Nach Verzögerungen bei der Entwicklung seiner eigenen KI-Technologien zeigt sich Apple zunehmend offen für größere Übernahmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Grund dafür ist unter anderem die Verschiebung der KI-basierten Weiterentwicklung des Sprachassistenten Siri – die ursprünglich für 2025 geplante Version wird nun erst 2026 erwartet.
Apple-Chef Tim Cook erklärte gegenüber Medien, der Konzern sei „sehr offen“ für Zukäufe, wenn diese dazu beitragen, im Bereich Künstliche Intelligenz schneller Fortschritte zu machen. „Auch wenn wir bisher vor allem kleinere Unternehmen übernommen haben, sind wir nicht auf eine bestimmte Größenordnung fixiert“, betonte Cook. Konkrete Übernahmepläne gebe es derzeit zwar nicht, doch Apple halte gezielt Ausschau nach passenden Technologien und Partnern.
Strategischer Druck durch Konkurrenz wächst
Der Druck auf Apple wächst: Wettbewerber wie Google, Microsoft und Amazon investieren seit Jahren massiv in KI-Anwendungen und generative Modelle. Insbesondere durch die rasante Entwicklung von Sprachmodellen und intelligenten Assistenten gerät Apple zunehmend ins Hintertreffen. Die Verzögerung bei der KI-Integration von Siri wird in der Branche als Rückschlag gewertet – auch angesichts der Erwartungen an Apples geplante iPhone-Generationen mit integrierten KI-Funktionen.
Apple setzt auf Aufholjagd durch Akquisitionen
Bisher galt Apple bei Übernahmen als zurückhaltend und strategisch selektiv. Das Unternehmen hat zwar in der Vergangenheit regelmäßig kleinere Start-ups gekauft – etwa im Bereich Bildverarbeitung oder Spracherkennung –, hielt sich bei spektakulären Großübernahmen jedoch zurück. Die jüngsten Aussagen von Cook deuten nun auf eine flexiblere Herangehensweise hin, mit der Apple auf die zunehmende Dynamik im KI-Sektor reagieren will.
Ob sich daraus bald konkrete Zukäufe ergeben, bleibt abzuwarten. Analysten sehen Apples Milliardenreserven jedoch als ausreichend an, um sich bei vielversprechenden KI-Unternehmen gezielt einzukaufen – ein Schritt, der nötig sein könnte, um den technologischen Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren.