Der Jahresabschluss der Windpark GmbH & Co. Erlengarten KG für das Geschäftsjahr 2024 zeigt ein Unternehmen, das weiterhin solide betrieben wird, aber im Vergleich zum Vorjahr in mehreren zentralen Bereichen an Substanz, Liquidität und finanzieller Stärke verliert. Besonders auffällig: die deutliche Reduzierung der Bilanzsumme, ein erstmaliger Eigenkapitalverlustanteil der Kommanditisten sowie eine spürbar sinkende Kapitalbindung im Anlagevermögen.
Der Windpark bewegt sich offenkundig in einer Phase, in der Abschreibungen, auslaufende Nutzungsrechte und geringere Einspeiseerträge eine immer größere Rolle spielen.
Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse aus Investorensicht:
1. Bilanzsumme sinkt um rund 9 % – ein signifikanter Rückgang
Die Bilanzsumme fällt von 6,71 Mio. Euro auf 6,10 Mio. Euro.
Ursachen:
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deutliche Verringerung der Sachanlagen (–589 Tsd. Euro)
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Abgang einer Finanzanlage (–150 Tsd. Euro)
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sinkende liquiden Mittel (–262 Tsd. Euro)
Ein solcher Rückgang ist typisch für in die Jahre kommende Windparks, aber dennoch bemerkenswert.
Aus Anlegersicht:
Der Rückgang zeigt fortschreitenden Wertverzehr und geringere Ertragspotenziale – ohne dass neue Investitionen dagegenhalten.
2. Anlagevermögen: Wertverzehr ohne Kompensation
Das Anlagevermögen sinkt um 760 Tsd. Euro – vor allem durch:
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Abschreibungen auf die technischen Anlagen
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Abgang der Finanzanlage (150.000 Euro)
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Rückgang immaterieller Vermögenswerte
Die Sachanlagen machen weiterhin den größten Teil aus (3,24 Mio. Euro), aber der Trend ist eindeutig:
Die Windpark-Infrastruktur verliert an bilanzieller Substanz – typisch für Anlagen nach der ersten Lebenshälfte.
Da keine neuen Investitionen aufgenommen wurden, wird der Wertverlust nicht kompensiert.
3. Umlaufvermögen: Liquidität nimmt ab – trotz steigender Forderungen
Die liquiden Mittel sinken von 788.850 Euro auf 527.331 Euro – ein Rückgang von 33 %.
Zugleich steigen die kurzfristigen Forderungen:
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1,67 Mio. Euro (Vorjahr: 1,22 Mio. Euro)
Dies wirkt paradox, hat aber zwei potenzielle Ursachen:
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Rückgang der Cash-Pool-Zahlungen innerhalb der Alterric-Gruppe
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Zeitliche Verschiebungen bei Einspeisevergütungen oder internen Verrechnungen
Für Anleger ist entscheidend:
Der sofort nutzbare Liquiditätsspielraum sinkt – trotz bilanzieller Forderungszunahme.
4. Eigenkapital: Verlustanteile entstehen – erstmals negative Dynamik sichtbar
Ein zentraler Aspekt:
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Die Kommanditisten weisen einen Verlustanteil von –28.862 Euro aus
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Das Eigenkapital sinkt von 2,27 Mio. auf 2,24 Mio. Euro
Das ist zwar noch kein strukturelles Risiko, aber ein klares Signal:
2024 war ergebnismäßig schwächer – und erstmals reicht das Ergebnis nicht aus, um den vorhandenen Wertverzehr vollständig aufzufangen.
5. Verbindlichkeiten: Entschuldung leicht sichtbar – aber Fixkosten weiter hoch
Die Verbindlichkeiten sinken von 3,95 Mio. Euro auf 3,36 Mio. Euro.
Dies ist grundsätzlich positiv:
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langfristige Darlehen wurden getilgt (–512.500 Euro bei den >5-jährigen Zahlungen)
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kurzfristige Verbindlichkeiten sinken moderat
Die Entschuldung reduziert zukünftige Zinslasten.
Aber:
Sowohl die absolute Verschuldung (3,36 Mio. Euro) als auch die langfristige Kreditstruktur (bis 2039) belasten den Cashflow weiterhin erheblich.
6. Langfristige finanzielle Verpflichtungen bleiben hoch
Die Gesellschaft ist bis 2039 vertraglich gebunden:
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1,335 Mio. Euro aus Nutzungsverträgen
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ca. 77 Tsd. Euro aus Betriebsführung (bis 2028)
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insgesamt 1,41 Mio. Euro Fixkosten – unabhängig vom Windertrag
Damit erhöht sich die Abhängigkeit von guten Windjahren und stabilen Einspeiseerlösen.
Für Investoren:
Ein strukturell hoher Kostenblock trifft auf eine saisonale und volatile Einnahmenseite.
7. Derivative Finanzinstrumente: Zinsabsicherung stabil, aber bindend
Der Windpark nutzt Zins-Swaps für ein Kreditvolumen von 3,20 Mio. Euro.
Positiv:
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Zinskosten sind kalkulierbar
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Risiko steigender Marktzinsen abgesichert
Kritisch:
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Opportunitätsrisiko bei fallenden Zinsen
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langfristige Bindung, geringe Flexibilität
8. Abhängigkeit von der Alterric-Gruppe
Wie bei vielen Alterric-Projektgesellschaften gilt:
Die wirtschaftliche Lage ist eng mit konzerninternen Zahlungsströmen verflochten.
Es bestehen zahlreiche konzerninterne Geschäftsbeziehungen:
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Cash-Pool
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Zinserträge aus Darlehen
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Betriebsführung
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Dienstleistungen
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Stromverkauf via verbundenes Netzunternehmen
Das reduziert Marktrisiken, erhöht aber die Intransparenz für externe Anleger.
Gesamtfazit aus Anlegersicht
Die Windpark Erlengarten KG zeigt ein solides, aber spürbar abgeschwächtes Gesamtbild:
Positiv:
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Rückführung von langfristigen Darlehen
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stabile technische Substanz, keine außergewöhnlichen Risiken
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Zinsabsicherung durch Swaps
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strukturiertes und professionelles Konzernumfeld
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planmäßiger Abschreibungsverlauf
Kritisch:
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deutlicher Abbau der bilanziellen Substanz
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sinkende Liquidität trotz hoher Forderungen
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leichter Verlustanteil der Kommanditisten
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hohe langfristige Fixkosten
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sehr starke Konzernabhängigkeit
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keine Neuinvestitionen, keine Erweiterungen
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rückläufiger Wert der immateriellen Vermögenswerte
Einordnung:
Der Windpark befindet sich erkennbar in einer späten wirtschaftlichen Betriebsphase – mit hohen Kostenstrukturen und rückläufiger Ertragskraft. Für sicherheitsorientierte Anleger bleibt die Gesellschaft stabil; für renditeorientierte wird sie zunehmend weniger attraktiv.