Die Windpark Holtgast Repowering Beteiligungs GmbH mit Sitz in Bremen hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer deutlich größeren Bilanz abgeschlossen. Die Bilanzsumme stieg von 9.607,54 Euro auf 18.029,56 Euro und damit um rund 87,7 Prozent.
Trotz dieses kräftigen prozentualen Anstiegs handelt es sich weiterhin um eine Gesellschaft mit einer sehr kleinen Bilanz. Das passt zu ihrer Funktion als Beteiligungsgesellschaft: Das Unternehmen hält Finanzanlagen und gehört zum Konzern der Bremer wpd GmbH.
Finanzanlagen steigen auf 11.000 Euro
Das Anlagevermögen bestand zum Jahresende ausschließlich aus Finanzanlagen. Diese erhöhten sich von 5.000 Euro im Vorjahr auf 11.000 Euro zum 31. Dezember 2025.
Damit stiegen die bilanzierten Beteiligungswerte innerhalb eines Jahres um 6.000 Euro beziehungsweise 120 Prozent.
Nach Angaben im Anhang handelt es sich bei den Finanzanlagen um Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert. Sollte ihr Wert dauerhaft niedriger sein, ist eine entsprechende Wertminderung zu berücksichtigen.
Die Zunahme der Finanzanlagen deutet darauf hin, dass die Gesellschaft ihre Beteiligungsposition im Geschäftsjahr ausgeweitet oder zusätzliche Mittel in verbundene Unternehmen investiert hat.
Bankguthaben nimmt ebenfalls zu
Neben dem Anlagevermögen verfügt die Gesellschaft über liquide Mittel.
Der Kassenbestand beziehungsweise das Guthaben bei Kreditinstituten erhöhte sich von 4.607,54 Euro auf 7.029,56 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 2.422 Euro oder knapp 53 Prozent.
Weitere Positionen im Umlaufvermögen werden nicht ausgewiesen. Forderungen gegenüber Kunden oder verbundenen Unternehmen tauchen in der Bilanz nicht auf.
Damit besteht das gesamte Vermögen der Gesellschaft im Wesentlichen aus zwei Positionen: den Finanzanlagen von 11.000 Euro und den liquiden Mitteln von gut 7.000 Euro.
Eigenkapital steigt auf mehr als 16.000 Euro
Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital deutlich.
Zum Jahresende 2025 wurden 16.335,81 Euro ausgewiesen. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 7.877,54 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 8.458 Euro und damit einer Steigerung von mehr als 100 Prozent.
Der wesentliche Grund dafür liegt allerdings nicht in einem Gewinn. Im Gegenteil: Die Gesellschaft schrieb erneut rote Zahlen.
Entscheidend war vielmehr die Veränderung beim eingeforderten Kapital.
Ausstehende Einlage offenbar vollständig eingezahlt
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt unverändert 25.000 Euro.
Ende 2024 waren davon jedoch noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen ausgewiesen. Entsprechend betrug das eingeforderte Kapital damals lediglich 12.500 Euro.
Zum 31. Dezember 2025 wird dagegen das gesamte gezeichnete Kapital von 25.000 Euro als eingefordert ausgewiesen. Eine nicht eingeforderte Einlage besteht nicht mehr.
Damit hat sich die Eigenkapitalbasis der Gesellschaft erheblich verbreitert.
Dass das Eigenkapital trotz des Jahresverlustes deutlich gestiegen ist, lässt sich damit erklären: Die zusätzliche Kapitalzuführung von 12.500 Euro war deutlich größer als der im Geschäftsjahr entstandene Verlust.
Jahresfehlbetrag verdoppelt sich nahezu
Operativ beziehungsweise auf Ergebnisebene verlief das Jahr allerdings schwächer.
Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von 2.021 Euro im Jahr 2024 auf 4.041,73 Euro im Jahr 2025.
Damit hat sich der Verlust innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt.
Zusätzlich besteht ein Verlustvortrag aus früheren Geschäftsjahren. Dieser erhöhte sich von 2.601,46 Euro auf 4.622,46 Euro.
Zusammengenommen belasten der Verlustvortrag und der neue Jahresfehlbetrag das Eigenkapital mit insgesamt rund 8.664 Euro.
Ein Bilanzgewinn ist entsprechend nicht vorhanden.
Hohe Eigenkapitalquote trotz Verlusten
Trotz der wiederkehrenden Fehlbeträge ist die Gesellschaft bilanziell sehr stark mit Eigenkapital finanziert.
Bei einer Bilanzsumme von 18.029,56 Euro und einem Eigenkapital von 16.335,81 Euro ergibt sich zum Jahresende 2025 eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund 90,6 Prozent.
Im Vorjahr hatte sie bei etwa 82 Prozent gelegen.
Das Unternehmen finanziert seine Vermögenswerte damit nahezu vollständig aus Eigenmitteln. Fremdkapital spielt nur eine geringe Rolle.
Verbindlichkeiten bleiben minimal
Die Verbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf lediglich 200 Euro und blieben damit gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Nach Angaben im Anhang haben sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
Langfristige Bankschulden oder sonstige größere Finanzierungsverpflichtungen werden in der Bilanz nicht ausgewiesen.
Auch dies unterscheidet die Beteiligungsgesellschaft deutlich von klassischen Windpark-Betreibergesellschaften, die aufgrund der hohen Investitionskosten für Windenergieanlagen häufig über erhebliche langfristige Finanzverbindlichkeiten verfügen.
Rückstellungen nahezu unverändert
Die Rückstellungen gingen geringfügig zurück.
Ende 2024 waren 1.530 Euro ausgewiesen worden. Zum Jahresende 2025 waren es noch 1.493,75 Euro.
Die Veränderung ist mit rund 36 Euro gering.
Nach Angaben der Gesellschaft berücksichtigen die Rückstellungen sämtliche erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt auf Grundlage einer vorsichtigen kaufmännischen Beurteilung.
Eine reine Beteiligungsstruktur
Die Bilanz verdeutlicht, dass es sich bei der Windpark Holtgast Repowering Beteiligungs GmbH nicht um eine typische operative Windparkgesellschaft mit Millionenvermögen in Windenergieanlagen handelt.
Stattdessen besteht das Anlagevermögen ausschließlich aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen.
Der Name deutet darauf hin, dass die Gesellschaft im Zusammenhang mit einem Repowering-Projekt in Holtgast steht. Aus dem vorliegenden Jahresabschluss allein lassen sich jedoch keine näheren Angaben zum konkreten Projektumfang, zur Zahl möglicher Windenergieanlagen oder zu Investitionsvolumina ableiten.
Die Gesellschaft selbst weist jedenfalls keine eigenen Windkraftanlagen als Sachanlagevermögen aus.
Gesellschaft gehört zum wpd-Konzern
Die Windpark Holtgast Repowering Beteiligungs GmbH ist Teil des wpd-Konzerns.
Nach Angaben im Anhang wird die Gesellschaft in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen.
wpd ist als Unternehmensgruppe im Bereich erneuerbare Energien tätig. Die Konzernzugehörigkeit zeigt, dass die kleine Beteiligungsgesellschaft innerhalb einer deutlich größeren Unternehmensstruktur angesiedelt ist.
Die Konzernabschlüsse der wpd GmbH werden nach Angaben der Gesellschaft im Unternehmensregister offengelegt.
Geschäftsführung durch Dr. Gernot Blanke
Geführt wurde das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 von Dr. Gernot Blanke.
Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Bremen unter der Handelsregisternummer HRB 39608 HB eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 in Bremen unterzeichnet. Festgestellt wurde er am 20. April 2026.
Die Gesellschaft erfüllt nach eigenen Angaben die Kriterien einer kleinen Kapitalgesellschaft im Sinne des Handelsgesetzbuches.
Mehr Kapital, aber weiterhin Verluste
Der Jahresabschluss 2025 zeigt damit ein zweigeteiltes Bild.
Auf der einen Seite steht eine deutlich verbesserte Kapitalausstattung. Das vollständig eingeforderte Stammkapital führte dazu, dass das Eigenkapital auf mehr als 16.000 Euro stieg. Gleichzeitig erhöhten sich sowohl die Finanzanlagen als auch die liquiden Mittel.
Auf der anderen Seite hat sich der Jahresverlust fast verdoppelt. Zusammen mit den bereits bestehenden Verlustvorträgen sind inzwischen mehr als 8.600 Euro des Stammkapitals durch aufgelaufene Verluste aufgezehrt.
Für eine abschließende Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung fehlen allerdings weitere Informationen. Insbesondere enthält der veröffentlichte Ausschnitt keine Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben zu Erträgen, Kosten oder möglichen Beteiligungserträgen.