Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Sparfonds Aktien P ein gemischtes Bild: Der Fonds ist klar als aktiv gemanagter, global investierender Aktienfonds positioniert, mit fast vollständiger Investition in Einzelaktien und einem deutlichen Schwerpunkt auf Technologie, ergänzt durch Gesundheitswesen, Konsum und Industriewerte. Positiv ist, dass das Portfolio breit über Länder und Branchen gestreut ist und keine erkennbare Klumpenposition in einzelnen Titeln aufweist. Die einzelnen Positionen liegen meist in einer Größenordnung von rund 2 bis 3,7 % des Fondsvermögens, was für eine disziplinierte Titelselektion spricht.
Die Aktienquote von 98,9 % macht aber auch sofort klar: Dieser Fonds ist nahezu vollständig vom Aktienmarkt abhängig. Für Anleger bedeutet das hohe Chancen auf lange Sicht, gleichzeitig aber auch eine entsprechend hohe Schwankungsanfälligkeit. Dass im Berichtszeitraum keine Absicherungsgeschäfte über Futures oder Devisentermingeschäfte vorgenommen wurden, erhöht die unmittelbare Abhängigkeit von Markt- und Währungsbewegungen zusätzlich.
Die Wertentwicklung von +3,78 % im Geschäftsjahr 2024/25 ist positiv, wirkt für einen fast voll investierten globalen Aktienfonds aber eher moderat als überzeugend. Der Bericht zeigt auch, warum das Ergebnis nicht stärker ausgefallen ist: Zwar wurden hohe realisierte Gewinne aus Aktienverkäufen erzielt, gleichzeitig belasteten jedoch deutliche negative Veränderungen bei nicht realisierten Gewinnen und Verlusten das Jahresergebnis. Das heißt: Der Fonds hat Gewinne teilweise aktiv gesichert, aber ein Teil der noch gehaltenen Positionen stand zum Stichtag klar unter Bewertungsdruck. Das deutet auf ein Jahr hin, in dem die Titelauswahl nicht durchgängig Rückenwind hatte.
Ein wesentlicher Punkt aus Investorensicht ist die Kostenstruktur. Die TER von 2,24 % ist für einen Aktienfonds hoch. Diese Kosten müssen erst einmal verdient werden, bevor der Anleger einen attraktiven Mehrwert sieht. Besonders kritisch ist das in einem Jahr, in dem die Rendite nur knapp über 3,7 % lag. Anders gesagt: Ein erheblicher Teil des Bruttoertrags wurde durch laufende Kosten aufgezehrt. Der Fonds muss also künftig eine deutlich stärkere aktive Outperformance liefern, damit diese Gebühren aus Anlegersicht gerechtfertigt erscheinen.
Auffällig ist auch, dass der ordentliche Nettoertrag negativ war. Die laufenden Erträge aus Dividenden und Zinsen reichten nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Der Ertrag für den Anleger stammt damit im Wesentlichen nicht aus einem stabilen laufenden Cashflow, sondern aus Kursgewinnen und Umschichtungen. Das ist bei Wachstums- und Aktienfonds nicht ungewöhnlich, macht den Fonds aber stärker von Marktphasen abhängig.
Die Portfoliostruktur wirkt insgesamt qualitativ ordentlich. Unter den Beteiligungen finden sich bekannte Namen wie Alphabet, Applied Materials, Arista Networks, Synopsys, Regeneron, Novo Nordisk, Genmab, Shell oder Tokyo Electron. Das spricht für eine Mischung aus strukturellem Wachstum, Qualitätsunternehmen und zyklischeren Titeln. Positiv ist auch die geografische Diversifikation über USA, Japan, Europa und Kanada. Allerdings ist die starke Ausrichtung auf Technologie und spezialisierte Wachstumswerte zugleich ein Risikofaktor: Wenn genau diese Marktsegmente unter Druck geraten, dürfte der Fonds überproportional leiden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Währungsrisiko. Der Fonds investiert spürbar in USD, JPY, GBP, CAD, DKK, SEK und PLN, ohne diese Risiken abzusichern. Für Euro-Anleger bedeutet das: Die Wertentwicklung hängt nicht nur von den Aktien selbst ab, sondern auch von der Entwicklung der jeweiligen Fremdwährungen. Das kann Rendite verstärken, aber auch schmälern. Wer einen stärker kontrollierten oder abgesicherten Ansatz sucht, findet hier keinen defensiven Baustein.
Positiv zu bewerten ist die Liquidität des Portfolios. Der Fonds investiert überwiegend in größere, international handelbare Aktien. Das reduziert das Risiko, Positionen in Stressphasen nur schwer verkaufen zu können. Auch der Bericht beschreibt die Liquiditätsrisiken plausibel als begrenzt. Für Anleger ist das ein Stabilitätsmerkmal.
Weniger positiv ist aus Sicht mancher Investoren, dass der Fonds Nachhaltigkeitsrisiken bei den Investitionsentscheidungen nicht berücksichtigt und als Artikel-6-Produkt eingestuft ist. Für Anleger, die ESG- oder Nachhaltigkeitskriterien gezielt einbeziehen möchten, ist das eher unattraktiv.
Unterm Strich ist der Sparfonds Aktien P ein Fonds für Anleger, die einen aktiv verwalteten, benchmarkunabhängigen Aktienansatz suchen und bereit sind, dafür höhere Kosten sowie klare Markt- und Währungsrisiken zu tragen. Der Fonds wirkt handwerklich sauber aufgestellt, breit diversifiziert und professionell gemanagt. Was aus Anlegersicht jedoch kritisch bleibt, sind vor allem zwei Punkte: die hohe Kostenquote und die im Verhältnis zum Risiko nur mäßig starke Jahresrendite. Der Fonds ist damit eher ein Produkt für Anleger, die bewusst auf den Stil des Managements setzen und nicht primär kosten- oder indexorientiert investieren.
Fazit aus Anlegersicht:
Der Fonds ist kein defensiver Allrounder, sondern ein risikoreicher, aktiv gemanagter globaler Aktienfonds mit ordentlicher Diversifikation, aber hoher Kostenbelastung. Wer an die Qualität der Einzeltitelauswahl glaubt und langfristig investiert, kann ihn als Beimischung betrachten. Wer dagegen vor allem auf effiziente Kosten-Rendite-Profile achtet, dürfte die Gebühren im Verhältnis zur erreichten Jahresperformance kritisch sehen.