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Patti LuPone entschuldigt sich nach Kritik an Audra McDonald und Kecia Lewis – Broadway-Community reagiert empört

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Broadway-Legende Patti LuPone hat sich am 31. Mai öffentlich für ihre umstrittenen Aussagen über Kolleginnen Audra McDonald und Kecia Lewis entschuldigt. Die 76-jährige Schauspielerin, bekannt für ihre direkte Art, geriet nach einem Interview mit dem New Yorker vom 26. Mai stark in die Kritik. Ihre herabsetzenden Kommentare über die beiden Schwarzen Künstlerinnen lösten in der Theaterwelt eine Welle der Entrüstung aus – und führten zu einem offenen Brief der Broadway-Community, der ihren Ausschluss von Branchenevents forderte.

Streit um Lautstärke – und unterschwellige Spannungen

Auslöser war ein Disput um LuPones frühere Kritik an der Lautstärke des Musicals „Hell’s Kitchen“, das direkt neben ihrer eigenen Produktion lief. Kecia Lewis, eine der Hauptdarstellerinnen des Stücks, hatte LuPones Kommentare im November 2024 in einem Instagram-Video als „rassistisch mikroaggressiv“ bezeichnet. In dem New Yorker-Interview wies LuPone diese Kritik abfällig zurück.

Besonders brisant: Als sie auf Audra McDonalds öffentliche Unterstützung für Lewis angesprochen wurde, erklärte LuPone:
„Ich dachte: ‚Du solltest es besser wissen.‘ Das ist typisch Audra. Sie ist keine Freundin.“

Entschuldigung mit Einsicht – oder nur Schadensbegrenzung?

Nach massiven Reaktionen veröffentlichte LuPone nun eine schriftliche Entschuldigung auf ihren Social-Media-Kanälen:
„Ich bin zutiefst traurig über meine Worte, besonders gegenüber Kecia Lewis. Sie waren respektlos und herabwürdigend.“

Sie ergänzte:
„Ich habe mein Leben lang meine Meinung gesagt, ohne mich zu entschuldigen. Das ändert sich heute.“

LuPone räumte ein, dass ihre Reaktionen im Interview „flapsig und emotional“ gewesen seien und nicht dem Geist der Theatergemeinschaft entsprächen, in der es um Solidarität und gegenseitige Unterstützung gehe. Sie wolle McDonald und Lewis persönlich kontaktieren, um sich bei ihnen zu entschuldigen.

Broadway fordert Konsequenzen

Die Reaktionen aus der Branche waren jedoch deutlich: In einem offenen Brief forderten Mitglieder der Theatergemeinschaft, dass Künstlerinnen, die ihre Plattform nutzen, um Kolleginnen öffentlich zu diffamieren, bei Preisverleihungen wie den Tony Awards künftig nicht mehr eingeladen werden sollen. LuPone zeigte sich mit dieser Forderung einverstanden und schrieb:
„Das Theater war immer ein Ort, an dem man sich gegenseitig stärkt – nicht herabsetzt.“

Audra McDonald reagiert gelassen

In einem Teaser für ein kommendes Interview mit Gayle King (Ausstrahlung: 3. Juni) reagierte Audra McDonald (54) ruhig auf die Aussagen:
„Das müssten Sie Patti fragen. Ich habe sie seit etwa elf Jahren nicht gesehen.“

McDonald, die aktuell in „Gypsy“ die Rolle spielt, mit der LuPone 2008 den Tony gewann, ist für ihre Darstellung erneut für einen Tony nominiert. Mit sechs Tony Awards gilt sie als eine der erfolgreichsten Bühnendarstellerinnen der Geschichte.

Fazit

Was als Interview begann, entwickelte sich zu einer erheblichen Zerreißprobe für eine Broadway-Ikone. LuPones Worte haben nicht nur Kolleginnen verletzt, sondern auch alte Risse in der Theaterwelt offengelegt – rund um Rassismus, Machtverhältnisse und den Umgang mit Kritik. Ob ihre Entschuldigung genügt, um das Vertrauen wiederherzustellen, bleibt offen. Die Branche hat jedoch ein deutliches Zeichen gesetzt: Respekt und Verantwortung sind keine Nebensache – auch nicht für Legenden.

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