Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt heute Mittag in Berlin den jordanischen König Abdullah II. zu einem offiziellen Besuch. Die Begrüßung vor dem Kanzleramt erfolgt mit militärischen Ehren, ehe sich die beiden Staatsoberhäupter zu einem bilateralen Gespräch zurückziehen.
Im Mittelpunkt der Unterredung steht voraussichtlich die am Vortag von Merz angekündigte deutsch-jordanische Luftbrücke für den Gazastreifen. Ziel sei es, angesichts der weiterhin katastrophalen humanitären Lage in Gaza dringend benötigte Hilfsgüter bereitzustellen. Deutschland will diese Mission gemeinsam mit Jordanien umsetzen – einem der wenigen Staaten mit stabilen und funktionierenden Hilfsstrukturen in der Region.
Wie genau die Luftbrücke ausgestaltet werden soll, ist jedoch bislang nicht bekannt. Auch Details zu Logistik, Sicherheit und dem konkreten Umfang der Lieferungen stehen noch aus. Hilfsorganisationen äußerten zuletzt Kritik an ähnlichen Maßnahmen: Das Abwerfen von Hilfsgütern aus der Luft sei in vielen Fällen ineffizient, riskant und teuer – und könne angesichts der komplexen Lage am Boden nur ein begrenzter Beitrag zur Versorgung sein.
Neben Gaza dürften auch regionale Sicherheitsfragen, die Flüchtlingssituation und wirtschaftliche Zusammenarbeit Themen des Treffens sein. Deutschland und Jordanien pflegen seit Jahren enge diplomatische Beziehungen, insbesondere in Fragen der Stabilität im Nahen Osten und der humanitären Hilfe.