Der geprüfte Jahresbericht zum 30. Juni 2026 für den FFPB Global Flex wurde von der Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach herausgegeben; sie ist zugleich die verwaltende Gesellschaft des Fonds. Als externer Fondsmanager ist die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft in Augsburg genannt. Für Anleger zeigt der Bericht vor allem eines: Der Fonds hat kräftig zugelegt, wurde dabei aber spürbar über Zuflüsse und Wertsteigerungen größer, während die laufenden Erträge die Kosten nicht decken konnten.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Berichtsjahr von 65,81 Mio. Euro auf 119,41 Mio. Euro. Der Anteilwert erhöhte sich von 12,17 Euro auf 13,52 Euro je Anteil. Das entspricht einer Wertentwicklung von 11,09 Prozent im Geschäftsjahr. Aus Anlegersicht ist dabei wichtig: Der Zuwachs kam nicht nur aus der Marktentwicklung, sondern auch aus erheblichen Nettomittelzuflüssen von 43,87 Mio. Euro. Die Bruttozuflüsse aus dem Verkauf neuer Anteile lagen bei 50,34 Mio. Euro, die Rückgaben bei 6,47 Mio. Euro.
Die Entwicklung war laut Bericht vor allem von aktienfreundlichen Marktphasen geprägt, mit kräftigen Beiträgen aus US-Technologiewerten, einzelnen Schwellenländer- und Asienfonds sowie Kursgewinnen bei verschiedenen Einzelwerten. Gleichzeitig wurden im Jahresverlauf auch Teilgewinne realisiert und Positionen taktisch umgeschichtet. Für Anleger heißt das: Der Fonds war nicht passiv aufgestellt, sondern wurde deutlich aktiv gesteuert.
Ergebnis: Gewinne aus Verkäufen und Kursanstiegen, aber laufend im Minus
Das ordentliche Ergebnis war mit minus 1,23 Mio. Euro negativ. Die laufenden Erträge von 1,03 Mio. Euro reichten also nicht aus, um die laufenden Aufwendungen von 2,26 Mio. Euro zu decken. Aus Anlegersicht auffällig ist damit die hohe Kostenlast im Verhältnis zu den Erträgen. Positiv fiel dagegen das Veräußerungsergebnis aus: Aus realisierten Gewinnen von 3,36 Mio. Euro und realisierten Verlusten von 1,17 Mio. Euro verblieb ein Nettoveräußerungsergebnis von 2,19 Mio. Euro. Hinzu kamen nicht realisierte Kursgewinne von netto 8,76 Mio. Euro. Unterm Strich ergab sich ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 9,72 Mio. Euro.
Die Wertentwicklung wurde damit überwiegend durch Kurssteigerungen und realisierte Handelsgewinne getragen, nicht durch laufende Erträge. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist ertragsseitig eher wachstums- als einkommensorientiert aufgestellt.
Kosten
Die Verwaltungsvergütung belief sich auf 2,15 Mio. Euro, davon entfielen 2,06 Mio. Euro auf die Fondsmanagementvergütung und 90.384,22 Euro auf die Verwaltung. Die Vergütung der Verwahrstelle lag bei 46.457,44 Euro. Prüfungs- und Veröffentlichungskosten machten 21.082,95 Euro aus, sonstige Aufwendungen 39.443,55 Euro. Hinzu kamen Transaktionskosten von 38.530,49 Euro. Die Gesamtkostenquote beträgt 2,33 Prozent.
Für Anleger ist das ein relevanter Punkt: Bei einer Gesamtkostenquote von 2,33 Prozent und einem ordentlichen Nettoertrag von minus 1,23 Mio. Euro war die laufende Ertragskraft des Fonds im Berichtsjahr nicht ausreichend, um die Kosten zu tragen. Dass trotzdem ein deutlich positives Gesamtergebnis erzielt wurde, lag vor allem an Kurs- und Veräußerungsgewinnen. Das erhöht die Abhängigkeit von der Marktentwicklung.
Portfolio und größte Positionen
Zum 30. Juni 2026 waren 84,66 Prozent des Fondsvermögens in Wertpapieren angelegt. Aktien dominierten mit 28,66 Prozent, Investmentanteile mit 44,28 Prozent. Hinzu kamen 8,04 Prozent Anleihen, 3,67 Prozent Zertifikate und 15,35 Prozent Bankguthaben. Die Liquiditätsquote ist damit vergleichsweise hoch, was dem Fonds Flexibilität gibt, zugleich aber auch auf Mittelzuflüsse und taktische Zurückhaltung hindeutet.
Die fünf größten Positionen waren der InvescoMI2 MDAX ETF mit 5,21 Prozent des Fondsvermögens, Xetra-Gold mit 3,67 Prozent, der Vanguard EUR Cash ETF mit 3,56 Prozent, der Heptagon Driehaus US Small Caps mit 3,32 Prozent sowie der Heptagon Kop. Global All-Cap mit 3,21 Prozent. Insgesamt zeigt sich ein breit gestreutes Multi-Asset- und Dachfondsprofil mit Schwerpunkt auf Aktien, Gold, Cash-nahe Bausteine und ausgewählte Renten- bzw. Themenfonds.
Bei den Einzeltiteln stachen unter den Aktien unter anderem ASML, Airbus, Taiwan Semiconductor, Alphabet, Microsoft, Meta, Eli Lilly, Coca-Cola, Netflix und Nvidia hervor. Auf der Rentenseite waren unter anderem Bundesanleihen, Lufthansa-, Vodafone- und Volkswagen-Anleihen sowie US-Staatsanleihen im Bestand. Regional ist der Fonds klar international ausgerichtet, mit Schwerpunkt auf den USA, ergänzt um Europa, Japan, Taiwan und einzelne andere Märkte.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die üblichen Markt-, Zins-, Währungs-, Emittenten-, Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken. Besonders wichtig ist aus Anlegersicht das Risiko der Zielfonds: Weil ein großer Teil des Vermögens in andere Fonds investiert ist, hängen Chancen und Risiken stark von deren jeweiliger Strategie ab. Zudem können sich Strategien mehrerer Zielfonds überschneiden oder gegenseitig neutralisieren. Der Fonds hält außerdem eine nennenswerte Liquiditätsreserve, was einerseits Rücknahmen erleichtert, andererseits in Phasen hoher Kasse die Rendite bremsen kann.
Auffällig ist auch die deutliche Zunahme des Fondsvermögens innerhalb eines Jahres. Das spricht für starkes Anlegerinteresse, kann aber auch zu einem Managementaufwand führen, wenn frische Mittel zügig investiert werden müssen. Zudem wurde der Verkaufsprospekt sowie die Allgemeinen und Besonderen Anlagebedingungen zum 16. April 2026 angepasst. Das Portfoliomanagement war während des Geschäftsjahres an die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft ausgelagert.
Fazit für Anleger
Der FFPB Global Flex hat im Berichtsjahr solide bis stark abgeschnitten, allerdings bei einer Kostenstruktur, die die laufenden Erträge deutlich überstieg. Das Plus kam vor allem aus Kursgewinnen, aktiven Umschichtungen und einer starken Aktienmarktphase, nicht aus einem stabilen Ertragspolster. Für Anleger ist damit vor allem relevant: Der Fonds verfolgt eine flexible, chancenorientierte Strategie mit breiter Streuung, bleibt aber in hohem Maß von der Entwicklung der Kapitalmärkte und der Zielfonds abhängig. Ausschüttungen gab es im Berichtsjahr keine; der für die Ausschüttung verfügbare Betrag von 2,49 Mio. Euro wurde vollständig auf neue Rechnung vorgetragen. Der Abschlussprüfer bestätigte, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des deutschen KAGB entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds vermittelt.