Auf Teneriffa hat eine gewaltige Riesenwelle erneut tragische Folgen gefordert. Drei Menschen kamen ums Leben, drei weitere wurden verletzt, als am Donnerstagnachmittag eine massive Woge an einem natürlichen Meerwasserbecken im Westen der Kanareninsel mehrere Personen überraschte und ins offene Meer riss. Eine weitere Person wird weiterhin vermisst – die Suche läuft unter Hochdruck.
Nach Angaben des Notdienstes der Kanarischen Inseln ereignete sich der Zwischenfall an einem beliebten Naturschwimmbecken in der Gemeinde Santiago del Teide, nahe der steilen Klippen von Los Gigantes. Die Behörden bestätigten, dass unter den Toten zwei Männer und eine Frau sind. Mehrere weitere Personen konnten sich zwar aus eigener Kraft an Land retten, erlitten jedoch teilweise schwere Verletzungen.
Besonders dramatisch war der Fall einer Frau, die an den Klippen einen Herzstillstand erlitt. Rettungskräfte konnten sie wiederbeleben und per Hubschrauber in ein Krankenhaus bringen.
Behörden hatten gewarnt – Gefahr dennoch unterschätzt
Die Regionalbehörden der Kanaren hatten bereits im Vorfeld eindringlich vor gefährlichen Wellen gewarnt. Der staatliche Fernsehsender RTVE berichtete, die Meteorologen hätten auf ein erhöhtes Risiko sogenannter „Wellenberge“ hingewiesen, die innerhalb von Sekunden Menschen ins Meer reißen können – selbst an eigentlich sicheren Küstenabschnitten.
Viele Badegäste unterschätzen diese Gefahr. Natürliche Badebecken wie jene in Los Gigantes sind besonders tückisch: Sie wirken abgeschirmt, doch einzelne „Monsterwellen“ können unvermittelt in die Becken schlagen.
Erschreckende Parallele: Schon im November drei Tote
Der aktuelle Vorfall erinnert fatal an ein Unglück, das erst wenige Wochen zurückliegt. Am 8. November hatten mehrere gewaltige Wellen auf Teneriffa dutzende Menschen ins Meer gerissen – darunter zahlreiche Touristen, vor allem aus Frankreich. Auch damals kamen drei Menschen ums Leben.
Meteorologen warnen, dass solche extremen Wellenereignisse in den Wintermonaten häufiger auftreten – begünstigt durch starke Atlantikstürme.
Suche nach Vermisstem geht weiter
Noch immer suchen Rettungsdienste zu Wasser und aus der Luft nach einer vermissten Person. Die starken Strömungen erschweren den Einsatz. Die Behörden mahnen die Bevölkerung und Urlauber, Warnhinweise ernst zu nehmen und Küstenabschnitte mit hohem Wellengang zu meiden.