Zum Tag der Organspende hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung gerichtet: Mehr Menschen in Deutschland sollen sich als Organspender registrieren. Die Ministerin betonte, dass die aktuelle Zahl von rund 8.100 Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten eine klare Sprache spreche:
„Wir brauchen deutlich mehr Organspender als bisher – jeder Eintrag kann Leben retten.“
Deutschland im europäischen Vergleich abgeschlagen
Trotz stetiger Aufklärungsarbeit liegt Deutschland bei den Organspendezahlen im EU-Vergleich weit hinten. Die Gründe sind vielfältig – von gesellschaftlicher Zurückhaltung über fehlendes Wissen bis hin zu technischen Hürden. Ein Hoffnungsträger war das im Frühjahr 2024 eingeführte Organspenderegister, das jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt: Bisher haben sich nur rund 320.000 Menschen dort eingetragen.
Kritik am digitalen Anmeldeverfahren
Besonders deutlich fiel die Kritik von der Deutschen Stiftung Patientenschutz aus. Sie bemängelte, das digitale Register sei zu kompliziert und „verfehle seine Wirkung“. Ein Hauptproblem sei die Voraussetzung eines digitalen Personalausweises mit PIN – eine technische Hürde, die viele Menschen abschrecke.
Auch Ärztinnen und Patientenvertreter fordern deshalb, die Registrierung niedrigschwelliger zu gestalten – etwa durch die Integration in Arztbesuche, Apotheken oder Bürgerämter.
Ein Zeichen für Menschlichkeit
Warken betonte, dass eine Organspende „ein Akt größter Menschlichkeit“ sei. Gerade in einer Zeit, in der das Gesundheitssystem stark belastet sei, könne jeder Einzelne mit seiner Entscheidung konkret helfen. Ziel der Bundesregierung sei es daher, das System nutzerfreundlicher und zugänglicher zu machen – sowohl technisch als auch kommunikativ.