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50 Jahre, 600 Abenteuer: Eine Comic-Legende startet neu durch

506967 (CC0), Pixabay

Seit einem halben Jahrhundert reisen drei kleine Helden durch Raum und Zeit – und ihr Erfolg scheint ungebrochen. Zum Erscheinen des 600. Hefts feiert das traditionsreiche Comicmagazin nicht nur ein Jubiläum, sondern eröffnet zugleich ein neues Kapitel der Serie. Aufwendiger hätte die Präsentation kaum ausfallen können: In Berlin wurde das neue Titelblatt enthüllt, das zugleich den Auftakt zu einer weiteren großen Reise markiert.

Die Abrafaxe, seit 1976 feste Figuren in der deutschen Comiclandschaft, haben sich längst von ihren Anfängen emanzipiert. Über die Jahrzehnte führten sie ihre Leserinnen und Leser in zahllose Epochen, von der Antike über den Wilden Westen bis in fernöstliche Kulturen. Das Jubiläumsheft führt sie nun in das Prag des Jahres 1600. Dort treffen sie auf einen jungen Waisen, der eine zentrale Rolle im Abenteuer spielt, sowie auf historische Persönlichkeiten wie einen bahnbrechenden Astronomen und den legendären Gelehrten, dem die Schöpfung eines mythischen Golems zugeschrieben wird. Auch ein alter Widersacher taucht wieder auf – ein Konflikt, der seit den 1980er-Jahren immer wieder die Handlung prägte.

Mit allem, was eine klassische Zeitreisegeschichte ausmacht – historische Schauplätze, berühmte Figuren, ein junger Begleiter und der unvermeidliche Antagonist – knüpft das Jubiläumsheft an eine lange Tradition an. Der Erfolg dieser Erzählform ist kein Zufall. Die Serie wird in Berlin vollständig vor Ort geschrieben, gezeichnet und produziert und gilt als einzigartiges Phänomen auf dem deutschen Comicmarkt. Neben der Hauptreihe existieren Ableger, Sonderausgaben und Sammelbände, die ein eigenes kleines Comicuniversum bilden.

Die Wurzeln des Magazins reichen jedoch weiter zurück. Bevor die heutigen Helden ihren ersten Auftritt hatten, prägte ein anderes Trio über zwei Jahrzehnte die Serie. Dieses ursprüngliche Figurenensemble war in der DDR außergewöhnlich beliebt und trotz staatlicher Kontrolle erstaunlich frei in seinen Abenteuern. Als der kreative Schöpfer 1975 die Arbeit einstellte, stand das Magazin vor einer Herausforderung, die später zur Geburtsstunde der neuen Helden führte.

Ihr Weg war dennoch nicht einfach. Die frühen Geschichten galten lange als weniger experimentierfreudig als die ihrer Vorgänger, und nach dem Fall der Mauer schien das Fortbestehen unsicher. Erst unter neuer Verlagführung fand die Reihe ihren heutigen Stil: eine Mischung aus sorgfältig recherchierter Geschichte, humorvollen Einlagen und spannenden Abenteuern. Die Figuren begegnen bedeutenden Denkern, Erfindern und Wissenschaftlern und vermitteln Wissen oft spielerisch im redaktionellen Teil des Hefts.

In den vergangenen Jahren rückten verstärkt deutsche Schauplätze in den Mittelpunkt. Regionen mit reicher Geschichte – vom Mittelalter über die Reformation bis zur Hanse – wurden zu wiederkehrenden Stationen der Zeitreisen. Zudem wagte das Team im Jubiläumsjahr ein Experiment: Jeden Monat erschien ein Heft, das eine eigene Epoche behandelte, mit Begegnungen, die von mittelalterlichen Schelmenfiguren bis hin zu technischen Pionieren reichten.

Für viele Menschen im Osten Deutschlands gehören die Comics seit Generationen zum familiären Erbe. Hefte und Abonnements werden weitergegeben, Erinnerungen an eigene Kindheitserlebnisse teilen sich mit der Begeisterung neuer Lesergruppen. In ihrer langen Geschichte sind die Helden durch die verschiedensten Zeiten gereist, doch vielleicht ist dies ihr größtes Abenteuer: über Jahrzehnte hinweg ein Bindeglied zwischen Generationen zu bleiben und immer wieder Neuankömmlinge für Geschichten aus Vergangenheit und Fantasie zu gewinnen.

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