Die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen nimmt weiter zu. Laut einer aktuellen Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) zahlen Bewohnerinnen und Bewohner im ersten Jahr ihrer Heimpflege mittlerweile im Durchschnitt 3.108 Euro Eigenanteil pro Monat. Das sind 124 Euro mehr als noch im Januar – und ganze 237 Euro mehr als im Juli 2024.
vdek-Vorstandschefin Ulrike Elsner spricht von einer alarmierenden Entwicklung: „Die Eigenbeteiligung steigt seit Jahren kontinuierlich. Belastungen in dieser Höhe sind für viele Pflegebedürftige und ihre Familien nicht mehr zumutbar.“
Die steigenden Kosten ergeben sich aus einem Mix aus höheren Personalausgaben, steigenden Betriebskosten und nur langsam wachsenden staatlichen Zuschüssen. Besonders kritisch: Der durchschnittliche Eigenanteil umfasst nicht nur Pflegeleistungen, sondern auch Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.
Pflegeverbände und Sozialverbände fordern seit Langem eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung – etwa durch eine Vollversicherung oder höhere Bundeszuschüsse. Andernfalls droht vielen Menschen im Alter die soziale Abwärtsspirale – trotz Pflegeversicherung.
Die Zahlen des vdek machen deutlich: Ohne politische Gegenmaßnahmen wird Pflege im Heim für viele zum finanziellen Kraftakt – und für einige zum untragbaren Risiko.