Mehr als neun Tage nach der verheerenden Sturzflut in Nepal haben Rettungskräfte einen chinesischen Arbeiter lebend aus einem verschütteten Tunnel geborgen.
Der Mann befand sich nach Angaben der nepalesischen Armee in einem Tunnel des Wasserkraftprojekts Upper Trishuli-1. Auf Bildern der Armee ist zu sehen, wie der völlig erschöpfte und mit Schlamm bedeckte Mann von zwei Soldaten gestützt wird, nachdem er den Tunnel verlassen hat.
Bereits weitere Arbeiter lebend gerettet
Schon am Freitag waren zwei Arbeiter aus einem ebenfalls verschütteten Tunnel eines Wasserkraftwerks lebend gerettet worden.
Die Rettungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte könnten durch die Katastrophe am 26. August mindestens 900 Menschen in Tunneln eingeschlossen worden sein. Die Tunnel gehören zu insgesamt sechs Wasserkraftprojekten in der Region.
Frau aus verschüttetem Haus geborgen
Auch an einer anderen Stelle gelang den Helfern eine überraschende Rettung. In Betrawati wurde eine Frau in ihren Sechzigern lebend aus einem verschütteten Haus geborgen.
Sie wurde anschließend zur medizinischen Behandlung nach Kathmandu geflogen. Über ihren genauen Gesundheitszustand lagen zunächst keine weiteren Informationen vor.
Mehr als 1.300 Tote – Tausende Menschen vermisst
Ausgelöst wurde die Sturzflut durch den Einsturz eines Gletschers am Oberlauf des Flusses Trishuli. Gewaltige Wassermassen verwüsteten anschließend das Grenzgebiet zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet und zerstörten ganze Ortschaften.
Das Ausmaß der Katastrophe ist enorm: Inzwischen wurden mindestens 1.325 Todesopfer bestätigt. Mehr als 5.500 Menschen werden weiterhin vermisst.
Umso außergewöhnlicher ist die Rettung des chinesischen Arbeiters: Mehr als neun Tage nach der Katastrophe konnte er lebend aus dem verschütteten Tunnel geholt werden.