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„Soziales Drama“: Caritas prangert Wohnungsdiskriminierung von Menschen mit Behinderung an

falco (CC0), Pixabay

Die Caritas schlägt Alarm: Menschen mit Behinderung erleben auf dem angespannten Wohnungsmarkt massive Benachteiligung. Laut dem Deutschen Caritasverband werden sie flächendeckend diskriminiert – ein Zustand, den der Verband als „soziales Drama“ bezeichnet.

„Vermieter sehen in Menschen mit Behinderung häufig ein erhöhtes Risiko und lehnen Bewerbungen reflexartig ab“, erklärte Wolfgang Tyrychter, Vorsitzender des Fachverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie. Viele Betroffene hätten selbst auf dem freien Markt kaum Chancen, geeigneten Wohnraum zu finden – trotz gesetzlich verankerter Inklusion und Gleichstellung.

Besonders dramatisch sei die Lage bei besonderen Wohnformen wie dem betreuten oder gemeinschaftlichen Wohnen, so Tyrychter weiter. Diese Wohnmodelle bieten nicht nur mehr Selbstbestimmung, sondern auch soziale Teilhabe. Doch genau hier mangele es an staatlicher Förderung. „Das Angebot wächst nicht mit dem Bedarf – im Gegenteil: Vielerorts schrumpft es oder bleibt auf niedrigem Niveau“, kritisierte er.

Der Caritasverband fordert deshalb ein umfassendes Förderprogramm, das gezielt barrierefreien und inklusiven Wohnraum unterstützt – sowohl im Neubau als auch im Bestand. Es gehe nicht nur um bauliche Zugänglichkeit, sondern auch um soziale Akzeptanz und ein Umfeld, das Selbstbestimmung ermöglicht.

Die Wohnungsfrage sei auch eine Menschenrechtsfrage, betonte Tyrychter: „Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Es ist ein Stück Würde, Freiheit und Zugehörigkeit – das darf nicht vom Gesundheitsstatus abhängen.“

Mit seinem Appell richtet sich der Verband an Bund, Länder und Kommunen. Die Caritas fordert politische Maßnahmen, die Diskriminierung effektiv verhindern, Barrieren abbauen und inklusive Wohnmodelle langfristig stärken.

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