Der Jahresbericht des NAM Global Wealth Fund zeigt aus Anlegersicht ein insgesamt positives Bild. Der Fonds konnte im Geschäftsjahr 2025/2026 sein Vermögen deutlich steigern und eine positive Wertentwicklung erzielen. Gleichzeitig fallen jedoch die vergleichsweise hohen Kosten sowie die starke Abhängigkeit von externen Zielfonds auf.
Positive Aspekte
1. Kontinuierliche Wertsteigerung
Die Anteilspreise entwickelten sich seit Auflage erfreulich:
Anteilklasse Auflage 2023 31.01.2026 Wertzuwachs
I-Klasse 100,00 € 127,49 € +27,5 %
R-Klasse 100,00 € 123,74 € +23,7 %
Damit erzielte der Fonds seit Auflage eine attraktive Rendite und konnte auch im Berichtsjahr weiter zulegen.
2. Wachstum des Fondsvolumens
Das Fondsvermögen stieg von rund 18,4 Mio. € auf 21,5 Mio. €. Besonders positiv ist, dass zusätzliches Anlegerkapital zufloss. Netto wurden über 2,2 Mio. € neue Mittel investiert, was auf ein gewisses Vertrauen der Anleger schließen lässt.
3. Breite Diversifikation
Der Fonds investiert weltweit und streut sein Vermögen über zahlreiche Anlageklassen und Fondsmanager:
Aktien: 13,96 %
Investmentfonds: 82,51 %
Liquidität: 3,82 %
Die größten Einzelaktien sind:
Berkshire Hathaway
Brookfield Corporation
Johnson & Johnson
Amazon.com
Novo Nordisk
Dadurch wird das Risiko einzelner Fehlentwicklungen reduziert.
4. Keine Derivate-Spekulation
Der Fonds setzte im Berichtsjahr keine Derivate ein. Das reduziert Komplexität und zusätzliche Risiken.
Kritische Punkte
1. Hohe Kostenbelastung
Die größte Schwäche des Fonds sind die Kosten:
Anteilklasse TER
I-Klasse 1,79 %
R-Klasse 2,57 %
Zusätzlich fällt bei der R-Klasse ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % an. Die Kosten liegen deutlich über denen vieler ETF- oder Vermögensverwaltungsfonds.
Besonders kritisch ist, dass der Fonds überwiegend in andere Fonds investiert. Dadurch entstehen indirekt weitere Managementgebühren auf Ebene der Zielfonds („Kosten auf Kosten“).
2. Fonds investiert überwiegend in andere Fonds
Nur etwa 14 % des Vermögens sind direkt in Aktien investiert. Über 80 % liegen in Zielfonds. Dadurch hängt die Wertentwicklung stark von den Entscheidungen zahlreicher externer Fondsmanager ab.
Positiv ist die Diversifikation, negativ die geringere Transparenz und die zusätzliche Kostenebene.
3. Schwaches laufendes Ertragsergebnis
Der ordentliche Nettoertrag der R-Klasse war sogar negativ:
Erträge: 232.417 €
Aufwendungen: 309.982 €
Ordentlicher Nettoertrag: -77.565 €
Die positive Gesamtperformance stammt überwiegend aus Kursgewinnen und Bewertungssteigerungen, nicht aus laufenden Erträgen.
4. Währungsrisiken
Ein erheblicher Teil der Investments lautet auf US-Dollar oder andere Fremdwährungen. Es findet keine vollständige Währungsabsicherung statt. Anleger tragen daher zusätzliche Wechselkursrisiken.
Risikobeurteilung
Das Risikoprofil ist insgesamt als mittel bis gehoben einzustufen:
Chancen
Globale Streuung
Beteiligung an Qualitätsunternehmen
Flexible Vermögensverwaltung
Kombination aus Aktien-, Anleihen- und Multi-Asset-Strategien
Risiken
Hohe Aktienmarktabhängigkeit
Währungsrisiken
Hohe Kostenquote
Abhängigkeit von Zielfondsmanagern
Geopolitische Unsicherheiten und Marktschwankungen
Das Fondsmanagement weist selbst auf erhöhte Marktunsicherheiten durch geopolitische Konflikte und handelspolitische Spannungen hin.
Fazit für Anleger
Der NAM Global Wealth Fund präsentiert sich als breit diversifizierter globaler Vermögensverwaltungsfonds mit bislang erfolgreicher Wertentwicklung. Das Management konnte seit Auflage einen ordentlichen Kapitalzuwachs erzielen und gleichzeitig das Fondsvolumen deutlich steigern.
Für langfristig orientierte Anleger spricht insbesondere die weltweite Streuung und die Kombination verschiedener Anlagestrategien. Kritisch zu sehen sind jedoch die hohen Gesamtkosten, die zusätzliche Gebührenbelastung durch die zahlreichen Zielfonds sowie die Tatsache, dass ein großer Teil der Rendite aus Kurssteigerungen und nicht aus laufenden Erträgen stammt.