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Millionenstrafe gegen Qantas wegen rechtswidriger Entlassungen

Nel_Botha (CC0), Pixabay

Die australische Fluggesellschaft Qantas ist wegen rechtswidriger Kündigungen während der Corona-Pandemie zu einer Millionenstrafe verurteilt worden. Ein Bundesgericht verhängte ein Bußgeld in Höhe von 90 Millionen australischen Dollar – umgerechnet rund 50 Millionen Euro.

Hintergrund der Klage

Während der Pandemie hatte Qantas tausende Mitarbeiter entlassen, darunter zahlreiche Bodenmitarbeiter und Beschäftigte in der Abfertigung. Nach Ansicht des Gerichts verstieß das Unternehmen dabei gegen geltendes Arbeitsrecht. Kritiker werfen der Airline vor, die Krise genutzt zu haben, um Kosten zu sparen und unliebsame Arbeitsverhältnisse aufzulösen.

Urteil mit Signalwirkung

Bundesrichter Michael Lee erklärte in seiner Urteilsbegründung, die Strafe solle eine „echte Abschreckung“ für andere Unternehmen sein, die versucht sein könnten, in Krisenzeiten gesetzliche Vorgaben zu umgehen. Arbeitsrechte müssten auch in außergewöhnlichen Situationen wie einer globalen Pandemie Bestand haben.

Verteilung der Strafe

Von den 90 Millionen australischen Dollar fließen:

  • 50 Millionen an die Gewerkschaft Transport Workers Union (TWU), die das Verfahren mitgetragen hatte.

  • 40 Millionen sind für direkte Entschädigungszahlungen an die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen.

Die Gewerkschaft begrüßte das Urteil als wichtigen Sieg für Arbeitnehmerrechte. „Qantas hat Menschen in einer ohnehin schweren Zeit ohne rechtliche Grundlage auf die Straße gesetzt. Dieses Urteil macht klar: So etwas darf sich nicht wiederholen“, sagte ein Sprecher der TWU.

Reaktionen und Folgen

Qantas selbst äußerte sich bislang nur zurückhaltend. Das Unternehmen kündigte an, das Urteil zu prüfen und die nächsten rechtlichen Schritte zu erwägen. Analysten sehen in der Strafe einen deutlichen Imageschaden für Australiens größte Fluggesellschaft, die ohnehin seit Monaten mit Kritik wegen schlechter Servicequalität und hohen Ticketpreisen zu kämpfen hat.

Fazit

Das Urteil gilt als Meilenstein für Arbeitsrechte in Australien. Es zeigt, dass auch große Konzerne in Krisenzeiten nicht über dem Gesetz stehen – und könnte international als Signal verstanden werden, Arbeitnehmerrechte konsequent zu schützen.

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