Die Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach legt den geprüften Jahresbericht zum 30. Juni 2026 für den Fonds FFPB Konservativ R vor; das Portfoliomanagement war dabei an die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft in Augsburg ausgelagert. Für Anleger ist die Kernaussage gemischt: Der Fonds erzielte zwar eine positive Wertentwicklung, doch das Vermögen schrumpfte spürbar, weil im Berichtsjahr erhebliche Mittel abflossen.
Zum Stichtag belief sich das Fondsvermögen auf 8,78 Mio. Euro nach 10,70 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Der Anteilwert stieg von 10,32 Euro auf 10,46 Euro, was einem Zuwachs von 1,36 Prozent im Geschäftsjahr entspricht. Gleichzeitig verließen netto 2,04 Mio. Euro den Fonds; den Zuflüssen aus Anteilschein-Verkäufen von 122.708 Euro standen Rücknahmen von 2,17 Mio. Euro gegenüber. Aus Anlegersicht auffällig ist damit vor allem, dass die positive Wertentwicklung die Abflüsse nicht annähernd ausgleichen konnte.
Vermögen und Wertentwicklung
Der Fonds blieb seinem konservativen Rentenprofil treu und war zum 30. Juni 2026 überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren investiert. Das Wertpapiervermögen lag bei 8,49 Mio. Euro beziehungsweise 96,64 Prozent des Fondsvermögens, Bankguthaben bei 138.363 Euro. Die Kasse war damit schlank, was zu einem rentenorientierten Portfolio passt, aber bei stärkeren Rückgaben die Flexibilität begrenzt. Der Bericht weist außerdem Verbindlichkeiten von 17.720 Euro aus.
Das Anlageergebnis speiste sich vor allem aus laufenden Erträgen. Die Zinsen aus inländischen und ausländischen Wertpapieren summierten sich auf 255.074 Euro, hinzu kamen 3.560 Euro aus Liquiditätsanlagen. Dem standen Aufwendungen von 117.432 Euro gegenüber, vor allem Verwaltungsvergütung von 96.021 Euro und Verwahrstellenvergütung von 3.589 Euro. Daraus ergab sich ein ordentlicher Nettoertrag von 141.202 Euro. Zusätzlich erzielte der Fonds ein positives Veräußerungsergebnis von 33.376 Euro, das im Wesentlichen aus dem Verkauf von Anleihen stammte. Belastend wirkte dagegen das nicht realisierte Ergebnis mit minus 69.884 Euro, sodass unter dem Strich ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 104.694 Euro blieb.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Größenordnung des Fonds deutlich reduziert: Zum 30. Juni 2025 lag das Fondsvermögen noch bei 10,70 Mio. Euro und der Anteilwert bei 10,32 Euro. Die Entwicklung zeigt also: Die Erträge waren solide, aber nicht stark genug, um die Mittelabflüsse und die Bewertungsschwankungen der Anleihen vollständig zu kompensieren.
Kosten
Die laufenden Kosten sind für einen konservativen Rentenfonds nicht unerheblich. Die Gesamtkostenquote betrug 1,34 Prozent. Das ist für private Anleger relevant, weil diese Kosten aus der laufenden Rendite finanziert werden müssen. Bei Gesamterträgen von 258.634 Euro und Aufwendungen von 117.432 Euro hat der Fonds zwar einen positiven Nettoertrag erwirtschaftet, aber knapp 45 Prozent der Erträge wurden bereits durch Aufwendungen aufgezehrt. Besonders ins Gewicht fielen die Verwaltungsvergütung von 96.021 Euro sowie die vom Fondsmanagement vereinnahmte Vergütung von 78.562 Euro, die in der Kostenübersicht des Berichts ausgewiesen wird. Zusätzlich fielen Prüfung- und Veröffentlichungskosten von 15.325 Euro an; Sonstige Aufwendungen beliefen sich auf 2.497 Euro. Die Transaktionskosten lagen bei 2.735 Euro und damit vergleichsweise niedrig.
Für die Anteilklasse R nennt der Bericht eine Verwaltungsvergütung von bis zu 0,20 Prozent pro Jahr, eine Verwahrstellenvergütung von bis zu 0,05 Prozent und eine Fondsmanagementvergütung von bis zu 0,90 Prozent. Eine Performance Fee gibt es nicht. Für Anleger bedeutet das: Die laufende Ertragsseite war zwar positiv, doch die Kostenbasis ist hoch genug, um die Nettorendite deutlich zu schmälern.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio bestand fast vollständig aus Anleihen in Euro, ergänzt um wenige Fremdwährungspositionen in US-Dollar. Der Schwerpunkt lag auf Unternehmensanleihen und ausgewählten Staats- oder staatsnahen Titeln aus Europa und Nordamerika. Regionale Klumpenrisiken sind zwar begrenzt, dennoch konzentriert sich der Fonds auf den europäischen Investment-Grade-Rentenmarkt. Eine explizite Branchenquote nennt der Bericht nicht, die Titelverteilung zeigt aber eine klare Mischung aus Industrie, Finanzwerten, Versorgern und einigen Staaten bzw. Staatsnahen.
Die größten Einzelpositionen zum Stichtag waren Bayer mit 4,82 Prozent des Nettofondsvermögens, Grenke Finance mit 4,80 Prozent, Deutsche Lufthansa und MTU Aero Engines mit jeweils 4,68 Prozent sowie E.ON mit 4,65 Prozent. Weitere größere Positionen waren etwa Symrise, BMW Finance, Heidelberg Materials, Fresenius, OMV, Polen und McDonald’s. Aus Anlegersicht ist die Streuung über viele Einzeltitel grundsätzlich positiv; zugleich zeigt die Gewichtung, dass einzelne Emittenten mit rund 4 bis 5 Prozent doch merklich ins Gewicht fallen.
Die Liquiditätsquote war mit 1,58 Prozent niedrig. Das passt zu einer weitgehend investierten Rentenstrategie, lässt aber nur begrenzten Puffer für größere Rückgaben oder taktische Käufe. Positiv ist, dass im Berichtsjahr keine Derivate eingesetzt wurden und das Derivate-Exposure bei 0,00 Euro lag.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die für Rentenfonds typischen Risiken: Zinsänderungsrisiken, Emittentenrisiken, Liquiditätsrisiken, Währungsrisiken und operationelle Risiken. Für diesen Fonds ist insbesondere das Zinsänderungsrisiko relevant, weil die Duration im Jahresverlauf aktiv gesteuert und teils verlängert oder verkürzt wurde. Auffällig ist außerdem, dass die Gesellschaft die Duration gezielt angepasst hat, um auf wechselnde Zins- und Inflationssignale zu reagieren. Das kann Chancen eröffnen, erhöht aber auch die Abhängigkeit von der Markteinschätzung des Managements.
Im Jahresverlauf kam es zu mehreren Umschichtungen: Kurzläufer wurden verkauft, längere Laufzeiten aufgenommen, später wurden Long-Duration-Positionen wieder reduziert. Dadurch blieb das Portfolio nicht statisch, sondern wurde laufend an das Marktumfeld angepasst. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass der Fonds nicht nur passiv Anleihen hält, sondern aktiv gesteuert wird. Ein weiterer Punkt: Der Fonds erzielte zwar einen ordentlichen Nettoertrag, aber das nicht realisierte Ergebnis war negativ. Das zeigt, dass Kursbewegungen der gehaltenen Anleihen die positive Zinsseite zum Bilanzstichtag spürbar belastet haben.
Die Ausschüttungsrechnung weist eine für die Ausschüttung verfügbare Summe von 498.243 Euro aus, tatsächlich erfolgte jedoch keine Ausschüttung; der Betrag wurde vollständig auf neue Rechnung vorgetragen. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers fällt uneingeschränkt aus: Nach dessen Beurteilung entspricht der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften und vermittelt ein zutreffendes Bild der Entwicklung des Fonds.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Bericht einen robust aufgestellten, konservativ ausgerichteten Rentenfonds mit moderater positiver Performance, aber spürbaren Mittelabflüssen und einer nicht zu unterschätzenden Kostenbelastung. Für Anleger ist vor allem wichtig: Die laufenden Erträge tragen das Produkt, doch die Kombination aus hohen Gebühren, aktiver Durationsteuerung und negativem Bewertungsbeitrag macht die Renditeanforderung anspruchsvoll. Wer den Fonds hält, sollte deshalb weniger auf spektakuläre Kursgewinne als auf die Qualität der Zins- und Bonitätssteuerung achten.