Die Alterric Windpark GmbH & Co. Passat III KG hat das Geschäftsjahr 2024 mit einer spürbaren Verschlechterung ihrer Vermögenslage abgeschlossen. Zwar wurden Verbindlichkeiten erheblich reduziert, gleichzeitig musste die Gesellschaft jedoch einen Verlust von rund 514.000 Euro verkraften. Das Eigenkapital schrumpfte dadurch um mehr als 20 Prozent. Für Anleger ergibt sich ein gemischtes Bild: Positiven Entwicklungen bei der Entschuldung stehen ein deutlicher Vermögensabbau und sinkende Liquidität gegenüber.
Eigenkapital bricht deutlich ein
Am auffälligsten ist der Rückgang des Eigenkapitals. Während Ende 2023 noch 2,5 Millionen Euro ausgewiesen wurden, stehen zum Jahresende 2024 nur noch 1,99 Millionen Euro in der Bilanz. Ursache ist ein Verlustanteil von 513.963 Euro, der direkt zulasten der Kommanditisten verbucht wurde.
Aus Sicht des Anlegerschutzes ist dies ein Warnsignal. Zwar bleibt die Eigenkapitalbasis weiterhin solide, dennoch zeigt sich, dass das Projekt wirtschaftlich keineswegs frei von Risiken ist.
Bilanzsumme sinkt um fast 1,8 Millionen Euro
Auch die Bilanzsumme verringerte sich deutlich – von 5,08 Millionen Euro auf 3,29 Millionen Euro. Besonders auffällig ist dabei der Rückgang der Forderungen von rund 4,09 Millionen Euro auf 2,83 Millionen Euro.
Gleichzeitig verschwanden die Bankguthaben nahezu vollständig. Während Ende 2023 noch 176.258 Euro auf Konten lagen, weist die Bilanz zum Jahresende 2024 keinen Kassenbestand mehr aus.
Verbindlichkeiten stark reduziert
Positiv fällt dagegen der deutliche Schuldenabbau auf. Die Verbindlichkeiten sanken innerhalb eines Jahres von 1,56 Millionen Euro auf lediglich 345.745 Euro.
Auch die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen massiv zurück. Sie reduzierten sich von über eine Million Euro auf lediglich 1.250 Euro. Das spricht dafür, dass konzerninterne Verpflichtungen weitgehend abgebaut wurden.
Finanzanlagen vollständig verschwunden
Bemerkenswert ist außerdem, dass die bislang ausgewiesenen Finanzanlagen in Höhe von 710.000 Euro vollständig aus der Bilanz verschwunden sind. Stattdessen weist das Unternehmen nun Sachanlagen von rund 264.000 Euro aus.
Aus dem veröffentlichten Abschluss geht allerdings nicht hervor, welche konkreten Vermögenswerte veräußert oder umgeschichtet wurden. Für außenstehende Anleger bleibt damit offen, welche wirtschaftlichen Hintergründe hinter dieser Veränderung stehen.
Weiterhin langfristige Verpflichtungen
Trotz der gesunkenen Schulden bestehen weiterhin erhebliche langfristige Verpflichtungen. Im Anhang werden laufende Verträge über insgesamt rund 683.000 Euro genannt. Darunter fallen insbesondere:
- Nutzungsverträge bis 2032,
- Wartungsverträge für Windenergieanlagen,
- kaufmännische und technische Betriebsführung.
Diese Verpflichtungen müssen auch künftig aus den laufenden Erträgen finanziert werden.
Cash-Pooling erhöht Konzernabhängigkeit
Wie zahlreiche Gesellschaften der Alterric-Gruppe ist auch die Passat III KG in das konzerninterne Cash-Pooling eingebunden. Forderungen und Zahlungsströme laufen damit teilweise über andere Konzerngesellschaften.
Dieses Modell ist innerhalb von Unternehmensgruppen üblich. Aus Sicht des Anlegerschutzes bedeutet es jedoch eine stärkere wirtschaftliche Verflechtung mit der Muttergesellschaft, wodurch die finanzielle Situation einzelner Projektgesellschaften für Außenstehende schwerer nachvollziehbar wird.
Kritische Einordnung für Anleger
Der Jahresabschluss zeigt ein zweigeteiltes Bild. Positiv ist der deutliche Rückgang der Verbindlichkeiten, wodurch die Gesellschaft ihre Verschuldung erheblich reduzieren konnte. Gleichzeitig belasten jedoch ein erheblicher Jahresverlust, der Rückgang des Eigenkapitals sowie das nahezu vollständig aufgezehrte Bankguthaben die wirtschaftliche Entwicklung.
Hinzu kommt, dass wesentliche Veränderungen – etwa das vollständige Verschwinden der Finanzanlagen – im veröffentlichten Abschluss nicht näher erläutert werden. Für Anleger erschwert dies die Beurteilung der tatsächlichen Vermögenslage.
Ein unmittelbares Krisensignal ergibt sich daraus zwar nicht. Dennoch zeigt der Abschluss, dass auch Windparkgesellschaften wirtschaftlichen Schwankungen unterliegen und selbst bei einem etablierten Betreiber wie Alterric eine sorgfältige Analyse der Jahresabschlüsse unverzichtbar bleibt. Insbesondere Investoren sollten neben den ausgewiesenen Gewinnen oder Verlusten auch die Entwicklung von Eigenkapital, Liquidität und langfristigen Verpflichtungen im Blick behalten.