Nach schweren Überschwemmungen in Nepal werden mindestens 403 Menschen vermisst. Unter ihnen befinden sich zahlreiche ausländische Touristen, darunter auch Deutsche. Mindestens 98 Menschen kamen nach bisherigen Angaben ums Leben.
Besonders schwer betroffen ist das Rasuwa Tal in Zentralnepal nahe der Grenze zu Tibet. Gewaltige Mengen aus Wasser, Schlamm und Geröll schossen durch die Region und lösten Erdrutsche aus. Mehrere Siedlungen wurden weggespült, Häuser und Fahrzeuge mitgerissen. Auch Kraftwerke und Brücken wurden beschädigt.
Unter den Vermissten sollen sich 341 ausländische Staatsangehörige befinden. Neben Deutschen werden unter anderem Reisende aus Indien, Großbritannien, den USA und Südafrika vermisst. Wie viele Deutsche betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.
Die nepalesische Regierung erklärte die betroffene Region für zunächst drei Monate zum Katastrophengebiet. Die Armee unterstützt die Rettungsarbeiten mit Hubschraubern. Die Suche wird durch zerstörte Straßen, Brücken sowie große Mengen Schlamm und Geröll erschwert.
Noch ist unklar, wodurch die Katastrophe ausgelöst wurde. Wissenschaftler halten es für möglich, dass eine Eislawine einen Fluss blockierte und dadurch der Ausbruch eines Gletschersees ausgelöst wurde. Etwa zur gleichen Zeit soll es auf tibetischer Seite ein Erdbeben gegeben haben.
Ob zwischen diesen Ereignissen und der gewaltigen Sturzflut tatsächlich ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht geklärt.