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A&M Experts Momentum World – Hohe Rendite mit aktivem Momentum-Ansatz und erhöhtem Risiko

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des A&M Experts Momentum World zeigt ein insgesamt sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Aus Sicht eines Anlegers überzeugt der Fonds vor allem durch seine außergewöhnlich hohe Wertentwicklung von +33,48 % innerhalb eines Jahres und die konsequente Umsetzung einer aktiven Momentum-Strategie. Gleichzeitig weist der Bericht jedoch auf mehrere Risiken und Kosten hin, die bei einer Investitionsentscheidung berücksichtigt werden sollten.

Positive Aspekte

Der Fonds konnte seinen Anteilwert von 95,88 EUR auf 127,98 EUR steigern. Gleichzeitig erhöhte sich das Fondsvermögen von 2,34 Mio. EUR auf 2,82 Mio. EUR, was trotz zwischenzeitlicher Mittelabflüsse auf eine starke Performance des Portfolios zurückzuführen ist.

Besonders positiv ist die klare Investmentstrategie. Investiert wird ausschließlich in Aktien sowie in geringem Umfang in ETFs. Auf Derivate und Anleihen wurde vollständig verzichtet. Dadurch bleibt das Portfolio transparent und nachvollziehbar. Der Schwerpunkt lag auf internationalen Technologie- und Infrastrukturunternehmen, insbesondere aus den USA, die wesentlich zur hohen Rendite beitrugen. Auch Goldminenaktien leisteten zeitweise einen positiven Beitrag.

Ein weiterer Pluspunkt ist das aktive Risikomanagement. Durch eine Momentum-Strategie mit Stop-Loss-Systematik wird versucht, Verluste frühzeitig zu begrenzen und Gewinnerpositionen länger laufen zu lassen. Gleichzeitig bleibt das Portfolio mit maximal 25 Positionen konzentriert und flexibel steuerbar.

Kritische Punkte

Trotz der hohen Performance sollten Anleger einige Aspekte kritisch bewerten.

Mit einer Total Expense Ratio (TER) von 2,16 % und einer zusätzlichen Performance Fee von 2,34 % gehört der Fonds zu den kostenintensiveren aktiv gemanagten Aktienfonds. Langfristig können diese Gebühren die Nettorendite deutlich reduzieren.

Außerdem fällt die hohe Liquiditätsquote von 31,5 % auf. Rund ein Drittel des Fondsvermögens wurde zum Bilanzstichtag als Bankguthaben gehalten. Dies reduziert zwar kurzfristig das Marktrisiko, kann jedoch in steigenden Aktienmärkten zu einer geringeren Rendite führen.

Der Fonds weist zudem eine starke Konzentration auf Technologie- und Halbleiterunternehmen auf. Titel wie Applied Materials, ASML, KLA, Lam Research oder Vertiv zeigen eine deutliche Branchenfokussierung. Dadurch besteht ein erhöhtes Klumpenrisiko, falls der Technologiesektor schwächer performt.

Risikobewertung

Der Fonds eignet sich vor allem für Anleger mit einer höheren Risikobereitschaft.

Zu den wesentlichen Risiken gehören:

hohe Schwankungen an den Aktienmärkten,
Währungsrisiken durch den hohen US-Dollar-Anteil,
geopolitische Unsicherheiten (Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt, Handelskonflikte),
Abhängigkeit vom Momentum-Investmentstil.

Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass ausschließlich liquide Standardwerte gehalten werden und somit grundsätzlich keine wesentlichen Liquiditätsrisiken bestehen.

Gesamturteil aus Anlegersicht

Der A&M Experts Momentum World präsentiert sich als offensiv ausgerichteter Aktienfonds mit einer überzeugenden Jahresperformance und einer klar strukturierten Momentum-Strategie. Das Fondsmanagement hat im Berichtsjahr bewiesen, dass es Markttrends erfolgreich nutzen konnte.

Dem stehen jedoch vergleichsweise hohe laufende Kosten sowie eine starke Konzentration auf den Technologiesektor gegenüber. Für sicherheitsorientierte Anleger ist der Fonds daher weniger geeignet. Für langfristig orientierte Anleger mit einer hohen Risikotoleranz und dem Ziel eines überdurchschnittlichen Kapitalwachstums kann der Fonds dagegen eine interessante Beimischung im Depot darstellen.

Fazit: Der Fonds überzeugt durch seine hohe Rendite und ein aktives Management, verlangt Anlegern jedoch die Bereitschaft ab, deutliche Kursschwankungen sowie höhere Kosten in Kauf zu nehmen.

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  1. An utoro: Als Fondsberater des A&M Experts Momentum World möchte ich Ihre Analyse um folgende Hinweise ergänzen:

    Kassenquote: Die von Ihnen zitierte Kassenquote ist eine Momentaufnahme. Stand heute (27.06.2026) sind es noch 15,5%, Tendenz sinkend. Grund: Wir sind ein Long-only-Fonds, d.h. immer 100% in Aktien investiert. Die derzeitige Kassenquote resultiert aus Mittelzuflüssen, die in den kommenden Tagen in Aktien umgewandelt werden. Es gibt vier Szenarien, in denen unsere Kassenquote von 0% abweicht:

    1. Mittelzuflüsse: Die Kassenquote liegt nur vorübergehend über 0%, denn die Mittelzuflüsse werden innerhalb von 1-3 Börsentagen in Aktien umgeschichtet, falls der Investmentprozess Kaufkandidaten identifiziert. Dazu unter 4.) mehr.

    2. Mittelabflüsse: Auch dann liegt die Kassenquote nur vorübergehend über 0%, denn die Barmittel fließen umgehend ab.

    3. Stop-/Loss-Systematik: Im Rahmen des Risikomanagements wird zur Begrenzung von Drawndowns eine regelbasierte Stop-/Loss-Systematik eingesetzt. Verlieren Aktien an Wert und geraten unter die Stop-/Loss-Marke, werden sie automatisch verkauft. Liefert unser Investmentprozess Kaufkandidaten, ist die durch die Verkäufe entstandenen Kassenquote nur vorrübergehend, also 1 -3 Tage (s. 4.).

    4. Der Investmentprozess liefert keine Kaufkandidaten und bestehende Aktien werden ausgestoppt. In diesem Szenario kann die Dauer einer Kassenquote über 0% nicht vorhergesagt werden.
    Wir arbeiten mit einem strikt regelbasierten, also prognosefreien, Momentum-Investmentprozess. Dieses Regelwerk identifiziert Kaufkandidaten. Findet das Regelwerk keine Kaufkanditen (so geschehen in 2025 während der Zollwirren von Trump und 2026 mit dem Beginn des Iran-Krieges) kann es sein, dass die Kassenquote bis auf 100% ansteigt, wenn andererseits die Stop-/Loss-Marken (sog. Trailing-Stops). ausgelöst wurden. Die regelbasierte Stop-/Loss-Systematik ist Teil unseres Risikomanagements zur Begrenzung der Drawdowns, wenn die Aktienkurse unseres Portfolios (bis zu 25 Werte) unter Druck geraten.

    Wesen unseres Momentum-Investmentprozesses ist es, aus 5.700 Aktien weltweit, die Momentum-stärksten Titel zu allokieren. Der Momentum-Investmentstil ist wissenschaftlich belegt und hat – kurzgefasst – zum Gegenstand, dass Aktien, die in der Vergangenheit stark gestiegen, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch künftig stark steigen. Und salopp formuliert, kann das, was stark gestiegen ist, auch stark fallen. Deshalb wird der Drawdown durch die Stop-/Loss-Systematik begrenzt und kann zu Kassenquoten über 0&% führen. Erst, wenn unser Prozess wieder Kaufkandidaten, d.h. Momentum-starke Aktien findet, wird investiert.

    Ziel ist es, eine 100%-ige Investmentquote zu haben.

    Portfolioallokation: Die hohe Konzentration auf zum Zeitpunkt Ihrer Analyse „Technologie- und Halbleiterunternehmen“ ist ebenfalls nur eine Momentaufnahme. Unser Anlageuniversum besteht aus 5.700 Aktien weltweit, die an 30 Börsenplätzen rund um den Globus gehandelt werden. Wir haben keine Präferenz zu Branchen, Ländern, Währungen etc.

    Der von uns entwickelte 3.0 Momentum-Investmentprozess folgt dem Credo „Die Wahrheit liegt im Aktienkurs“, „Stärke folgt Stärke“ „Gewinne mit Gewinnern“ und „Kaufe hoch, verkaufe höher“. Das sind keine Slogans einer Werbeagentur sondern die Erkenntnisse aus mehr als 100 Jahren Aktienkursbeobachtungen, unzähligen empirischen Studien zu Momentum und Behavioral Finance sowie der praktischen Anwendung unseres strikt regelbasierten 3.0 Momentum-Investmentprozesse.

    Letztlich ist die Portfolioallokation ein Zufallsprodukt im Hinblick auf Branchen, Ländern, Währungen etc., allein die Momentumstärke der Aktie zählt.
    Drei Restriktionen gibt es allerdings:

    1. Es werde nur Aktien mit einer Mindestmarktkapitalisierung von 3 Mrd. US-Dollar betrachtet, damit die Liquidität in Verkaufssituationen ausreichend ist. Dieser Wert ist nicht fix, sondern abhängig vom Fondsvolumen.

    2. Aktien an Börsen in despotischen Staaten (z.B. China, Russland) werden nicht beachtet, übrigens auch nicht, wenn die Aktien an ausländischen Märkten gehandelt werden.

    3. Aktien aus Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen (z.B. Indien) werden ebenfalls nicht beachtet.

    Kosten: Die Aussage „Langfristig können diese Gebühren die Nettorendite deutlich reduzieren.“ ist falsch! Fondspreise (auch ETF-Kurse) sind immer NACH Kosten, also netto! Der Wert auf der Kurstafel beinhaltet alle Kosten, die in der TER enthalten sind und zwar börsentäglich abgegrenzt. Sie spiegeln also die wahre Rendite wider.

    Nicht in der Kostenbetrachtung enthalten sind die externen Kosten, wie Ausgabeaufschläge (bei Fonds) oder Brokergebühren (bei ETFs). Durch geschicktes Verhandeln oder die Wahl der richtigen Plattform lassen sich die Ausgabeaufschläge bei Fonds auf 0% reduzieren.,

    Risikobereitschaft: Korrekt, eine Risikobereitschaft sollte vorhanden sein, wobei diese einer differenzierteren Betrachtung unterzogen werden sollte. Die Vola im A&M Experts Momentum World ist hoch. Spielt das bei einem 3- bis 5-jährigen Anlagehorizont eine Rolle? Nein, je länger der Anlagehorizont ist, um so unbedeutender die Vola; wen interessiert heute noch die Vola während der Corona-Zeit? Vola spielt nur eine Rolle, wenn der Anlagehorizont kurz ist (< 3 Jahre) und/oder der Titel keine positive Performance erzielt.

    Grundsätzlich ist eine gewisse Affinität zu Vola hilfreich, wenn man an der Börse agiert. Wer das nicht aushält, sollte sich von der Börse fernhalten oder nicht ständnig in sein depot schauen.

    Der Momentum-Investmentprozess ist mitunter stärkeren Volas ausgesetzt, denn was stark steigt, kann such stark fallen. Entscheidend ist, dass die grundsätzliche Richtung stimmt.

    Das eigentliche Risiko liegt in den Drawdowns. Diese müssen aktiv gemanagt werden. Es kommt immer wieder zu Situation, wo eine Abstinenz von der Börse hilft, Kursrückgänge zu vermeiden. Die letzten Ereignisse 2025 und 2026 (s.o.) sind dafür nur zwei Beispiele. Kursverluste, die man vermeidet, muss man später nicht mühsam aufholen.

    Währungsrisiko: Es besteht zwar eine hohe US-Dollar Fokussierung, doch der Fonds wird in Euro notiert. Innerhalb des Fonds werden Fremdwährungen nicht gehedgt. Das Hedging ist teuer und zu vernachlässigen, da die Kurssteigerungen die Währungsverluste kompensieren sollen. Aktien, die das nicht schaffen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht Momentum-stark.

    Gerne stehe ich Ihnen für weitere Informationen zur Verfügung.

    Viele Grüße

    Joachim Milnik

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