Die wirtschaftlichen Belastungen durch krankheitsbedingte Ausfälle von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland nehmen weiter zu. Nach einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beliefen sich die Aufwendungen der Arbeitgeber im Jahr 2024 auf rund 82 Milliarden Euro.
Kostenanstieg in den letzten Jahren
Im Vergleich zu 2021 bedeutet das einen Anstieg um 10 Milliarden Euro innerhalb von drei Jahren. Gründe für diese Entwicklung sind laut IW vor allem:
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Lohnerhöhungen, die zu höheren Lohnfortzahlungen führen.
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Mehr Beschäftigte auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
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Hohe Krankheitszahlen, die seit der Corona-Pandemie tendenziell angestiegen sind.
Besonders im Winter 2022/23 hatten Grippe- und Erkältungswellen sowie Corona viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für längere Zeit außer Gefecht gesetzt. Auch in den darauffolgenden Jahren blieb das Niveau der Krankmeldungen hoch.
Gesetzliche Pflicht zur Lohnfortzahlung
In Deutschland gilt: Wird ein Arbeitnehmer krank, muss der Arbeitgeber bis zu sechs Wochen lang den Lohn in voller Höhe weiterzahlen. Diese Pflicht besteht unabhängig von der Unternehmensgröße. Erst wenn die sechs Wochen überschritten sind, übernimmt die Krankenkasse die Zahlung in Form von Krankengeld.
Für die Unternehmen bedeutet das eine erhebliche finanzielle Last. Besonders kleinere und mittlere Betriebe spüren die Auswirkungen deutlich, da sie weniger Möglichkeiten haben, längere Ausfälle aufzufangen.
Herausforderungen für Unternehmen
Neben den reinen Lohnkosten stellen die Fehlzeiten auch eine organisatorische Belastung dar:
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Projekte verzögern sich, weil Fachkräfte ausfallen.
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Vertretungen müssen organisiert werden, was zusätzliche Kosten verursacht.
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In Branchen mit körperlich anstrengender Arbeit – wie Bau, Pflege oder Logistik – sind Krankheitsquoten besonders hoch.
Das IW warnt, dass die steigenden Krankheitskosten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen unter Druck setzen könnten, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Mehr Prävention gefordert
Experten sehen die Lösung in einer stärkeren Förderung der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Dazu gehören zum Beispiel:
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Gesundheitsprogramme in Betrieben (z. B. Sportangebote, Rückenschulen).
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Präventionsmaßnahmen gegen Stress und Burnout.
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Verbesserte Arbeitsbedingungen, etwa ergonomische Arbeitsplätze.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte bereits mehrfach betont, dass Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz eine zentrale Rolle spielen, um Kosten im Gesundheitswesen und in der Wirtschaft zu senken.
Fazit
Die Zahl von 82 Milliarden Euro verdeutlicht die immense wirtschaftliche Dimension von Krankheitsausfällen. Während Arbeitnehmer von der Sicherheit der Lohnfortzahlung profitieren, stehen Arbeitgeber vor immer größeren Herausforderungen. Ohne verstärkte Prävention und eine nachhaltige Gesundheitspolitik dürften die Kosten in den kommenden Jahren weiter steigen.