Der europäische Drogenmarkt befindet sich im Wandel – und mit ihm wächst die Gefahr für Gesundheit und öffentliche Sicherheit. Das geht aus dem aktuellen Bericht der EU-Drogenagentur (EMCDDA/Euda) hervor, der eine deutliche Zunahme an hochwirksamen und schwer kontrollierbaren Substanzen dokumentiert.
Daten aus 29 europäischen Ländern zeigen, dass besonders der Konsum und Handel mit neuartigen synthetischen Drogen an Fahrt aufgenommen haben. Dazu zählen unter anderem Cathinone, eine Gruppe stimulierender Substanzen, sowie Nitazene, extrem potente synthetische Opioide, die mitunter stärker wirken als Fentanyl. Auch Cannabisprodukte werden laut Bericht immer konzentrierter und potenter – mit unkalkulierbaren gesundheitlichen Folgen für Konsumierende.
Europa in der Drogenkrise
„Europa steht inmitten globaler Instabilität vor neuen Herausforderungen“, warnt Euda-Exekutivdirektor Alexis Goosdeel. Die sich verändernde Struktur des Marktes und das hohe Innovationstempo der Drogenherstellung setzen nationale Gesundheitssysteme und Strafverfolgungsbehörden zunehmend unter Druck. Die Fähigkeit, auf neue Bedrohungen schnell und effektiv zu reagieren, sei damit ernsthaft gefährdet.
Die Agentur betont, dass viele dieser neuen Substanzen häufig in illegalen Labors produziert und über Online-Plattformen und Kurierdienste verbreitet werden – meist unsichtbar für die Öffentlichkeit, aber mit verheerender Wirkung. Warnsysteme und Frühinterventionen müssten daher dringend gestärkt werden, so die Forderung der Behörde.
Der Bericht verdeutlicht: Europas Drogensituation ist dynamischer und unberechenbarer denn je – und erfordert koordinierte Antworten auf europäischer und globaler Ebene.