Infolge des anhaltenden Stillstands der US-Regierung werden ab Freitag (8. November) an 40 großen Flughäfen im ganzen Land hunderte Flüge gestrichen. Sollte sich keine Einigung abzeichnen, könnten in der kommenden Woche bis zu 10 % aller US-Inlandsflüge ausfallen. Betroffen sind vor allem große Drehkreuze wie New York, Los Angeles, Chicago oder Atlanta – aber auch viele kleinere Städte könnten unter den Flugausfällen leiden, da viele Verbindungen über große Flughäfen laufen.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA kündigte in einer Notfallverfügung schrittweise Kürzungen an: Ab Freitag werden zunächst 4 % der Flüge gestrichen, am Dienstag folgen 6 %, am Donnerstag 8 % und ab Freitag nächster Woche 10 %. Der Grund: Immer mehr Sicherheits- und Kontrollpersonal fällt aus – viele Beschäftigte arbeiten zwar als „systemrelevant“ weiter, erhalten jedoch seit Wochen keinen Lohn.
Die vier größten Fluggesellschaften – Delta, United, American und Southwest – haben bereits vorsorglich insgesamt über 700 Flüge für Freitag gestrichen. Besonders betroffen sind inneramerikanische Kurz- und Mittelstreckenverbindungen. Laut FAA könnten es bald tausende Ausfälle pro Tag sein.
Reisenden wird geraten, alternative Buchungen vorzunehmen. Einige Airlines bieten bereits kostenlose Umbuchungen an. Wer sichergehen möchte, sollte direkt bei der Airline buchen und möglichst Direktflüge wählen – Umsteigeverbindungen erhöhen das Risiko gestrichener Anschlussflüge.
Airlines sind verpflichtet, den Ticketpreis bei Annullierung zu erstatten, übernehmen jedoch keine Hotelkosten, wenn der Ausfall nicht ihr Verschulden ist. Das betrifft etwa alle Ausfälle aufgrund des Regierungsstillstands.
Hintergrund: Seit dem 1. Oktober ist der US-Haushalt blockiert, was zur bisher längsten Unterbrechung in der US-Regierungsgeschichte geführt hat. Besonders betroffen: Luftsicherheits- und Fluglotsenpersonal. Laut ihrer Gewerkschaft fehlen der FAA bereits über 400 Fluglotsen – viele Mitarbeiter kündigen, da sie ohne Gehalt über die Runden kommen müssen.
Trotz allem betonen die Behörden: Das Fliegen ist derzeit noch sicher – gerade wegen der Kürzungen. „Das ist Sicherheitsmanagement im besten Sinne“, erklärte die Leiterin der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Jennifer Homendy.
Doch je länger der Stillstand dauert, desto höher werden die Risiken. „Jeder weitere Tag macht den nächsten Tag weniger sicher“, warnte Nick Daniels, Chef der Fluglotsen-Gewerkschaft.
Ob zur kommenden Urlaubssaison wieder Normalbetrieb herrscht, ist unklar. Bis dahin müssen Reisende in den USA mit mehr Unsicherheit, Wartezeiten – und Flugausfällen – rechnen.