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ASVK Substanz & Wachstum 2024/25: Außergewöhnliches Gewinnjahr mit hoher Rohstoffwette und erheblichen Kostenrisiken

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht ein sehr starkes, aber zugleich klar spezialisiertes und risikoreiches Fondsprofil. Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr zum 30. September 2025 eine außerordentlich hohe Performance von 72,50 %, womit sich der Anteilwert von 55,05 EUR auf 94,96 EUR erhöhte. Das Fondsvermögen stieg zugleich von 5,19 Mio. EUR auf 8,77 Mio. EUR. Diese Entwicklung ist beeindruckend, beruht aber erkennbar nicht auf einer breit diversifizierten Allwetter-Strategie, sondern auf einer sehr klaren Positionierung im Bereich Gold-, Silber- und Minenaktien.

In der Vermögensstruktur wird das besonders deutlich: 83,05 % des Fondsvermögens waren direkt in Aktien investiert, weitere 13,50 % in Fondsanteile, die ebenfalls überwiegend Edelmetall- und Rohstoffbezug haben. Damit war das Portfolio faktisch fast vollständig auf den Edelmetall- und Minensektor ausgerichtet. Die größten Positionen wie Pan American Silver, Agnico Eagle Mines, Fresnillo, Kinross Gold und der Fonds Multip.-Kon. Gold Eq. unterstreichen diese thematische Konzentration. Positiv ist, dass das Management damit im Berichtsjahr offensichtlich den richtigen Makrotrend getroffen hat. Negativ ist, dass der Erfolg stark von genau diesem Sektor abhängig war.

Für Anleger ist daher entscheidend: Die hohe Rendite ist zwar attraktiv, aber sie wurde mit einer sehr hohen Schwankungsintensität erkauft. Die durchschnittliche Volatilität von 26,18 % ist für einen Publikumsfonds hoch. Das passt zu einem Portfolio, das stark in Minenwerten investiert ist, denn diese reagieren oft überproportional auf Gold- und Silberpreise, Währungen, Förderkosten, geopolitische Spannungen und Marktstimmung. Wer in diesen Fonds investiert, investiert also nicht in einen defensiven Vermögensbaustein, sondern in ein eher offensives, zyklisches Themeninvestment.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Konzentration. Zwar hält der Fonds viele Einzeltitel, aber die Branchenstreuung ist gering. Laut Vermögensübersicht entfallen allein 68,62 % des Fondsvermögens auf Rohstoffwerte. Auch regional bestehen Schwerpunkte, insbesondere in Kanada, den USA, Australien und Großbritannien. Zusätzlich bestehen Währungsrisiken, da große Teile des Portfolios in CAD, USD, AUD, GBP und ZAR denominiert sind. Der Fonds profitiert also nicht nur von der Entwicklung der Aktien selbst, sondern ist auch vom Wechselkursumfeld abhängig.

Sehr kritisch zu bewerten ist aus Investorensicht die Kostenstruktur. Die Gesamtkostenquote ohne Performance Fee und Transaktionskosten liegt bereits bei 2,52 %, was für einen Fonds hoch ist. Hinzu kommt jedoch eine erfolgsabhängige Vergütung von 9,44 % des durchschnittlichen Nettoinventarwertes. Absolut betrug die performanceabhängige Vergütung 569.974,56 EUR. Das ist erheblich und schmälert die Nettorendite des Anlegers deutlich. Zwar war das Berichtsjahr außergewöhnlich stark, aber gerade in sehr guten Jahren zeigt sich hier, wie teuer das Produkt werden kann. Für langfristig orientierte Anleger ist das ein zentraler Punkt, weil hohe Gebühren über mehrere Jahre einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung abschöpfen können.

Positiv ist dagegen, dass der Fonds ohne Derivateeinsatz gearbeitet hat; das ausgewiesene Derivate-Exposure lag bei 0,00 EUR. Auch der tatsächliche Leverage lag sowohl nach Brutto- als auch nach Commitmentmethode bei 1,00, also ohne nennenswerte Hebelung. Das reduziert die Komplexität und spricht dafür, dass die starke Wertentwicklung tatsächlich aus den Positionen selbst kam und nicht aus zusätzlicher Hebelung.

Die Ergebnisrechnung zeigt, dass die Wertsteigerung vor allem aus Kursgewinnen stammt. Der ordentliche Nettoertrag war mit -653.181,76 EUR deutlich negativ. Das heißt: Dividenden und Zinsen reichten nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Der eigentliche Treiber des Jahresergebnisses waren realisierte Gewinne von 1,17 Mio. EUR und vor allem nicht realisierte Wertsteigerungen von rund 3,16 Mio. EUR. Für Anleger heißt das: Der Fonds lebt nicht von laufenden Erträgen, sondern fast vollständig von Marktbewegungen. In starken Rohstoffhaussephasen wirkt das hervorragend, in schwachen Phasen kann sich dieses Muster aber schnell umkehren.

Auffällig ist außerdem, dass die Mittelbewegungen leicht negativ waren. Es gab netto Mittelabflüsse von rund 91.289 EUR. Das ist trotz der starken Performance kein Alarmzeichen, zeigt aber, dass das Wachstum des Fondsvermögens im Wesentlichen aus der Marktperformance und nicht aus kräftigen Neuzuflüssen kam.

Ein kleiner, aber wichtiger qualitativer Hinweis: Im Bericht finden sich an einigen Stellen offenbar standardisierte Risikotexte, die nicht vollständig zur tatsächlichen Vermögensstruktur am Stichtag passen. So wird etwa auf wesentliche Anleihebestände, offene Immobilienfonds in Abwicklung und Derivateeinsatz verwiesen, obwohl laut Vermögensaufstellung keine Anleihen, keine Derivate und keine Immobilienfonds enthalten waren. Für Anleger ist das kein bilanzieller Fehler, aber es schwächt die Präzision der Risikokommunikation etwas. Der tatsächlich relevante Kern des Risikoprofils liegt hier klar in Aktien-, Rohstoff-, Währungs- und Konzentrationsrisiken.

Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist der Fonds eher zurückhaltend einzuordnen. Er ist ein Art.-6-Fonds; die Investitionen berücksichtigen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. ESG-Aspekte werden zwar im Risikomanagement beobachtet, sind aber kein tragender Bestandteil der fondsspezifischen Anlagestrategie. Für Anleger mit striktem Nachhaltigkeitsfokus ist der Fonds daher eher ungeeignet.

Fazit aus Anlegersicht:
Der ASVK Substanz & Wachstum hat im Geschäftsjahr 2024/25 außergewöhnlich stark performt und von einer klaren, konsequenten Positionierung im Edelmetall- und Minensektor profitiert. Das spricht für ein aktives Management mit richtigem Markttiming. Gleichzeitig ist der Fonds keine breit aufgestellte Kernanlage, sondern ein spezialisiertes, schwankungsanfälliges Rohstoff-/Mineninvestment. Besonders kritisch sind die sehr hohen Gesamtkosten inklusive Performance Fee sowie die starke Sektor- und Währungskonzentration. Für risikobereite Anleger mit positiver Sicht auf Gold, Silber und Minenwerte kann der Fonds interessant sein. Für konservative Anleger oder als alleiniger Vermögensbaustein erscheint er dagegen nur eingeschränkt geeignet.

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