Die Windpark Freren-Bardel GmbH & Co. KG hat für das Geschäftsjahr 2025 erneut ein solides Ergebnis vorgelegt. Trotz des nach Unternehmensangaben schwächsten Windjahres im Emsland seit mehr als 30 Jahren konnte der Bürgerwindpark einen Jahresüberschuss von rund 1,84 Millionen Euro erwirtschaften. Grundlage dafür waren vor allem überdurchschnittlich hohe Strompreise aus einem individuell ausgehandelten Stromliefervertrag (PPA).
Umsatzrückgang durch schwaches Windaufkommen
Die Gesellschaft betreibt fünf Windenergieanlagen des Herstellers ENERCON im Landkreis Emsland. Der Windpark erzeugte aufgrund des deutlich schwächeren Windaufkommens weniger Strom als im Vorjahr. Die Umsatzerlöse gingen deshalb von 5,28 Millionen Euro auf 5,00 Millionen Euro zurück. Dennoch lag das Ergebnis weiterhin auf einem hohen Niveau.
Der Jahresüberschuss verringerte sich zwar gegenüber dem Vorjahr von 2,04 Millionen Euro auf 1,84 Millionen Euro, bleibt aber aus wirtschaftlicher Sicht sehr erfreulich. Nach Angaben der Geschäftsführung wurden die ursprünglichen Planungen deutlich übertroffen.
Schuldenabbau schreitet voran
Positiv fällt insbesondere die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten auf. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich im Jahresverlauf von 14,76 Millionen Euro auf 12,91 Millionen Euro. Allein die Bankdarlehen wurden um mehr als 1,5 Millionen Euro zurückgeführt.
Gleichzeitig verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine komfortable Liquiditätsreserve. Die Bankguthaben beliefen sich Ende 2025 auf knapp 4,95 Millionen Euro. Davon sind rund 933.000 Euro als Sicherheitsreserve zugunsten der finanzierenden Banken gebunden.
Solide Eigenkapitalbasis
Das Kommanditkapital blieb unverändert bei 6 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg durch die sinkende Bilanzsumme auf rund 30 Prozent an und bewegt sich damit auf einem für Windparkgesellschaften soliden Niveau.
Die Bilanzsumme verringerte sich aufgrund der planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen von 21,75 Millionen Euro auf 19,89 Millionen Euro. Das Anlagevermögen besteht überwiegend aus den fünf Windenergieanlagen sowie dem eigenen Umspannwerk.
Risiken bleiben überschaubar
Die Gesellschaft sieht ihre größten Risiken weiterhin im Windaufkommen, möglichen Netzengpässen sowie technischen Ausfällen der Anlagen. Durch langfristige Wartungsverträge mit ENERCON, Versicherungen und die gesetzlich garantierten EEG-Vergütungen werden diese Risiken jedoch teilweise abgefedert.
Ein Unsicherheitsfaktor besteht darin, dass der lukrative Stromliefervertrag (PPA), der 2025 für überdurchschnittliche Erlöse sorgte, zum Jahresende ausgelaufen ist. Künftige Stromerlöse könnten daher wieder stärker vom allgemeinen Marktumfeld abhängen.
Ausblick für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsführung weiterhin eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Das Windaufkommen in den ersten Monaten des Jahres 2026 lag allerdings erneut unter den langfristigen Erwartungen. Dennoch geht die Gesellschaft davon aus, den prospektierten Jahresüberschuss von rund 218.000 Euro erreichen zu können.
Fazit aus Anlegersicht
Die Windpark Freren-Bardel GmbH & Co. KG präsentiert sich weiterhin als wirtschaftlich solide aufgestellter Bürgerwindpark. Positiv hervorzuheben sind die hohen Liquiditätsreserven, der kontinuierliche Schuldenabbau und die stabile Eigenkapitalausstattung. Das Unternehmen erwirtschaftet auch in einem außergewöhnlich windschwachen Jahr einen beachtlichen Gewinn.
Kritisch zu beobachten bleibt die Abhängigkeit von den Windverhältnissen sowie die Frage, ob die hohen Stromerlöse der vergangenen Jahre nach Auslaufen des PPA-Vertrages dauerhaft aufrechterhalten werden können. Insgesamt vermittelt der Jahresabschluss jedoch das Bild einer finanziell gesunden Windparkgesellschaft mit geordneten Vermögens- und Finanzverhältnissen.