Dark Mode Light Mode

Karibik im Ausnahmezustand – Hurrikan „Melissa“ fordert mindestens 30 Todesopfer

WikiImages (CC0), Pixabay

Der verheerende Hurrikan „Melissa“ hat in der Karibik eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Nach offiziellen Angaben sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende gelten als vermisst. Besonders schwer getroffen wurde Haiti, wo Überschwemmungen ganze Landstriche unter Wasser gesetzt haben.

Allein in der Gemeinde Petit Goâve im Westen des Landes kamen nach Angaben der Behörden mindestens 20 Menschen ums Leben, nachdem der Fluss La Digue über die Ufer trat und sich reißende Wassermassen durch die Ortschaften wälzten. Häuser, Fahrzeuge und Vieh wurden mitgerissen, Felder zerstört. Unter den Toten seien zahlreiche Kinder, teilte der Leiter des Zivilschutzes, Emmanuel Pierre, mit. Mindestens zehn Menschen werden noch vermisst, die Suche läuft unter schwierigen Bedingungen weiter.

Auch in Jamaika, das „Melissa“ bereits am Dienstag mit voller Wucht getroffen hatte, wurden vier Todesopfer bestätigt. In der Dominikanischen Republik kam eine Person ums Leben, auf Kuba dauern die Aufräumarbeiten an. Aus dem Osten der Insel werden schwere Schäden, aber bislang keine Todesopfer gemeldet.

Laut dem US-Hurrikanzentrum in Miami handelt es sich bei „Melissa“ derzeit um einen Hurrikan der zweitstärksten Kategorie mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Kilometern pro Stunde. Der Sturm bewegt sich mit rund 22 Kilometern pro Stunde Richtung Norden und soll noch in der Nacht über Teile der Bahamas hinwegziehen. Meteorologen warnen dort vor heftigen Niederschlägen, zerstörerischen Windböen und lebensgefährlichen Sturmfluten.

Auf den Bahamas und den Turks- und Caicosinseln gelten Hurrikanwarnungen, ebenso im Osten Kubas. Am späten Donnerstag wird der Sturm voraussichtlich in der Nähe oder westlich von Bermuda vorbeiziehen.

„Melissa“ hatte am Wochenbeginn Jamaika und Kuba mit voller Wucht getroffen, Straßen und Brücken zerstört, Stromleitungen niedergerissen und zehntausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders in Haiti, wo die Infrastruktur vielerorts schwach ist, führten die sintflutartigen Regenfälle zu katastrophalen Zuständen.

Internationale Hilfsorganisationen bereiten sich nun auf umfangreiche Einsätze vor. Die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz kündigten an, Nothilfe und Versorgungsgüter in die betroffenen Regionen zu schicken. Beobachter warnen, dass sich die Opferzahlen noch deutlich erhöhen könnten – viele Dörfer sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, und der Sturm zieht weiter Richtung Norden.

Die Karibik erlebt damit erneut die ganze Wucht der Natur. „Melissa“ reiht sich in eine Serie immer heftigerer Tropenstürme ein, die in den vergangenen Jahren ganze Inselstaaten verwüstet haben – ein weiteres Menetekel für eine Region, die an der Frontlinie des Klimawandels steht.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Windpark Sulzthal: Vom Verlust ins Plus – Eigenkapital wiederhergestellt, Schulden bleiben hoch

Next Post

Solides, breit diversifiziertes Mischportfolio mit defensiver Ausrichtung – Analyse des Westfalicafonds Aktien Renten (ODDO BHF Asset Management GmbH) aus Anlegersicht