Das private Geldvermögen der Deutschen hat eine neue historische Dimension erreicht. Erstmals summieren sich die finanziellen Rücklagen der Haushalte auf mehr als zehn Billionen Euro. Nach vorläufigen Berechnungen der DZ Bank belief sich das Geldvermögen im vergangenen Jahr auf rund 10,03 Billionen Euro und markiert damit einen neuen Höchststand in der Vermögensstatistik der Bundesrepublik.
Getragen wird dieser Anstieg von zwei zentralen Faktoren: einer weiterhin vergleichsweise hohen Sparquote sowie kräftigen Kursgewinnen an den internationalen Finanzmärkten. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten legten die privaten Rücklagen im Jahr 2025 nominal um gut sechs Prozent zu, was einem Zuwachs von nahezu 600 Milliarden Euro entspricht. Sparbücher, Bankeinlagen, Wertpapierdepots und Versicherungsansprüche bilden dabei die Grundlage dieses Vermögens, während Immobilien in den Berechnungen nicht berücksichtigt werden.
Ökonomen sprechen von einer dynamischen Entwicklung, auch wenn sich das Wachstumstempo im Vergleich zum Vorjahr leicht abgeschwächt hat. Die Sparneigung der Haushalte bleibt hoch. Mit einer geschätzten Sparquote von 10,4 Prozent lag Deutschland erneut über dem langfristigen Durchschnitt und deutlich über dem Niveau vieler anderer Industrieländer. Rein rechnerisch konnten die Menschen hierzulande pro Kopf monatlich rund 270 Euro zurücklegen.
Zunehmend profitieren die privaten Haushalte zudem von der Entwicklung an den Börsen. Trotz einer traditionell ausgeprägten Skepsis gegenüber Aktien haben steigende Kurse erheblich zum Vermögensaufbau beigetragen. Allein die Kursgewinne an den Kapitalmärkten dürften nach Berechnungen der DZ Bank rund 290 Milliarden Euro zum Anstieg des Geldvermögens beigesteuert haben. Der deutsche Leitindex Dax legte im Jahresverlauf um mehr als 20 Prozent zu, auch internationale Märkte entwickelten sich überwiegend positiv.
Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine ausgeprägte Ungleichverteilung des Vermögens. Rund die Hälfte des gesamten Geldvermögens entfällt auf die vermögendsten zehn Prozent der Haushalte. Diese Gruppe profitiert besonders stark von Börsengewinnen, da sie überdurchschnittlich häufig in Aktien und Fonds investiert. Am unteren Ende der Vermögensskala verfügen Millionen Haushalte hingegen nur über einen sehr kleinen Anteil am Gesamtvermögen und können von der positiven Marktentwicklung kaum profitieren.
Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg der privaten Rücklagen, wenn auch in etwas geringerem Tempo. Gedämpfter Optimismus an den Börsen, geopolitische Risiken und strukturelle Probleme in der deutschen Wirtschaft könnten das Wachstum bremsen. Dennoch gilt als wahrscheinlich, dass das private Geldvermögen der Deutschen weiter zunimmt und die Marke von 10,5 Billionen Euro in absehbarer Zeit erreicht.