In der australischen Region New South Wales (NSW) sind bei einem schweren Schusswaffenangriff in der Kleinstadt Lake Cargelligo drei Menschen getötet und eine weitere Person schwer verletzt worden. Die Tat ereignete sich am Donnerstagnachmittag gegen 16:40 Uhr Ortszeit (05:40 GMT) in einem Wohngebiet der Stadt, die rund 1.500 Einwohner zählt und im Zentrum von New South Wales liegt.
Nach Angaben der Polizei wurden Einsatzkräfte zu mehreren Tatorten gerufen. Zunächst fanden sie einen Mann und eine Frau, die tot in einem Fahrzeug aufgefunden wurden – beide wiesen Schussverletzungen auf. Kurz darauf kam es zu einem weiteren Vorfall in der Nähe: Eine Frau wurde tödlich getroffen, ein Mann erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wird derzeit in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt. Sein Zustand wird als kritisch beschrieben.
Die Polizei sucht nun mit Hochdruck nach dem mutmaßlichen Täter. Dabei handelt es sich um den 37-jährigen Julian Ingram, der laut NSW Police Force wegen Mordes gesucht wird. Die Behörden veröffentlichten ein Foto des Verdächtigen und riefen die Bevölkerung dazu auf, sich bei Hinweisen zu seinem Aufenthaltsort umgehend zu melden. Gleichzeitig wurde die Öffentlichkeit aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, da die Lage zunächst als gefährlich eingeschätzt wurde.
Andrew Holland, stellvertretender Polizeikommissar von New South Wales, erklärte gegenüber Medienvertretern, dass mehrere Tatorte eingerichtet worden seien und die Ermittlungen auf Hochtouren liefen. Zu möglichen Beziehungen zwischen dem Tatverdächtigen und den Opfern wollte er sich nicht äußern. Australische Medien wie der Sydney Morning Herald berichteten jedoch, dass es sich um einen mutmaßlichen Fall von häuslicher Gewalt handeln könnte und eines der Opfer möglicherweise die frühere Partnerin des Verdächtigen war. Diese Informationen wurden von der Polizei bislang nicht offiziell bestätigt.
Holland betonte die besondere Belastung für die Gemeinde: „Jeder Todesfall in einer kleinen ländlichen Stadt ist erschütternd. Wenn dann noch Schusswaffen im Spiel sind, sorgt das verständlicherweise für große Angst und Verunsicherung.“ Auch für die Einsatzkräfte sei die Situation extrem belastend gewesen, da sie mit einem „horrenden Szenario“ konfrontiert worden seien.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie schwerer Gewalttaten ein, die Australien zuletzt erschüttert haben. Erst im vergangenen Monat hatte ein Massenangriff am Bondi Beach in Sydney 15 Menschen das Leben gekostet. Die aktuelle Tat wirft erneut Fragen nach Gewaltprävention und dem Schutz gefährdeter Personen auf, insbesondere in ländlichen Regionen.