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Tierschützer fordern Kennzeichnungspflicht für Gänse in der Gastronomie – Kritik an Importen aus Osteuropa

photaubay98 (CC0), Pixabay

Zum traditionellen Martini-Ganslessen am 11. November entbrennt erneut eine Diskussion um die Herkunft der servierten Gänse. Während viele Gäste den Feiertag mit knusprigem Gänsebraten feiern, warnen Tierschützer und heimische Landwirte vor den Zuständen in der ausländischen Geflügelmast und fordern eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Gänse in Restaurants und Gaststätten.

Der steirische Biobauer Hannes Royer, Obmann der Organisation Land schafft Leben, kritisiert, dass rund ein Drittel der in Österreich servierten Gänse importiert werde – vor allem aus Polen und Ungarn.Kritik an Haltungsbedingungen im Ausland

Nach Angaben von Royer würden viele der importierten Tiere unter problematischen Bedingungen gemästet:

„In manchen osteuropäischen Betrieben werden die Gänse innerhalb von nur drei Monaten hochgemästet – oftmals ohne Auslauf und mit viel zu wenig Platz“, erklärt Royer.

Während in Österreich strenge Tierschutzgesetze gelten – etwa die Pflicht zu Auslaufmöglichkeiten für jede Gans – gibt es solche Vorschriften in anderen EU-Staaten häufig nicht. Das führe zu großen Preisunterschieden, aber auch zu ethischen Spannungen zwischen heimischer Produktion und billigeren Importen.

Forderung nach mehr Transparenz

Tierschützer und Bauern fordern daher, dass Gastronomiebetriebe klar kennzeichnen müssen, ob das Fleisch aus österreichischer oder ausländischer Produktion stammt.
Bislang gilt die Herkunftskennzeichnung nur für den Einzelhandel, nicht aber für Restaurants oder Großküchen.

„Viele Konsumenten glauben, sie essen eine österreichische Gans – tatsächlich stammt sie oft aus dem Ausland“, so Royer.

Eine verpflichtende Deklaration auf Speisekarten oder in Menüs könnte laut Branchenvertretern fairere Wettbewerbsbedingungen für heimische Betriebe schaffen.

Österreichische Gänse knapp, aber gefragt

Der Marktanteil österreichischer Gänse bleibt seit Jahren begrenzt. Die Zahl heimischer Betriebe, die Gänse halten, ist überschaubar – und die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem.
Viele Gastronomiebetriebe greifen deshalb auf Importware zurück, um die Menükarten zur Martinszeit zu füllen.

Heimische Landwirte hoffen, dass bewusstere Konsumentscheidungen den Trend langfristig verändern.

„Wer heimische Gänse isst, unterstützt nicht nur regionale Betriebe, sondern auch bessere Tierhaltungsstandards“, betont Royer.

Fazit

Das traditionelle Martini-Ganslessen bleibt ein kulinarischer Fixpunkt im Herbst – doch hinter dem Genuss steht zunehmend die Frage nach Tierwohl und Transparenz.
Eine Kennzeichnungspflicht in der Gastronomie könnte künftig Klarheit schaffen, woher das Fleisch tatsächlich stammt – und damit den Druck auf Importe aus problematischen Mastbetrieben erhöhen.

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