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Versicherer setzen auf Beton statt Bonds – FMA-Bericht zeigt Trend zu illiquiden Anlagen und stabile Solvenzreserven
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Versicherer setzen auf Beton statt Bonds – FMA-Bericht zeigt Trend zu illiquiden Anlagen und stabile Solvenzreserven

geralt (CC0), Pixabay

Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hat ihren aktuellen Bericht zur Lage der heimischen Versicherungswirtschaft 2025 vorgelegt – und der zeigt eine Branche, die auf den ersten Blick solide aufgestellt, aber zunehmend risikofreudig in der Kapitalanlage agiert. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und Marktvolatilität bleibt die Versicherungswirtschaft finanziell robust, während sich die Anlagepolitik merklich wandelt.

Zum Stichtag 30. Juni 2025 liegt die durchschnittliche Solvenzquote bei 264 % – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (253 %) und deutlich über dem EU-Schnitt. Das verwaltete Vermögen der Versicherer stieg auf 130,2 Milliarden Euro, ein Plus von 3,7 % gegenüber 2024. Doch hinter den stabilen Kennzahlen verbirgt sich ein klarer Strategiewechsel: weg von sicheren Anleihen, hin zu illiquiden Investments.

Illiquide Anlagen auf Rekordniveau

Während 2019 noch 46 % der Assets in Staats- und Unternehmensanleihen investiert waren, liegt dieser Anteil nun nur noch bei 34 %. Im Gegenzug wuchs der Anteil illiquider Anlagen – darunter Darlehen, Immobilien und Beteiligungen – auf beeindruckende 41 % (2019: 28 %).

Dieser Trend ist nicht nur in Österreich, sondern europaweit zu beobachten. In Zeiten niedriger Zinsen und steigender Inflation suchen Versicherer höhere Renditen in alternativen Anlageformen. Die FMA weist jedoch darauf hin, dass solche Investments komplexer zu bewerten und in Krisenzeiten schwieriger zu veräußern sind – ein Risiko, das angesichts geopolitischer Spannungen und schwankender Märkte nicht unterschätzt werden sollte.

Sinkende Verflechtung mit dem Bankensektor

Positiv bewertet die Aufsicht die geringere Abhängigkeit vom Finanzsektor. Die Verflechtung mit Banken, in Krisenzeiten ein potenzieller Ansteckungskanal, hat in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel abgenommen. Das Banken-Exposure sank von 24,6 Milliarden Euro (2016) auf 17,2 Milliarden Euro, wovon etwa die Hälfte auf österreichische Institute entfällt.

FMA mahnt zu Wachsamkeit

Trotz der insgesamt positiven Bilanz warnt die FMA vor Übermut bei der Renditesuche. Der wachsende Anteil illiquider Anlagen erfordert strenge Risikokontrolle, transparente Bewertungsverfahren und ein gutes Liquiditätsmanagement. Die Aufsicht sieht die Branche aber weiterhin auf einem „stabilen und resilienten Fundament“.

Fazit: Stabil, aber mit steigender Risikoneigung

Die österreichische Versicherungswirtschaft präsentiert sich 2025 kapitalstark und solide, doch die strategische Neuausrichtung der Anlagepolitik zeigt, dass Sicherheit zunehmend Rendite geopfert wird. Für Anleger, Kunden und Aufseher bleibt entscheidend, ob sich der Spagat zwischen Stabilität und Renditedruck langfristig auszahlt – oder gefährlich wird, wenn die Märkte kippen.

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