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Kamala Harris schließt politisches Comeback nicht aus – Interview mit Colbert sorgt für Aufmerksamkeit

GDJ (CC0), Pixabay

In einem aufsehenerregenden Interview mit Stephen Colbert in der Sendung The Late Show hat die frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris erstmals offen über ihre politische Zukunft, ihre Wahlniederlage gegen Donald Trump und ihre persönliche Verarbeitung gesprochen. Die 60-Jährige erklärte, sie wolle vorerst nicht in ein öffentliches Amt zurückkehren, ließ jedoch die Tür für eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2028 offen.

Rückzug aus der Politik – aber nicht für immer?

„Ich möchte momentan nicht zurück in ein System, das ich für kaputt halte“, sagte Harris. Sie wolle lieber durch das Land reisen, Menschen zuhören und Gespräche führen – ohne das Ziel, Stimmen zu gewinnen. Die ehemalige Senatorin aus Kalifornien hatte Anfang der Woche angekündigt, nicht für das Gouverneursamt ihres Heimatstaats 2026 zu kandidieren.

Trotzdem betonte sie: „Für jetzt“ bedeute nicht „für immer“. Damit heizte sie Spekulationen um eine mögliche dritte Präsidentschaftskandidatur an. Bereits 2020 hatte Harris kurzzeitig für das Amt kandidiert, bevor sie als Vizepräsidentschaftskandidatin auf Joe Bidens Ticket wechselte.

Nach der Wahlniederlage 2024: Rückzug, Reflexion und Kochshows

Im Interview sprach Harris offen über ihre Niederlage gegen Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024. Sie verlor die Wahl deutlich mit 226 zu 312 Wahlleuten. Harris sagte, sie habe nach dem Wahlabend „monatelang keine Nachrichten geschaut“ und sich stattdessen Kochsendungen wie The Kitchen zugewandt: „Ich stehe nicht auf Selbstgeißelung.“

Ihr Ehemann, Doug Emhoff, bekam ebenfalls sein Fett weg – er habe an ihrem 60. Geburtstag „den Ball fallen lassen“.

Erinnerungen an den 6. Januar – und Lob für Pence

Harris sprach auch über den 6. Januar 2025, an dem sie als Präsidentin des Senats Trumps Wahlsieg offiziell bestätigte – vier Jahre nach dem Sturm auf das Kapitol. Damals, 2021, war sie selbst noch Senatorin. Die Parallelen hätten bei ihr viele Erinnerungen ausgelöst. Sie äußerte Respekt gegenüber Mike Pence, der 2021 trotz Druck von Trump die Verfassung verteidigt hatte.

Kein Kommentar zu Bidens Rückzug

Harris vermied klare Worte zu Joe Bidens Rückzug aus dem Wahlkampf 2024. Sie habe „großen Respekt“ für den 46. Präsidenten und wolle sich nicht an der öffentlichen Kritik beteiligen: „Es wurde damals viel auf ihn eingeprügelt. Ich wollte kein Teil davon sein.“

Neues Buch: „107 Days“

Harris’ Interview diente auch der Promotion ihres neuen Buches „107 Days“, das am 23. September bei Simon & Schuster erscheinen soll. Es ist ihr erster ausführlicher Rückblick auf die turbulenten Monate ihres letzten Wahlkampfs.


Fazit: Kamala Harris positioniert sich nach ihrer Wahlniederlage nicht als politische Außenseiterin, sondern als nachdenkliche Beobachterin – mit offener Option für ein Comeback 2028. Ihre Aussagen dürften die Diskussion um die Zukunft der Demokratischen Partei weiter anheizen.

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