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Trump verkündet Mega-Öl-Deal mit Venezuela: USA sichern sich Kontrolle über 65 Milliarden Barrel

flsoprani (CC0), Pixabay

US-Präsident Donald Trump hat ein außergewöhnliches Erdöl-Abkommen mit Venezuela verkündet. Nach seinen Angaben sichern sich die Vereinigten Staaten die Mehrheitskontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel nachgewiesener venezolanischer Ölreserven. Das entspricht ungefähr einem Fünftel der bekannten Erdölvorkommen des südamerikanischen Landes.

Trump bezeichnete die Vereinbarung als den „größten Öl-Deal der Weltgeschichte“. Der US-Präsident verbindet damit weitreichende Erwartungen: Die amerikanische Energiesicherheit soll gestärkt, die strategischen Ölreserven sollen aufgefüllt und langfristig sollen auch die Benzinpreise in den USA sinken.

Ob sich diese Versprechen tatsächlich erfüllen, ist allerdings noch offen. Die venezolanische Ölindustrie benötigt erhebliche Investitionen, und eine Ausweitung der Förderung dürfte nicht kurzfristig möglich sein.

Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel

Nach den bislang bekannt gewordenen Informationen umfasst das Abkommen 17 venezolanische Ölfelder mit einem nachgewiesenen Potenzial von insgesamt rund 65 Milliarden Barrel.

Trump erklärte, die USA hätten über eine Partnerschaft mit privaten Unternehmen eine Mehrheitsposition an diesen Reserven gesichert. Für die amerikanischen Steuerzahler solle daraus nach seiner Darstellung keine direkte finanzielle Belastung entstehen.

Reuters zufolge geht es nicht darum, dass die Vereinigten Staaten das venezolanische Erdöl unmittelbar kaufen. Vielmehr soll eine Beteiligungs- beziehungsweise Kontrollstruktur geschaffen werden, über die amerikanische und private Partner an der Erschließung und Förderung beteiligt werden.

Venezuela bestätigt Vereinbarung

Auch Venezuelas Übergangsregierung hat das Abkommen bestätigt.

Die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez erklärte, die Vereinbarung könne zur wirtschaftlichen Erholung Venezuelas beitragen. Ihre Regierung erwartet Investitionen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar in die venezolanische Ölindustrie.

Nach Angaben der Regierung in Caracas könnten daraus langfristig zudem Steuereinnahmen von mehr als 209 Milliarden Dollar entstehen.

Damit verfolgen beide Seiten unterschiedliche, aber miteinander verbundene Interessen: Washington will sich langfristig zusätzlichen Zugang zu großen Ölreserven sichern, während Caracas dringend Kapital benötigt, um seine jahrzehntelang geschwächte Ölindustrie wieder aufzubauen.

Neue Gesellschaft soll Ölfelder entwickeln

Nach Informationen der Associated Press soll eine neue private Gesellschaft entstehen, an der die USA gemeinsam mit einem bislang nicht öffentlich genannten Betreiber beteiligt werden.

Ein US-Regierungsvertreter erklärte, das Unternehmen solle langfristige Entwicklungsrechte für die betreffenden venezolanischen Ölfelder erhalten. Die Vereinbarung soll demnach Laufzeiten von bis zu 100 Jahren umfassen.

Details darüber, welche US-Konzerne konkret beteiligt sein werden und wie Gewinne, Investitionen und Fördermengen zwischen den Parteien verteilt werden, sind bislang allerdings nur teilweise bekannt.

Venezuela besitzt die größten Ölreserven der Welt

Die Größenordnung des Abkommens wird vor allem vor dem Hintergrund der venezolanischen Rohstoffreserven deutlich.

Venezuela verfügt über rund 300 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven und damit über die größten bekannten Erdölvorkommen der Welt.

Die jetzt von dem Abkommen erfassten rund 65 Milliarden Barrel entsprechen damit ungefähr einem Fünftel des gesamten venezolanischen Bestandes.

Ein großer Teil der Reserven befindet sich im Orinoco-Gürtel. Das dort vorhandene Schweröl ist allerdings technisch anspruchsvoller und kostenintensiver zu fördern und zu verarbeiten als leichtes Rohöl.

Trump verspricht niedrigere Benzinpreise

Für Trump steht insbesondere die Wirkung auf die amerikanischen Energiepreise im Mittelpunkt.

Der US-Präsident erklärte, der Deal werde die amerikanischen Ölreserven erheblich vergrößern und dazu beitragen, die Benzinpreise langfristig zu senken.

Diese Aussage ist zunächst eine politische Prognose.

Allein die Existenz großer Ölreserven führt noch nicht automatisch zu mehr verfügbarem Rohöl auf dem Weltmarkt. Entscheidend ist, wie schnell zusätzliche Förderkapazitäten aufgebaut werden können und wie hoch die dafür notwendigen Investitionen sind.

Reuters und die Associated Press verweisen darauf, dass erhebliche Teile der venezolanischen Ölinfrastruktur nach Jahren mangelnder Investitionen modernisiert werden müssen. Große US-Ölkonzerne haben sich deshalb in der Vergangenheit zurückhaltend gegenüber umfangreichen neuen Investitionen gezeigt.

Milliardeninvestitionen wären notwendig

Die venezolanische Ölindustrie gehörte früher zu den bedeutendsten der Welt. Jahrzehntelange wirtschaftliche Probleme, Sanktionen, mangelnde Investitionen und politische Konflikte führten jedoch zu einem erheblichen Produktionsrückgang.

Damit aus den nun unter das Abkommen fallenden Reserven tatsächlich zusätzliche Fördermengen entstehen, müssen unter anderem Bohranlagen, Pipelines, Raffinerien und Exportinfrastruktur modernisiert werden.

Deshalb dürfte es Jahre dauern, bis sich die Vereinbarung vollständig auf die venezolanische Fördermenge auswirkt.

Strategische Ölreserve der USA spielt wichtige Rolle

Der Deal besitzt für Washington außerdem eine strategische Dimension.

Die USA wollen einen Teil der zusätzlichen venezolanischen Ölversorgung nutzen, um ihre strategische Erdölreserve wieder aufzufüllen. Diese war zuletzt erheblich beansprucht worden.

Damit geht es bei dem Abkommen nicht allein um Benzinpreise, sondern auch um die langfristige Versorgungssicherheit der Vereinigten Staaten.

Historischer Kurswechsel zwischen Washington und Caracas

Politisch bedeutet die Vereinbarung eine grundlegende Veränderung im Verhältnis zwischen den USA und Venezuela.

Über viele Jahre waren die Beziehungen von Sanktionen, gegenseitigen Vorwürfen und Konflikten über die venezolanische Ölindustrie geprägt.

Nun setzt Washington verstärkt darauf, amerikanische Unternehmen wieder in die Förderung venezolanischen Erdöls einzubeziehen.

Für Venezuela wiederum eröffnet die Zusammenarbeit die Möglichkeit, dringend benötigtes ausländisches Kapital in den Energiesektor zu holen.

Rechtliche und wirtschaftliche Fragen bleiben

Trotz der großen Ankündigungen sind noch zahlreiche Punkte ungeklärt.

Dazu gehören die genaue rechtliche Konstruktion der Beteiligungen, die Rolle der venezolanischen Staatsgesellschaften, die beteiligten privaten Unternehmen und die Finanzierung der erforderlichen Milliardeninvestitionen.

Auch die langfristige politische Stabilität Venezuelas bleibt für internationale Ölkonzerne ein entscheidender Faktor.

Hinzu kommt, dass das venezolanische Ölrecht traditionell eine starke staatliche Kontrolle über die Energieressourcen vorsieht. Experten erwarten deshalb, dass die konkrete Umsetzung des außergewöhnlichen Abkommens juristisch und politisch genau geprüft wird.

„Größter Öl-Deal der Weltgeschichte“

Für Trump besitzt die Vereinbarung enorme politische Symbolkraft. Der Präsident stellt sie als einen der größten energiepolitischen Erfolge seiner Regierung dar.

Tatsächlich ist die Größenordnung außergewöhnlich: 65 Milliarden Barrel entsprechen einem gewaltigen Rohstoffvolumen und könnten die Position amerikanischer Unternehmen im globalen Ölgeschäft langfristig erheblich stärken.

Ob daraus allerdings tatsächlich dauerhaft niedrigere Benzinpreise in den USA entstehen, hängt von vielen Faktoren ab – von den Investitionen in Venezuela über die weltweite Nachfrage bis zur Entwicklung des globalen Ölpreises.

Fazit: Das Abkommen zwischen Washington und Caracas könnte die internationale Energiewirtschaft nachhaltig verändern. Die USA sichern sich nach den bislang bekannten Angaben eine Mehrheitsposition bei venezolanischen Reserven von rund 65 Milliarden Barrel. Für Venezuela könnte das Milliardeninvestitionen bedeuten, für Washington zusätzliche Energiesicherheit. Trumps Versprechen dauerhaft sinkender Spritpreise ist dagegen noch keine gesicherte Folge des Deals – dafür muss das Öl zunächst tatsächlich in deutlich größeren Mengen gefördert und auf den Markt gebracht werden.

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