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E-Auto-Förderung neu denken: Verbraucherzentralen wollen Zuschüsse vor allem für günstige Modelle

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Die Elektromobilität soll in Deutschland weiter vorankommen – doch für viele Verbraucher bleibt vor allem der Anschaffungspreis eines Elektroautos eine entscheidende Hürde. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb eine gezieltere staatliche Unterstützung beim Kauf von E-Fahrzeugen.

Nach Vorstellung des Verbraucherzentrale Bundesverbands sollten Förderprogramme künftig stärker darauf ausgerichtet werden, preiswerte Elektroautos attraktiver zu machen. Entscheidend sei, dass Elektromobilität nicht hauptsächlich für Haushalte interessant ist, die sich ohnehin ein hochpreisiges Neufahrzeug leisten können.

Ramona Pop, Vorständin des Bundesverbands, spricht sich deshalb dafür aus, die Förderung an den Preis des jeweiligen Autos zu koppeln.

Förderung nur bis zu einer bestimmten Preisgrenze

Kern der Forderung ist eine Obergrenze: Einen staatlichen Zuschuss soll es nur für Elektroautos geben, deren Listenpreis einen bestimmten Betrag nicht überschreitet.

Damit würden öffentliche Fördergelder gezielter in Fahrzeuge fließen, die auch für eine größere Zahl von Verbrauchern grundsätzlich erreichbar sind.

Ein solches Modell könnte zugleich einen Anreiz für die Autohersteller schaffen, mehr günstigere Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Statt immer größerer, leistungsstärkerer und entsprechend teurer Modelle könnten kompakte und effiziente Fahrzeuge stärker in den Mittelpunkt rücken.

E-Mobilität darf keine Frage des Einkommens werden

Hinter der Forderung steht ein soziales Problem der Verkehrswende. Wer ein geringeres Einkommen hat, kann häufig nicht ohne Weiteres mehrere Zehntausend Euro für ein neues Fahrzeug ausgeben.

Selbst wenn ein Elektroauto langfristig niedrigere laufende Kosten bieten kann, muss zunächst der Kaufpreis finanziert werden. Genau diese Einstiegshürde soll eine gezieltere Förderung reduzieren.

Die staatliche Unterstützung sollte deshalb nach Ansicht der Verbraucherschützer dort ansetzen, wo sie für die Kaufentscheidung tatsächlich einen Unterschied machen kann.

Günstige Neuwagen werden später zu günstigen Gebrauchten

Die Verbraucherzentralen schauen dabei nicht nur auf den Neuwagenmarkt.

Eine stärkere Förderung preiswerter Modelle könnte langfristig auch den Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos verändern. Denn die Elektrofahrzeuge, die heute neu gekauft werden, gelangen nach einigen Jahren als Gebrauchtwagen wieder auf den Markt.

Werden heute überwiegend teure Fahrzeuge zugelassen, bleiben entsprechend auch viele gebrauchte Elektroautos vergleichsweise hochpreisig. Kommen dagegen mehr günstige Modelle in den Bestand, könnte sich mit zeitlicher Verzögerung ein breiteres Angebot bezahlbarer gebrauchter E-Autos entwickeln.

Pop sieht darin einen wesentlichen Vorteil: Eine auf günstigere und effizientere Modelle konzentrierte Förderung könne langfristig dafür sorgen, dass mehr bezahlbare Elektrofahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt verfügbar sind.

Auch Effizienz soll stärker zählen

Neben dem Preis spielt aus Sicht der Verbraucherschützer auch die Effizienz eine Rolle.

Elektromobilität bedeutet schließlich nicht automatisch, dass jedes Fahrzeug unabhängig von Größe, Gewicht und Energieverbrauch gleichermaßen sinnvoll gefördert werden sollte.

Eine gezieltere Förderung könnte deshalb auch dazu beitragen, kleinere und sparsamere Fahrzeuge wirtschaftlich attraktiver zu machen.

Damit würde staatliche Unterstützung nicht allein den Wechsel des Antriebs fördern, sondern zugleich Anreize für einen effizienteren Einsatz von Energie setzen.

Die entscheidende Frage: Wer profitiert von der Förderung?

Die Debatte berührt damit eine grundsätzliche Frage staatlicher Kaufprämien: Soll der Staat jeden Kauf eines Elektroautos unterstützen – oder vor allem jene Fahrzeuge und Käufer, bei denen die Förderung tatsächlich notwendig ist?

Die Verbraucherzentralen positionieren sich klar für eine stärkere soziale und preisliche Ausrichtung.

Eine Begrenzung anhand des Listenpreises könnte verhindern, dass Steuergeld für besonders kostspielige Fahrzeuge eingesetzt wird. Gleichzeitig könnten Hersteller einen zusätzlichen wirtschaftlichen Grund erhalten, erschwinglichere Modelle anzubieten.

Ob und in welcher Form eine solche Preisgrenze tatsächlich Bestandteil künftiger Förderprogramme wird, bleibt offen.

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