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Milliardengrab Wirecard: Insolvenzverwalter enthüllt gigantische Geldvernichtung

geralt (CC0), Pixabay

Fünf Jahre nach dem spektakulären Zusammenbruch des einstigen DAX-Vorzeigeunternehmens Wirecard wird das Ausmaß des Finanzskandals immer deutlicher – und erschütternder: Nach den Berechnungen von Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat der Aschheimer Zahlungsabwickler in den Jahren vor der Pleite unglaubliche 1,1 Milliarden Euro verbrannt.

Als Zeuge vor dem Landgericht München schilderte Jaffé am Dienstag, wie Wirecard jahrelang so tat, als würde es in Asien Millionen verdienen – während in Wahrheit riesige Verluste angehäuft wurden. „Wirecard hat Geld ausgegeben, als ob das Drittpartnergeschäft in Asien tatsächlich existierte. Das tat es aber nie“, so der 62-Jährige nüchtern.

Besonders brisant: Laut Jaffé steht längst fest, dass die berühmt-berüchtigten 1,9 Milliarden Euro auf angeblichen Treuhandkonten auf den Philippinen nie existiert haben. „Das Geld ist dort nie angekommen“, sagte er. Selbst der vermeintliche Treuhänder auf den Philippinen habe das bestätigt. Mit dem Bekanntwerden dieser Luftbuchung im Juni 2020 brach Wirecard wie ein Kartenhaus zusammen – als erster DAX-Konzern in die Insolvenz.

Der langjährige Vorstandschef Markus Braun steht seit mittlerweile 207 Prozesstagen wegen Bilanzfälschung, Bandenbetrugs und Marktmanipulation vor Gericht. Er hält bis heute an seiner Version fest: Das angeblich florierende TPA-Geschäft habe tatsächlich existiert, nur habe sein damaliger Vorstandskollege Jan Marsalek – heute einer der meistgesuchten Männer der Welt – mit Komplizen die Erlöse heimlich abgezweigt.

Für Jaffé ist das eine Schutzbehauptung: „Inzwischen haben sich viele Dokumente, die angebliche Geschäfte belegen sollten, als plumpe Fälschungen erwiesen.“ Der Insolvenzverwalter versucht seit Jahren, für die Gläubiger wenigstens einen Teil der Milliardenschäden zu retten. Doch das Ausmaß dieses Betrugs bleibt beispiellos in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

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