Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag ihre Geldpolitik weiter gelockert und die Leitzinsen erneut gesenkt. Der Einlagesatz, zu dem Banken überschüssiges Geld bei der Zentralbank parken, wurde um 0,25 Prozentpunkte auf nun 2,25 Prozent gesenkt.
Damit setzt die EZB ihren im Sommer 2024 begonnenen Kurs der geldpolitischen Lockerung fort – es ist bereits die siebte Zinssenkung innerhalb weniger Monate.
Ziel: Wachstum stützen, Inflation weiter im Blick
Mit dem Schritt reagiert die Notenbank auf die anhaltende Konjunkturschwäche im Euroraum. Die Wirtschaft in vielen Mitgliedsstaaten zeigt weiterhin verhaltene Wachstumsimpulse, während sich die Inflation – nach dem kräftigen Anstieg in den Jahren 2021 bis 2023 – inzwischen spürbar abgeschwächt hat.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits in den vergangenen Wochen signalisiert, dass die Währungshüter bereit seien, den Leitzins weiter abzusenken, wenn die wirtschaftliche Lage dies erfordere. Ziel sei es, den Konsum und Investitionen zu fördern, ohne gleichzeitig das Inflationsziel von zwei Prozent aus den Augen zu verlieren.
Auswirkungen auf Verbraucher und Sparer
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Entscheidung der EZB vor allem eines: Kredite könnten günstiger werden, etwa für Baufinanzierungen oder Unternehmenskredite. Gleichzeitig aber sinken auch die Zinsen auf Sparguthaben weiter – Sparer müssen sich erneut auf magere Renditen einstellen.
Besonders für Menschen, die Geld auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten parken, dürfte sich der Schritt negativ bemerkbar machen.
Blick nach vorn
Ob die EZB an ihrem Kurs festhält, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Konjunktur und der Preisstabilität ab. Viele Analysten gehen davon aus, dass es 2025 zu weiteren moderaten Zinssenkungen kommen könnte – vorausgesetzt, die Inflation bleibt im Zaum und die wirtschaftliche Erholung kommt nicht gänzlich ins Stocken.