Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schlägt Alarm: Die traditionellen Altkleidersammlungen, die seit Jahrzehnten eine wichtige Säule sozialer Finanzierung darstellen, geraten zunehmend in Gefahr. Grund dafür seien ein dramatischer Preisverfall auf dem internationalen Altkleidermarkt sowie neue gesetzliche Vorgaben, teilte die Organisation in Wiesbaden mit.
80.000 Tonnen Kleiderspenden pro Jahr
Das DRK sammelt bundesweit jährlich bis zu 80.000 Tonnen Kleidung. Doch immer größere Mengen davon lassen sich kaum noch weiterverwenden. Ursache ist die Fast-Fashion-Welle: Billig produzierte Textilien landen immer schneller in den Containern, sind aber von so geringer Qualität, dass sie weder auf Second-Hand-Märkten noch in Exportländern Abnehmer finden. „Wir sehen einen stark ansteigenden Anteil von nicht mehr verwertbaren Textilien“, so das DRK.
Finanzierung sozialer Projekte in Gefahr
Die Erlöse aus dem Verkauf gespendeter Kleidung dienen eigentlich der Finanzierung zahlreicher sozialer Projekte, von Tafeln bis zu Obdachlosenhilfen. Doch durch den Preisverfall auf den internationalen Märkten bricht diese wichtige Einnahmequelle zunehmend weg. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, ist die gesamte gemeinnützige Sammelinfrastruktur bedroht“, warnt das Rote Kreuz.
Politischer Druck durch neue Regeln
Hinzu kommen neue gesetzliche Vorgaben, die Sammler zusätzlich belasten. Kommunen und Entsorgungsunternehmen drängen auf strengere Regelungen, um illegale Container und unseriöse Sammler einzudämmen. Für gemeinnützige Organisationen bedeutet dies jedoch oft mehr Bürokratie und höhere Kosten.
Forderung nach Unterstützung
Das DRK fordert daher klare politische Unterstützung, damit gemeinnützige Sammler nicht gegenüber kommerziellen Entsorgern ins Hintertreffen geraten. Außerdem brauche es mehr Aufklärung, damit Spender hochwertige Kleidung und Schuhe abgeben und nicht kaputte oder stark verschmutzte Textilien in die Container werfen.