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USA verschärfen den wirtschaftlichen Druck auf Kuba weiter

MarioYorba (CC0), Pixabay

Die neuen US-Sanktionen vom 20. August 2026 sind Teil einer inzwischen deutlich breiteren Strategie der Trump-Regierung gegenüber Kuba. Betroffen sind nicht nur drei Funktionäre des staatlich getragenen Kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP), sondern neun staatliche Einrichtungen und Unternehmen aus Bauwirtschaft, Metallindustrie und Bergbau.

US-Außenminister Marco Rubio begründet die Maßnahmen unter anderem mit dem Vorwurf, das ICAP betreibe unter dem Deckmantel kultureller und internationaler Zusammenarbeit ein Netzwerk zur Einflussnahme gegen die USA. Die kubanische Regierung weist diese Darstellung zurück und sieht darin einen weiteren Versuch, die Wirtschaft des Landes gezielt zu schwächen.

Besonders empfindlich: Rohstoffe und Bauwirtschaft

Dass Washington nun Unternehmen aus Bergbau, Metallwirtschaft und Bauwesen ins Visier nimmt, ist wirtschaftlich relevant. Kuba verfügt unter anderem über bedeutende Nickel- und Kobaltvorkommen. Bereits im Frühjahr hatten die verschärften US-Maßnahmen Folgen für diesen Bereich: Der kanadische Bergbaukonzern Sherritt zog sich nach Jahrzehnten aus seinen kubanischen Nickel- und Kobaltaktivitäten zurück.

Damit wächst das Problem für Havanna, ausländisches Kapital, Technik und Geschäftspartner für die Modernisierung der Wirtschaft zu gewinnen.

Gleichzeitig verschärft sich die Energiekrise

Die Sanktionen treffen Kuba in einer ohnehin ausgesprochen schwierigen wirtschaftlichen Situation. Das Land leidet unter Treibstoffmangel und wiederkehrenden Stromausfällen. Anfang August brach das nationale Stromnetz erneut zusammen und ließ weite Teile der Insel ohne Elektrizität.

Bereits im Mai hatte der Treibstoffmangel zu besonders schweren Stromabschaltungen und Protesten in Havanna geführt. Reuters berichtete damals, dass Kuba Diesel und Heizöl ausgegangen seien und die US-Maßnahmen die Ölversorgung der Insel massiv beeinträchtigten.

Auch Transport und Versorgung geraten unter Druck

Ein weiterer Effekt zeigt sich im internationalen Warenverkehr. Die großen Reedereien Hapag-Lloyd und CMA CGM hatten nach einer früheren US-Anordnung Buchungen für Kuba ausgesetzt. Das ist für einen Inselstaat besonders problematisch, weil Kuba stark auf Importe von Lebensmitteln und anderen Gütern angewiesen ist.

Damit entsteht eine Wirkungskette:

Sanktionen → weniger Öl und internationale Geschäftspartner → Schwierigkeiten bei Transport und Produktion → Stromausfälle und geringere Wirtschaftsleistung → zusätzliche Versorgungsprobleme.

Washington argumentiert, der Druck richte sich gegen die kubanische Staatsführung und deren Aktivitäten. Havanna hält dagegen, dass die Maßnahmen in der Praxis die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen notwendigen Gütern beeinträchtigen.

Politisch deutet wenig auf Entspannung hin

Die neuen Sanktionen zeigen deshalb vor allem eines: Die USA gehen 2026 gegenüber Kuba wieder auf einen ausgesprochen harten Kurs. Die Maßnahmen vom 20. August sind keine isolierte Sanktion, sondern ergänzen bereits bestehende Beschränkungen bei Energie, Handel, Finanzbeziehungen und Einreise.

Für Kuba könnte das wirtschaftlich besonders kritisch werden, wenn gleichzeitig die Energieversorgung instabil bleibt und weitere internationale Unternehmen wegen des US-Sanktionsrisikos Geschäfte mit der Insel reduzieren. Der entscheidende Punkt der kommenden Monate dürfte daher sein, ob Havanna alternative Öl-, Finanzierungs- und Handelspartner findet oder sich die derzeitige Versorgungs- und Stromkrise weiter verschärft.

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