Nach einer Woche voller heftiger Regenfälle und Überschwemmungen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut vor Starkregen in Teilen Sachsens. Im Fokus steht aktuell die Region zwischen Freiberg und dem Erzgebirge, wo sich innerhalb kurzer Zeit neue Unwetter entladen könnten. Die Behörden und Einsatzkräfte sind alarmiert – viele Keller, Straßen und Gullysysteme sind noch nicht vollständig entlastet.
Extreme Regenmengen in kurzer Zeit
In mehreren Orten Mittelsachsens war es in den vergangenen Tagen zu außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen gekommen. Besonders in Ostrau (Landkreis Mittelsachsen) fiel in nur wenigen Stunden die durchschnittliche Regenmenge eines ganzen Monats. Auch in Stollberg und Hohndorf im Erzgebirgskreis meldeten Feuerwehr und THW überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und überforderte Abwassersysteme. In Hohndorf ist das Ausmaß der Schäden bis heute noch nicht vollständig erfasst.
„So etwas habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt“, sagte ein Feuerwehrsprecher aus der Region. „Die Kanalisation war an vielen Stellen einfach überfordert.“
Neue Gewitterfront im Anmarsch
Nun kündigt der DWD bereits die nächste Gewitterfront an: Zwischen Montagnachmittag und Dienstagmorgen ist mit weiteren intensiven Regenfällen zu rechnen – lokal könnten erneut 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter fallen, innerhalb kurzer Zeit. Besonders gefährlich wird dies in ohnehin aufgeweichten Böden und an Hängen, wo es zu Hangrutschungen oder lokalen Überflutungen kommen kann.
Die Bevölkerung wird gebeten, Fahrzeuge nicht in Senken oder neben Flüssen abzustellen, Lichtschächte zu sichern und tiefergelegene Räume zu meiden. Der DWD mahnt zur Aufmerksamkeit und Vorsicht bei Fahrten im Straßenverkehr, insbesondere in den Abendstunden.
Regionen im Osten warten weiter auf Regen
Während der Westen und Süden Sachsens mit Wassermassen kämpft, herrscht in anderen Teilen des Landes Trockenheit. Besonders im östlichen Sachsen – etwa in der Region rund um Bautzen und Görlitz – bleiben dringend benötigte Regenfälle bislang aus. Landwirtschaft und Gartenbau leiden unter der Dürre, und der Zustand vieler Böden ist kritisch.
„Wir erleben hier ein paradoxes Wetterbild: Im Westen drohen Überschwemmungen, im Osten verdorrt der Boden“, so ein Meteorologe des MDR-Wetterstudios.
Wetterextreme als neue Realität?
Die sich häufenden Starkregenereignisse werfen erneut die Frage auf, ob es sich um Einzelfälle oder Anzeichen für den Klimawandel handelt. Experten sehen einen klaren Zusammenhang. Längere Hitzeperioden, gefolgt von plötzlichem Starkregen, seien mittlerweile ein typisches Muster, das sich durch den Temperaturanstieg in Mitteleuropa verstärke.