Die Windpark Oldenswort-Moordeich GmbH & Co. KG hat ihre Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2025 erheblich ausgeweitet. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Sachanlagevermögen, das innerhalb eines Jahres von rund 7,14 Millionen Euro auf 21,10 Millionen Euro gestiegen ist. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 14 Millionen Euro beziehungsweise rund 196 Prozent. Die Zahlen sprechen damit für eine umfangreiche Investitions- beziehungsweise Ausbauphase des Windparks. Welche konkreten Anlagen errichtet oder erworben wurden, geht aus dem veröffentlichten Jahresabschluss allerdings nicht hervor.
Infolge der Investitionen hat sich auch die Bilanzsumme mehr als verdoppelt. Sie erhöhte sich von 11,58 Millionen Euro Ende 2024 auf 27,53 Millionen Euro Ende 2025. Das entspricht einem Anstieg um knapp 16 Millionen Euro beziehungsweise rund 138 Prozent. Das Anlagevermögen erreichte insgesamt 21,62 Millionen Euro und macht damit inzwischen rund 79 Prozent der Bilanzsumme aus. Neben den Sachanlagen hält die Gesellschaft unverändert Finanzanlagen im Wert von rund 519.500 Euro.
Finanziert wurde der starke Vermögensaufbau vor allem durch zusätzliches Fremdkapital. Die Verbindlichkeiten stiegen von 8,16 Millionen Euro auf 24,38 Millionen Euro und haben sich damit innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht. Besonders auffällig ist die Entwicklung der langfristigen Verpflichtungen: Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erhöhten sich von rund 5,05 Millionen Euro auf 22,45 Millionen Euro. Laut Anhang entspricht dieser Betrag zugleich den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Damit ist ein wesentlicher Teil der neuen Finanzierung langfristig angelegt.
Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft nach eigenen Angaben trotz der hohen Fremdfinanzierung keine entsprechenden Sicherheiten gestellt hat. Im Anhang heißt es, die Verbindlichkeiten seien – abgesehen von den üblichen Eigentumsvorbehalten – unbesichert. Gerade angesichts langfristiger Verpflichtungen von mehr als 22 Millionen Euro ist dies eine auffällige Bilanzangabe.
Während die langfristige Verschuldung stark zunahm, entwickelten sich die kurzfristigen Verpflichtungen in die andere Richtung. Die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 3,11 Millionen Euro auf 1,93 Millionen Euro. Damit verschiebt sich die Finanzierungsstruktur deutlich in Richtung langfristiger Finanzierung. Dies kann bei langfristig genutzten Windenergieanlagen grundsätzlich zu einer besseren Übereinstimmung zwischen Nutzungsdauer der Investitionen und Laufzeit ihrer Finanzierung führen.
Das Eigenkapital blieb unverändert bei 2,8 Millionen Euro. Einen Bilanzgewinn oder Bilanzverlust weist die Gesellschaft nicht aus. Durch die stark gestiegene Bilanzsumme ist die rechnerische Eigenkapitalquote allerdings erheblich gesunken: Ende 2024 lag sie noch bei rund 24,2 Prozent, Ende 2025 nur noch bei etwa 10,2 Prozent. Der Ausbau des Windparks ist somit in hohem Maße fremdfinanziert worden. Auf jeden Euro Eigenkapital entfallen inzwischen rund 8,7 Euro Verbindlichkeiten.
Auch die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern haben sich verändert. Sie gingen von rund 2,09 Millionen Euro auf knapp 898.000 Euro zurück. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten von insgesamt 1,78 Millionen Euro sind außerdem rund 258.000 Euro gegenüber Unternehmen enthalten, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Auf der Aktivseite bestehen gegenüber solchen Unternehmen Forderungen von rund 189.500 Euro.
Die Liquiditätsposition entwickelte sich trotz der hohen Investitionen leicht positiv. Die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich von 1,44 Millionen Euro auf 1,70 Millionen Euro. Gleichzeitig gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von 1,77 Millionen auf 1,35 Millionen Euro zurück. Insgesamt verringerte sich das Umlaufvermögen deshalb leicht von 3,21 Millionen auf 3,05 Millionen Euro.
Eine weitere erhebliche Veränderung zeigt sich bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten. Diese stiegen von rund 718.000 Euro auf 2,87 Millionen Euro und haben sich damit nahezu vervierfacht. Darin enthalten ist ein Disagio von rund 56.300 Euro. Welche weiteren Sachverhalte hinter dem starken Anstieg der Rechnungsabgrenzung stehen, erläutert der vorliegende Anhang nicht näher. Angesichts des Volumens von fast 2,9 Millionen Euro handelt es sich jedoch um einen bedeutenden Bilanzposten.
Die Rückstellungen gingen dagegen deutlich zurück. Ende 2025 standen noch rund 353.000 Euro in der Bilanz, verglichen mit 625.000 Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um rund 44 Prozent. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Rückstellungen enthält der veröffentlichte Abschluss nicht.
Über die operative Ertragslage des Windparks lässt sich anhand der vorliegenden Veröffentlichung nur wenig sagen. Zwar enthält der Abschluss einen Abschnitt „Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung“, konkrete Angaben zu Umsatz, Stromerlösen, Betriebskosten, Abschreibungen oder Jahresergebnis werden dort jedoch nicht ausgewiesen. Auch ein Bilanzgewinn oder -verlust wird nicht ausgewiesen. Aus den veröffentlichten Zahlen kann deshalb nicht beurteilt werden, wie profitabel der Windpark 2025 gearbeitet hat oder welche Erträge aus den erheblichen neuen Investitionen bereits erzielt wurden.
Insgesamt steht der Jahresabschluss 2025 damit vor allem im Zeichen eines massiven Ausbaus der Vermögens- und Finanzierungsbasis. Das Sachanlagevermögen ist um fast 14 Millionen Euro gewachsen, während die langfristigen Verbindlichkeiten um rund 17,4 Millionen Euro zunahmen. Die Bilanzsumme erreichte 27,53 Millionen Euro und ist damit fast zweieinhalbmal so hoch wie ein Jahr zuvor. Gleichzeitig blieb das Eigenkapital unverändert, wodurch die Eigenkapitalquote auf rund zehn Prozent zurückging.
Für die weitere Entwicklung wird daher insbesondere entscheidend sein, ob die stark ausgeweitete Anlagenbasis entsprechende zusätzliche Stromerlöse und operative Überschüsse generiert. Der Abschluss zeigt bereits sehr deutlich die Investitions- und Finanzierungsphase, liefert aber noch keine ausreichenden Ergebnisdaten, um den wirtschaftlichen Erfolg dieser Expansion zu beurteilen.
Die Gesellschaft beschäftigt nach eigenen Angaben keine Arbeitnehmer. Geschäftsführer ist Stephan Haack. Der Jahresabschluss wurde am 22. Juni 2026 festgestellt und am 13. August 2026 veröffentlicht.