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Digitalisierung auf vier Rädern: Salzburg vermisst Straßennetz in 3D

abuabua (CC0), Pixabay

In der Stadt Salzburg beginnt in den kommenden Wochen ein neues Kapitel der Verkehrsplanung: Ein speziell ausgestattetes Messfahrzeug wird rund 810 Kilometer öffentlicher Straßen, Geh- und Radwege digital erfassen – vom Zentrum bis in die Außenbezirke. Ziel ist eine präzise 3D-Digitalisierung der gesamten städtischen Verkehrsflächen, wie das Straßen- und Brückenamt mitteilt.

Das Prinzip erinnert an die bekannten Google-Street-View-Autos – mit einem entscheidenden Unterschied: Die gesammelten Daten werden nicht öffentlich, sondern ausschließlich für interne Zwecke der Stadtverwaltung verwendet. Sie dienen dazu, künftig schneller und effizienter auf Infrastrukturprobleme reagieren zu können.

„Der große Vorteil ist, dass wir direkt am Bildschirm nachmessen können – etwa wie breit eine Ausfahrt ist oder ob der Straßenbelag eben ist“, erklärt Thomas Grill vom Straßen- und Brückenamt. Bislang mussten Mitarbeiter bei jeder Beschwerde vor Ort fahren, um sich ein Bild zu machen. Mit dem digitalen Abbild kann vieles direkt vom Büro aus geprüft und vorbereitet werden – ein deutlicher Schritt in Richtung effizienterer Verwaltung.

Je nach Wetterlage wird das Messfahrzeug etwa zwei Wochen lang unterwegs sein, zunächst in den befahrbaren Bereichen. Strecken, die derzeit durch Veranstaltungen oder Baustellen blockiert sind, sollen im Herbst nachgeholt werden.

Auch Geh- und Radwege werden systematisch erfasst – eine wichtige Grundlage, um deren Zustand langfristig zu überwachen und Sanierungen gezielt zu planen. Die Erhebung erfolgt mit hochauflösenden Kameras und Sensoren, die ein genaues Oberflächenprofil der Straßen liefern.

Datenschutz wird dabei großgeschrieben: Personen und Fahrzeugkennzeichen werden automatisch unkenntlich gemacht. Die sensiblen 3D-Daten dürfen ausschließlich verwaltungsintern genutzt werden und unterliegen strengen Zugriffsbeschränkungen.

Mit der Digitalisierung des Straßennetzes setzt Salzburg ein starkes Zeichen für eine moderne, datenbasierte Infrastrukturplanung – und zeigt, wie Technik Verwaltung entlasten und langfristig die Lebensqualität in der Stadt verbessern kann.

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