Der Wertewerk-Fonds konnte im Geschäftsjahr 2025/2026 trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds eine Wertsteigerung von 6,91 % erzielen. Das Ergebnis wurde durch eine ausgewogene Kombination aus ETFs, Qualitätsaktien, Optionsstrategien und Edelmetallinvestments erreicht. Für langfristig orientierte Anleger präsentiert sich der Fonds als breit diversifizierte Vermögensverwaltung mit moderatem Risikoprofil und klarem Fokus auf Kapitalerhalt sowie stetigen Vermögensaufbau.
Anlagestrategie
Der Fonds investiert weltweit flexibel in Aktien, ETFs, Anleihen, Edelmetalle und Liquidität. Ergänzend werden Stillhaltergeschäfte mit Optionen eingesetzt, um zusätzliche Prämieneinnahmen zu erzielen. Auffällig ist der hohe ETF-Anteil, der kostengünstig breite Marktsegmente abdeckt, während Einzelaktien gezielt Qualitäts- und Wachstumsunternehmen ergänzen. Gold und Silber dienen als Absicherung gegen systemische Risiken.
Portfolioqualität
Mit rund 40 % ETF-Anteil, 35 % Einzelaktien, 17 % Liquidität sowie knapp 8 % Edelmetallen verfügt der Fonds über eine sehr ausgewogene Vermögensstruktur. Die hohe Liquiditätsquote verschafft dem Management Handlungsspielraum für zukünftige Marktchancen und reduziert gleichzeitig das Gesamtrisiko.
Bei den Einzelwerten dominieren etablierte Qualitätsunternehmen wie Allianz, SAP, Alphabet, Amazon, AMD, Nestlé oder Münchener Rück. Gleichzeitig wurden ausgewählte Wachstumswerte wie MercadoLibre, BioNTech oder IONOS beigemischt. Diese Mischung sorgt für Stabilität, ohne vollständig auf Wachstumschancen zu verzichten.
Wertentwicklung
Die Rendite von 6,91 % erscheint auf den ersten Blick solide, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und hoher Unsicherheit an den Kapitalmärkten. Allerdings blieb der Fonds hinter sehr starken internationalen Aktienindizes zurück, die insbesondere durch US-Technologiewerte teilweise zweistellige Renditen erzielten.
Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass diese Performance mit einer deutlich defensiveren Ausrichtung erreicht wurde. Der Fonds verzichtet bewusst auf maximale Aktienquoten zugunsten einer höheren Stabilität und geringerer Schwankungen.
Chancen
Aus Anlegersicht ergeben sich mehrere positive Aspekte:
breite globale Diversifikation
Kombination aus passiven ETFs und aktiv ausgewählten Qualitätsaktien
hohe Liquiditätsreserve für zukünftige Investitionen
Gold- und Silberpositionen als Inflations- und Krisenschutz
zusätzliche Erträge durch Optionsstrategien
kontinuierlich steigendes Fondsvolumen und steigender Anteilspreis über mehrere Jahre
Besonders positiv fällt auf, dass der Anteilspreis seit mehreren Geschäftsjahren kontinuierlich gestiegen ist (88,45 € → 97,22 € → 102,32 € → 107,56 €), was für eine konstante Wertentwicklung spricht.
Risiken
Der Fonds bleibt dennoch den üblichen Kapitalmarktrisiken ausgesetzt. Dazu gehören:
weltweite Aktienmarktschwankungen,
Zinsänderungsrisiken,
Währungsrisiken (vor allem US-Dollar),
geopolitische Risiken,
Risiken aus Optionsgeschäften,
mögliche Rückschläge bei Technologie- und Wachstumswerten.
Hinzu kommt, dass der Fonds Nachhaltigkeitskriterien nach der EU-Offenlegungsverordnung nicht aktiv berücksichtigt (Artikel-6-Fonds). Für ESG-orientierte Anleger stellt dies einen Nachteil dar.
Kosten
Die Gesamtkostenquote (TER) von 1,29 % bewegt sich für einen aktiv gemanagten Multi-Asset-Fonds im akzeptablen Bereich. Zusätzlich fiel im Berichtsjahr eine performanceabhängige Vergütung von 0,48 % an. Damit liegen die Gesamtkosten zwar über denen reiner ETF-Portfolios, erscheinen angesichts des aktiven Managements und der Optionsstrategien jedoch nachvollziehbar.
Fazit aus Anlegersicht
Der Wertewerk-Fonds richtet sich an Anleger, die keine maximale Aktienquote suchen, sondern eine ausgewogene Vermögensverwaltung mit kontrolliertem Risiko bevorzugen. Die Kombination aus ETFs, Qualitätsaktien, Edelmetallen und Optionsstrategien sorgt für eine robuste Portfoliostruktur und dürfte insbesondere in volatileren Marktphasen ihre Stärken ausspielen.
Die erzielte Rendite von knapp 7 % zeigt, dass der Fonds auch in einem herausfordernden Umfeld zuverlässig Vermögen aufbauen kann. Wer hingegen eine möglichst hohe Rendite anstrebt und stärkere Kursschwankungen akzeptiert, dürfte mit einem reinen globalen Aktienfonds oder ETF langfristig höhere Ertragschancen haben.
Gesamtbewertung aus Anlegersicht: 8,5 von 10 Punkten.
Der Fonds überzeugt durch seine breite Diversifikation, seine konservative Risikosteuerung und die kontinuierliche Wertentwicklung. Leichte Abzüge ergeben sich durch die vergleichsweise hohe Kostenbelastung, die hohe Liquiditätsquote, welche in starken Börsenphasen Rendite kostet, sowie den Verzicht auf eine explizite Nachhaltigkeitsstrategie.