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Professor der Ohio State University nach Angriff auf Kameramann suspendiert

Ein Vorfall an der Ohio State University sorgt derzeit landesweit für Schlagzeilen und eine hitzige Debatte über Meinungsfreiheit und den Umgang mit Journalisten auf dem Campus. Ein Assistenzprofessor wurde vorläufig suspendiert, nachdem er einen Kameramann tätlich angegriffen haben soll. Die Universitätsleitung kündigte eine umfassende Untersuchung an.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um Luke M. Perez, der dem Salmon P. Chase Center for Civics, Culture and Society angehört. Laut einer Stellungnahme der Universität wurde er am 10. Februar beurlaubt, bis die Ermittlungen der Universitäts-Polizei abgeschlossen und alle Fakten geprüft sind.

Der Vorfall ereignete sich am 9. Februar im Anschluss an eine Lehrveranstaltung mit dem Titel „Profiles in American Leadership“. Als Gastredner war der ehemalige Universitätspräsident E. Gordon Gee eingeladen. Nach der Veranstaltung stellte sich Gee im Flur den Fragen des unabhängigen Journalisten D.J. Byrnes, der einen politisch links ausgerichteten Newsletter veröffentlicht.

Im Interview ging es unter anderem um Gees Rolle im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um Dr. Richard Strauss, um Verbindungen zu Jeffrey Epstein sowie um die Privatisierung der Parkflächen der Universität. Nach dem Gespräch versuchte ein Kameramann, der laut Byrnes als unabhängiger Medienproduzent anwesend war, ebenfalls eine Frage an Gee zu richten.

Videoaufnahmen zeigen, wie Perez sich zwischen den Kameramann und Gee stellt. Der Kameramann wich einen Schritt zurück und berührte Perez nicht. Wenige Sekunden später schlug der Professor dem Mann das Handy aus der Hand, holte aus und brachte ihn zu Boden. Dabei soll Perez gerufen haben, man habe ihm die Kamera ins Gesicht gehalten. Der Kameramann und Byrnes erstatteten Anzeige bei der Universitäts-Polizei.

Die Bilder des Vorfalls verbreiteten sich rasch in sozialen Netzwerken und lösten Empörung aus. Die örtliche Sektion der American Association of University Professors (AAUP) kritisierte das Verhalten scharf und stellte die Glaubwürdigkeit des Chase Centers infrage. Das Zentrum war 2023 durch ein Gesetz des Bundesstaates Ohio ins Leben gerufen worden, um „intellektuelle Vielfalt“ und offene Debatten zu fördern.

Auch politische Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der demokratische Senator Bill DeMora bezeichnete das Vorgehen als „feigen Akt“ und betonte die Bedeutung des Schutzes der Pressefreiheit. Byrnes wiederum sprach von einem Beispiel dafür, wie selektiv das Prinzip der Meinungsfreiheit angewendet werde.

Die Universitätsleitung verwies auf die laufenden Ermittlungen und wollte sich inhaltlich nicht weiter äußern. Der Fall wirft grundlegende Fragen auf: Wie wird Meinungsfreiheit auf dem Campus tatsächlich gelebt? Und wie gehen akademische Institutionen mit kritischer Berichterstattung um? Die Ergebnisse der Untersuchung dürften mit Spannung erwartet werden.

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