In Dessau-Roßlau hat die Polizei ein umfangreiches Lager mit illegaler Pyrotechnik ausgehoben und damit eine potenziell erhebliche Gefahr für Anwohner verhindert. Wie die Polizei gegenüber dem Mitteldeutscher Rundfunk mitteilte, wurden bei einer Durchsuchung einer Wohnung insgesamt rund 2.300 Feuerwerkskörper sichergestellt. Unter den beschlagnahmten Artikeln befanden sich auch sogenannte Polenböller, die aufgrund ihrer hohen Explosionskraft in Deutschland verboten sind.
Nach bisherigen Erkenntnissen hatten drei Männer die Pyrotechnik nicht nur gelagert, sondern offenbar auch illegal weiterverkauft. Der Vertrieb erfolgte nach Angaben der Ermittler „unter der Hand“, also ohne Genehmigung und unter Umgehung gesetzlicher Sicherheitsvorschriften. Besonders brisant: Die große Menge an Feuerwerkskörpern wurde in einem gewöhnlichen Wohnhaus aufbewahrt – ein Umstand, der bei einer Explosion oder einem Brand gravierende Folgen für Bewohner und Nachbarschaft hätte haben können.
Ins Rollen gebracht wurde der Polizeieinsatz durch einen aufmerksamen Nachbarn. Dieser bemerkte ungewöhnliche Aktivitäten und verdächtige Vorgänge im Umfeld der Wohnung und informierte daraufhin die Polizei. Die Beamten reagierten umgehend und stellten bei dem Einsatz das gesamte Feuerwerkslager sicher. Fachleute sprechen in solchen Fällen von einer erheblichen Gefährdung, da unsachgemäß gelagerte oder manipulierte Pyrotechnik jederzeit unkontrolliert explodieren kann.
Gegen die drei Tatverdächtigen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Trotz der Schwere des Vorwurfs blieben die Männer zunächst auf freiem Fuß. Die Ermittlungen dauern an und sollen klären, woher die Pyrotechnik stammt, wie lange sie bereits gelagert wurde und in welchem Umfang ein Weiterverkauf stattgefunden hat.
Der Fall macht deutlich, dass der illegale Handel mit Pyrotechnik kein harmloses Delikt ist. Besonders sogenannte Polenböller gelten als extrem gefährlich und verursachen jedes Jahr schwere Verletzungen, teils mit lebenslangen Folgen. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, wie wichtig Hinweise aus der Bevölkerung sind, um solche Risiken frühzeitig zu erkennen und größere Schäden zu verhindern.