Die Windpark Kunnersdorf Beteiligungs GmbH beendete das Geschäftsjahr 2025 mit einer Bilanzsumme von rund 15.022 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 19.300 Euro. Damit schrumpfte die Bilanz um gut 22 Prozent.
Gleichzeitig veränderte sich die Zusammensetzung des Vermögens deutlich. Die Finanzanlagen erhöhten sich von 5.000 auf 8.500 Euro. Laut Jahresabschluss handelt es sich dabei um Beteiligungen, die zu Anschaffungskosten bewertet werden.
Welche konkrete Beteiligung hinter den zusätzlichen 3.500 Euro steht und ob die Aufstockung unmittelbar mit der weiteren Entwicklung des Windparks Kunnersdorf zusammenhängt, geht aus dem Abschluss nicht hervor.
Bankguthaben mehr als halbiert
Während die Beteiligungen zunahmen, sank die Liquidität kräftig. Ende 2024 lagen noch rund 14.300 Euro auf Bankkonten beziehungsweise in liquiden Mitteln. Ende 2025 waren es nur noch rund 6.522 Euro.
Damit gingen die verfügbaren Zahlungsmittel innerhalb eines Jahres um knapp 7.800 Euro beziehungsweise rund 54 Prozent zurück.
Aus den veröffentlichten Zahlen lässt sich allerdings nicht eindeutig bestimmen, wofür die Mittel verwendet wurden. Ein Teil der Veränderung fällt zeitlich mit dem Ausbau der Finanzanlagen zusammen, daneben entstanden weitere Aufwendungen.
Jahresverlust steigt auf rund 3.650 Euro
Auch beim Ergebnis zeigt sich eine Verschlechterung. Die Gesellschaft verbuchte 2025 einen Jahresfehlbetrag von 3.652 Euro. Im Vorjahr waren es 2.934 Euro.
Der Verlustvortrag beträgt inzwischen rund 7.802 Euro. Zusammen mit dem Fehlbetrag für 2025 summieren sich die bilanziell ausgewiesenen Verluste damit auf rund 11.454 Euro.
Das Eigenkapital sank entsprechend von rund 17.198 Euro auf 13.546 Euro. Das Stammkapital selbst blieb unverändert bei 25.000 Euro.
Trotz der Verluste ist das Unternehmen weiterhin überwiegend eigenfinanziert. Den 13.546 Euro Eigenkapital stehen lediglich rund 1.393 Euro Rückstellungen und knapp 84 Euro Verbindlichkeiten gegenüber.
Keine großen Windkraftanlagen in dieser Bilanz
Bemerkenswert ist erneut die Größenordnung der Gesellschaft. Wer angesichts des Namens „Windpark Kunnersdorf“ eine Bilanz mit Windenergieanlagen im Millionenwert erwartet, findet diese hier nicht.
Die Beteiligungsgesellschaft weist keine entsprechenden Sachanlagen aus. Das Anlagevermögen besteht ausschließlich aus Finanzanlagen von 8.500 Euro.
Das spricht dafür, die Gesellschaft in erster Linie als Beteiligungs- beziehungsweise Holdinggesellschaft innerhalb einer Projektstruktur zu betrachten. Über die tatsächlichen Investitionen in Windenergieanlagen lässt sich aus dieser Bilanz allein nichts sagen.
Gesellschaft gehört zum wpd-Konzern
Die Windpark Kunnersdorf Beteiligungs GmbH hat ihren Sitz in Bremen und wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen. Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.
Der Jahresabschluss wurde am 20. April 2026 festgestellt und am 21. August veröffentlicht.
Entscheidende Projektinformationen fehlen noch
Über den eigentlichen Windpark enthält der Abschluss keine näheren Angaben. Weder Zahl und Typ der geplanten Windenergieanlagen noch Gesamtleistung, Investitionsvolumen, Baufortschritt oder Termin einer möglichen Inbetriebnahme werden genannt.
Aus den Zahlen lässt sich deshalb vor allem die finanzielle Entwicklung der Beteiligungsgesellschaft ablesen: Die Beteiligungen wurden 2025 von 5.000 auf 8.500 Euro ausgebaut, während Liquidität und Eigenkapital zurückgingen und sich der Jahresverlust erhöhte.
Ob sich dahinter bereits konkrete Fortschritte beim Windpark Kunnersdorf verbergen, lässt sich anhand des veröffentlichten Jahresabschlusses nicht feststellen.