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Energiehunger der KI: Google will stillgelegtes Atomkraftwerk wieder ans Netz bringen

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Der rapide steigende Strombedarf durch den Boom der Künstlichen Intelligenz zwingt die großen Technologieunternehmen zu ungewöhnlichen Schritten. Um die Energieversorgung seiner Rechenzentren zu sichern, will Google ein stillgelegtes Atomkraftwerk im US-Bundesstaat Iowa wieder in Betrieb nehmen.

Gemeinsam mit dem Energieversorger NextEra Energy plant der Konzern die Reaktivierung des Duane Arnold Energy Centers, das seit 2020 außer Betrieb ist. Nach einer nun getroffenen Vereinbarung soll der Reaktor ab 2029 wieder Strom liefern – exklusiv für die Cloud- und KI-Infrastruktur des Internetgiganten. Das Abkommen sieht eine langfristige Stromabnahme über 25 Jahre vor.

In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten beide Unternehmen das Vorhaben als „strategische Partnerschaft“, die Google ermöglichen solle, sein Geschäft „verantwortungsbewusst und nachhaltig“ auszubauen. Atomenergie wird dabei als CO₂-freie Energiequelle präsentiert – ein Argument, das in Zeiten steigender Emissionen und wachsender Energieengpässe zunehmend Gewicht bekommt.

Der Schritt kommt nicht überraschend: Der Betrieb von KI-Systemen verschlingt enorme Mengen an Energie. Laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur könnte sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 mehr als verdoppeln. Schon heute verbrauchen Serverparks und KI-Cluster so viel Strom wie ganze Staaten.

Google ist mit seinem Vorstoß nicht allein. Auch andere Tech-Konzerne setzen wieder verstärkt auf Atomkraft, um ihre Netze stabil und emissionsarm zu betreiben. So soll im stillgelegten US-Atomkraftwerk Three Mile Island ein Reaktor für Microsoft-Rechenzentren reaktiviert werden, während der Facebook-Mutterkonzern Meta sich in Illinois die Stromproduktion eines Kernkraftwerks für zwei Jahrzehnte gesichert hat. Zudem plant Google, ab 2030 auch Strom aus neuen, kompakten Reaktoren des Entwicklers Kairos Power zu beziehen.

Die Renaissance der Kernenergie im Silicon Valley verdeutlicht ein Dilemma der digitalen Transformation: Die Technologien, die als Weg in eine klimafreundliche Zukunft gelten, verbrauchen selbst enorme Energiemengen. Um die Balance zwischen Klimazielen und Wachstum zu halten, greifen die Tech-Giganten nun auf eine Energiequelle zurück, die jahrzehntelang als Auslaufmodell galt – und nun zur Grundlage des KI-Zeitalters werden könnte.

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