrechtlichen Verbindungen darauf hin, dass sie innerhalb dieses Unternehmensverbundes eine Beteiligungs-, Vermögens- oder Strukturierungsfunktion übernommen hat.

Welche konkreten Vermögenswerte sich zuletzt in der vending.works GmbH befanden, lässt sich öffentlich allerdings nicht belastbar feststellen.

Verkaufsautomaten als Geschäftsmodell der Unternehmensgruppe

Das wirtschaftliche Umfeld der Gesellschaft ist auf automatisierte Verkaufslösungen ausgerichtet.

Das sogenannte Vending-Geschäft hat sich in den vergangenen Jahren deutlich über die klassischen Getränke- und Snackautomaten hinausentwickelt. Moderne Automaten können Lebensmittel, Getränke und zahlreiche andere Waren automatisiert und rund um die Uhr verkaufen.

Für Betreiber liegt der Vorteil insbesondere darin, Verkaufsstellen ohne dauerhaft anwesendes Verkaufspersonal betreiben zu können.

Die gesellschaftsrechtliche Struktur der my automat group trennt dabei unterschiedliche Aufgabenbereiche auf verschiedene Tochtergesellschaften.

Die my automat operation GmbH und die my automat distribution GmbH gehören ebenso vollständig zum Beteiligungsportfolio der Gruppe wie die nun insolvenzbetroffene vending.works GmbH.

Insolvenz betrifft zunächst ausschließlich vending.works GmbH

Wichtig ist die gesellschaftsrechtliche Abgrenzung.

Das am 3. September 2026 veröffentlichte Insolvenzantragsverfahren betrifft ausschließlich die vending.works GmbH.

Aus der vorläufigen Insolvenzverwaltung dieser Gesellschaft kann nicht automatisch geschlossen werden, dass auch die Muttergesellschaft my automat group GmbH oder deren weitere Tochtergesellschaften insolvent sind.

Jede GmbH ist eine rechtlich selbstständige Gesellschaft mit eigenem Vermögen und eigenen Verbindlichkeiten.

Gerade bei Unternehmensgruppen ist diese Unterscheidung wichtig. Die wirtschaftlichen Verbindungen können zwar erheblich sein, rechtlich muss jedoch für jede einzelne Gesellschaft geprüft werden, ob ein Insolvenzantrag gestellt wurde.

Keine öffentlich nachvollziehbaren Angaben zur Höhe der Schulden

Aus der aktuellen gerichtlichen Bekanntmachung geht nicht hervor, welche finanziellen Probleme zum Insolvenzantrag geführt haben.

Weder die Höhe der Verbindlichkeiten noch die Zahl der Gläubiger werden genannt.

Ebenso ist derzeit nicht öffentlich ersichtlich, welche konkreten Vermögenswerte von der vending.works GmbH gehalten werden und welchen Wert diese besitzen.

Gerade diese Frage dürfte im weiteren Verlauf von Bedeutung sein. Bei einer Gesellschaft, deren Unternehmensgegenstand ausschließlich in der Verwaltung eigenen Vermögens besteht, kommt es entscheidend darauf an, aus welchen Beteiligungen, Forderungen, Finanzmitteln oder sonstigen Vermögensgegenständen dieses Vermögen besteht.

Vorläufige Insolvenzverwalterin übernimmt Kontrolle

Mit Rechtsanwältin Julia Kappel-Gnirs hat das Amtsgericht Frankfurt am Main eine erfahrene Insolvenzrechtlerin zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt.

Die Gesellschaft darf seit dem 3. September 2026 um 10:00 Uhr nicht mehr uneingeschränkt über ihr Vermögen verfügen.

Verfügungen sind nur noch wirksam, wenn die vorläufige Insolvenzverwalterin zustimmt.

Diese Maßnahme soll verhindern, dass sich die Vermögenslage während der Prüfung des Insolvenzantrags zum Nachteil der Gläubiger verändert.

Zu den nächsten Aufgaben gehört insbesondere die Untersuchung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft. Dabei muss festgestellt werden, welches Vermögen vorhanden ist, welche Verbindlichkeiten bestehen und ob ausreichend Masse vorhanden ist, um die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens zu decken.

Reguläres Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet

Die Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung bedeutet ausdrücklich noch nicht, dass das Insolvenzverfahren bereits eröffnet wurde.

Die vending.works GmbH befindet sich derzeit im Insolvenzantragsverfahren.

Das Insolvenzgericht muss zunächst prüfen, ob ein Insolvenzgrund vorliegt und ob die Voraussetzungen für eine Verfahrenseröffnung erfüllt sind.

Erst danach wird entschieden, ob das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet wird, der Antrag beispielsweise mangels Masse abgewiesen werden muss oder sich das Verfahren auf andere Weise erledigt.

Besonders interessant dürfte dabei die Frage sein, welche wirtschaftliche Funktion die vending.works GmbH tatsächlich innerhalb der my automat group übernommen hat und welche Vermögenswerte beziehungsweise Beteiligungen ihr zuzurechnen sind.

Fest steht bislang: Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat am 3. September 2026 um 10:00 Uhr die vorläufige Verwaltung über das Vermögen der vending.works GmbH angeordnet.

Das Verfahren über die vending.works GmbH, Freiherr-vom-Stein-Straße 24–26, 60323 Frankfurt am Main, wird unter dem Aktenzeichen 810 IN 274/26 V-12- geführt.

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