Der Jahresabschluss 2024 der e-wikom Windpark Fläming 3 GmbH & Co. KG zeigt eine Gesellschaft, die sich im soliden, aber reifen Betriebsstadium befindet. Die Verschuldung wurde reduziert, die technische Anlage liefert weiterhin Strom – aber die Ertragskraft scheint unter Druck zu geraten, und die Abschreibungen fressen sich sichtbar durch das Anlagevermögen.
Bilanzsumme schrumpft um rund 10 % – operative Stabilität, aber kein Wachstum
Die Bilanzsumme sank von 8,75 Mio. Euro auf 7,86 Mio. Euro – ein Rückgang um rund 10 %. Diese Entwicklung ist typisch für Windparkgesellschaften im mittleren Betriebsalter:
Die planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen – über 723.000 Euro – übersteigen den bilanziellen Werterhalt.
Zugänge im Anlagevermögen von gerade einmal 7.650 Euro zeigen: Es wird nicht investiert, sondern nur verwaltet.
Damit bestätigt sich das Bild: Der Windpark Fläming 3 läuft technisch solide, befindet sich aber in einer ruhigen, konsumierenden Phase – ohne Erweiterung, Repowering oder technologische Anpassung.
Technische Anlagen: Substanzverlust setzt sich fort
Der Restbuchwert der Windenergieanlagen liegt nun bei 6,81 Mio. Euro, nach 7,53 Mio. Euro im Vorjahr.
Das bedeutet: Rund 59 % der ursprünglichen Anschaffungskosten sind bereits abgeschrieben.
Das ist bilanziell normal, signalisiert aber: Der Windpark hat mehr als die Hälfte seiner betriebsgewöhnlichen Lebensdauer hinter sich. Ohne technische Erneuerung dürfte die Abschreibungsbelastung in den kommenden Jahren zunehmend die Gewinne drücken.
Solider Liquiditätspuffer – Rücklagenbildung auf niedrigem Niveau
Mit 655.000 Euro Bankguthaben verfügt die Gesellschaft über ausreichende Liquidität, um kurzfristige Verpflichtungen zu bedienen.
Die Rückstellungen gingen leicht zurück (–35 %), was auf den Abschluss älterer Verpflichtungen oder geringere Steuerbelastungen hindeutet. Die Rückstellung für den Rückbau der Anlagen beträgt rund 338.000 Euro, also etwa 5 % der Anschaffungskosten – ein branchenüblicher, aber nicht übermäßig konservativer Wert.
Schuldenabbau: Deutliches Zeichen finanzieller Entlastung
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden von 7,08 Mio. Euro auf 6,44 Mio. Euro reduziert.
Das entspricht einer Tilgung von über 630.000 Euro – ein starkes Signal für solide Kapitaldienstfähigkeit.
Die langfristige Struktur bleibt jedoch unverändert:
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3,44 Mio. Euro sind Darlehen mit einer Laufzeit über fünf Jahre,
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2,37 Mio. Euro zwischen einem und fünf Jahren.
Das heißt: Die Gesellschaft trägt weiterhin eine hohe Fremdkapitallast, doch der Schuldenabbau verläuft planmäßig.
Allerdings sind die Kredite vollständig besichert – inklusive Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen, Abtretung von Einspeiseerlösen und Kontenverpfändung. Für Investoren bedeutet das: Eigenmittel sind nachrangig geschützt, das Risiko liegt bei den Gesellschaftern.
Gesellschafterdarlehen und Eigenkapital – Finanzierung bleibt eng
Das Eigenkapital stagniert bei 20.889 Euro – gerade einmal 0,27 % der Bilanzsumme.
Demgegenüber stehen Gesellschafterdarlehen von über 1,05 Mio. Euro. Diese Struktur zeigt deutlich, dass die Gesellschaft fast ausschließlich fremdfinanziert operiert – ein typisches Muster kleinerer Windpark-Kommanditgesellschaften.
Solange der Betrieb stabil läuft, ist das tragfähig. Sollte die Stromproduktion jedoch abnehmen oder Wartungskosten steigen, kann es schnell eng werden.
Laufende Verpflichtungen: Wartung und Betriebsführung fressen Erträge auf
Die Gesellschaft hat umfangreiche vertragliche Verpflichtungen:
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264.000 Euro jährlich aus Wartungsverträgen,
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3,5 % der Nettostromerlöse als Nutzungsvergütung,
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2 % der Stromerlöse (mind. 19.682 €) für technische und kaufmännische Betriebsführung,
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sowie zusätzliche Pauschalen für Verwaltung und Umspannwerksanschluss.
Diese laufenden Kosten summieren sich zu einer spürbaren Fixkostenlast, die im Vergleich zum sinkenden Ertragspotenzial der alternden Anlagen zunehmend ins Gewicht fallen dürfte.
Steuerliche Entwicklung: Entlastung durch latente Steuern
Die passiven latenten Steuern sanken leicht auf 137.973 Euro, was auf geringere Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz hindeutet. Hier zeigt sich ein klassischer Effekt aus sinkenden Buchwerten der technischen Anlagen.
Fazit aus Anlegersicht
Die e-wikom Windpark Fläming 3 GmbH & Co. KG befindet sich im geregelten, aber stagnierenden Betrieb.
Die Gesellschaft baut Schulden ab, hält solide Liquidität und bleibt bilanziell geordnet – aber Wachstum ist nicht in Sicht.
Positiv:
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Planmäßiger Schuldenabbau
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Ausreichende Liquidität
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Solide technische Betriebsführung
Kritisch:
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Stark sinkendes Anlagevermögen
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Extrem niedrige Eigenkapitalquote
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Fixkosten durch Wartung und Verträge bleiben hoch
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Keine Neuinvestitionen oder Repowering-Aktivitäten erkennbar
Fazit:
Der Windpark Fläming 3 ist bilanziell sauber geführt, aber wirtschaftlich im Alterungsprozess. Für Anleger bleibt er ein konservatives, risikoarmes Bestandsobjekt, das stabil läuft, aber keine nennenswerte Renditeentwicklung mehr erwarten lässt.
Ohne technische Erneuerung oder vertragliche Optimierung droht der Gesellschaft mittelfristig, in eine reine Substanzerhaltungsphase zu gleiten – solide, aber ohne Rückenwind.