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NAM Protected Wealth Fund: Solider Vermögensschutz mit stabiler Entwicklung – aber hoher Kostenbelastung

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des NAM Protected Wealth Fund zeigt aus Anlegersicht einen defensiv ausgerichteten Mischfonds, der seinem Anspruch des Vermögensschutzes im Geschäftsjahr 2025/2026 weitgehend gerecht wurde. Der Fonds konnte sowohl Vermögen als auch Anteilwerte steigern und profitierte von einer breit diversifizierten Aufstellung. Gleichzeitig fallen die vergleichsweise hohen Kosten und die starke Abhängigkeit von Zielfonds auf.

Positive Aspekte
1. Überzeugende Wertentwicklung

Die Anteilklasse R stieg im Berichtsjahr von 112,87 EUR auf 120,86 EUR (+7,1 %), die institutionelle Anteilklasse I von 114,26 EUR auf 123,33 EUR (+7,9 %). Seit Auflage im Februar 2023 ergibt sich damit eine Wertsteigerung von rund 21 % bis 23 %. Für einen Fonds mit ausdrücklichem Vermögensschutzansatz ist dies ein solides Ergebnis.

2. Deutliches Wachstum des Fondsvolumens

Das Fondsvermögen erhöhte sich auf rund 30,2 Mio. EUR. Besonders die Anteilklasse R verzeichnete Nettozuflüsse von über 3,1 Mio. EUR. Dies zeigt ein wachsendes Anlegervertrauen und verbessert grundsätzlich die wirtschaftliche Stabilität des Fonds.

3. Breite Diversifikation

Der Fonds investiert weltweit über verschiedene Anlageklassen hinweg:

13,1 % Einzelaktien
3,3 % Unternehmensanleihen
71,4 % Investmentfonds
7,2 % Geldmarktfonds
5,5 % Bankguthaben

Die größten Einzelpositionen stammen überwiegend von qualitativ hochwertigen Unternehmen wie Berkshire Hathaway, Nestlé, Johnson & Johnson, Allianz und Novo Nordisk. Diese Auswahl spricht für einen eher qualitätsorientierten Investmentansatz.

4. Hohe Liquiditätsreserve

Rund 12,6 % des Vermögens liegen in Geldmarktfonds oder Bankguthaben. Dadurch verfügt das Management über ausreichende Mittel, um Marktchancen bei Kursrückgängen wahrzunehmen und gleichzeitig das Risiko größerer Verluste zu begrenzen.

Kritische Punkte
1. Hohe Gesamtkostenquote

Die größte Schwäche des Fonds sind die Kosten:

Anteilklasse TER
I 1,78 %
R 2,17 %

Zusätzlich fiel bei der Anteilklasse R eine erfolgsabhängige Vergütung von 2,22 % an. Für einen vermögensverwaltenden Fonds ist dies ein vergleichsweise hohes Kostenniveau, das langfristig die Rendite erheblich belastet.

2. Doppelte Kostenstruktur durch Zielfonds

Da über 71 % des Vermögens in andere Fonds investiert werden, tragen Anleger neben den Fondskosten auch die Kosten der jeweiligen Zielfonds. Dies erhöht die Gesamtbelastung und reduziert den Renditevorteil gegenüber kostengünstigeren ETF-Lösungen.

3. Begrenztes Renditepotenzial

Der Fonds verfolgt bewusst keinen offensiven Wachstumsansatz. Mit einer Aktienquote von lediglich rund 13 % und einem hohen Anteil defensiver Anlagen dürfte er in starken Börsenphasen hinter reinen Aktienfonds oder globalen ETF-Portfolios zurückbleiben.

4. Konzentration auf Fondsmanager-Auswahl

Ein wesentlicher Teil der Wertentwicklung hängt von der Auswahl der Zielfonds ab. Anleger investieren damit nicht nur in Märkte, sondern auch in die Fähigkeit des Managements, die richtigen Fondsmanager auszuwählen. Dies schafft zusätzliche Managementrisiken.

Risikobeurteilung

Das Risiko erscheint insgesamt moderat:

Keine Derivate eingesetzt.
Keine Hebelwirkung.
Hohe Diversifikation.
Schwerpunkt auf Qualitätsunternehmen und Rentenanlagen.
Hohe Liquiditätsreserven.

Demgegenüber stehen die üblichen Markt-, Zins-, Währungs- und geopolitischen Risiken, die im Bericht ausdrücklich hervorgehoben werden.

Fazit für Anleger

Der NAM Protected Wealth Fund erfüllt seinen Anspruch als konservativ ausgerichtete Vermögensverwaltung überzeugend. Die Wertentwicklung seit Auflage ist ordentlich, die Diversifikation hoch und das Risiko im Vergleich zu klassischen Aktienfonds deutlich reduziert. Besonders für sicherheitsorientierte Anleger, die Wert auf Kapitalerhalt und geringere Schwankungen legen, kann der Fonds interessant sein.

Der größte Nachteil bleibt jedoch die hohe Kostenbelastung. Anleger zahlen für die aktive Vermögensverwaltung und die Auswahl der Zielfonds einen spürbaren Preis. Wer langfristig maximale Rendite anstrebt und höhere Schwankungen akzeptieren kann, dürfte mit kostengünstigen globalen ETF-Lösungen wahrscheinlich bessere Ergebnisse erzielen.

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